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Bei Montena mit Quecksilber vergiftet?

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Bei Montena mit Quecksilber vergiftet?

Klagen von zwei Angestellten gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber

Zwei ehemalige Angestellte sprechen nach jahrelanger Arbeit in der Fabrikation der Montena bzw. der damaligen Falma in Matran von Symptomen einer Quecksilber-Vergiftung. Montena winkt ab; alle Teste seien negativ.

Von CHRISTIAN SCHMUTZ

«Es gab vor sechs Jahren einen klar überschrittenen Grenzwert von Quecksilber in der Fabrikation der Montena», sagte Rechtsanwalt Markus Meuwly. Er war von zwei Deutschfreiburger Männern beigezogen worden, die den Verdacht auf Quecksilbervergiftung äusserten.

Sparlampen-Kapseln produziert

Einer davon, S., ein heute pensionierter Mann aus Villars-sur-Glâne, hatte in den 1990er-Jahren in der Sparlampen-Produktion der damaligen Falma in Matran gearbeitet. Er füllte zehn Jahre lang in seinem Kämmerchen Quecksilberkapseln für Kunden ab. Im Herbst 1997 schlossen sich die Falma- und die Condensateurs-Gruppe zur Montena SA zusammen.

André Spack, Direktor der heutigen «Montena lighting» in Matran bestätigte gegenüber den FN, dass Mitarbeiter S. im Jahr 1995 erhöhte Blut- und Urinwerte hatte, also positiv auf Quecksilber kontrolliert worden sei. Dann habe die Firma rasch Massnahmen getroffen, indem die Entwicklung einer Lampenmaschine, an welcher S. gearbeitet hatte, eingestellt und bei der Lampenproduktion ein Filter installiert worden sei. Überall seien seither Messungen gemacht worden, zuletzt nochmals im Januar 2005, sagte Spack. Man habe im ganzen Unternehmen null Spuren von Quecksilber entdeckt.

Laut Anwalt Meuwly hat S. heute Symptome einer Quecksilbervergiftung (vgl. Kasten). «S. ist aber heute pensioniert und will keinen Streit», sagte Meuwly. Deshalb sei auch kein ärztliches Gutachten geschrieben worden, welches die Vergiftung bestätige.

«Der Suva-Arzt hat bei S. keinerlei Schädigungen durch Quecksilber festgestellt», sagte hingegen Gotthold Gehring, Verkaufsleiter bei «Montena machinery». Er sei darüber sehr froh gewesen, denn eine Gefahr hätte bei der Produktion tatsächlich bestehen können. «S. geht es prächtig», sagte Gehring.

Nicht mehr in Kontakt als andere

Als Elektromonteur hatte der zweite Mann, H. aus Überstorf, rund zehn Jahre bei der Montena gearbeitet. Seit Anfang 2004 sei er aus anderen Gründen arbeitsunfähig. H. hatte mit «Tele Bärn» den Stein ins Rollen gebracht, weil er bei sich eine Quecksilbervergiftung vermutete. «H. hat bei den Tests und der Montage der entwickelten Maschinen mitgeholfen», sagte Rechtsanwalt Meuwly. Er äusserte den Verdacht, dass bei den Tests während der Sparlampen-Produktion Lampen zersprungen oder Lampen nicht dicht gewesen seien. Die Suva habe jedenfalls bei einer Messung im Jahr 1999 in der Luft doppelt so viel Quecksilber festgestellt, als der Grenzwert festlegte, in der Nähe der Abfallbehälter das 8-fache und in den Lampenkartons das 30-fache. Auch bei H. gebe es unbestätigte Anzeichen einer Vergiftung, sagte Anwalt Meuwly.

Was den Fall H. anging, zeigte sich Direktor André Spack kategorisch: «Er greift die Montena und die Suva an, ohne dass für ihn eine Gefahr geherrscht hat. Er will uns nur schaden, dabei ist überhaupt nichts dran.» Auch für Gotthold Gehring kam H. nicht mehr mit Quecksilber in Kontakt als alle anderen in der Firma. Eine Vergiftung sei kaum möglich und eine Rente ungerecht für alle, die jeden Tag arbeiten gingen.

Suva nicht ganz neutral?

Für den Anwalt von H. und S. ist aber auch die Rolle der Suva nicht ganz klar. Sie mache Messungen, müsse deren Umsetzungen überwachen, aber sei in diesem Fall auch Partei, da sie bei einer tatsächlichen Vergiftung leistungspflichtig wäre. «Ich habe das Gefühl, dass die Suva alles verharmlost», sagte Markus Meuwly. Sie habe beispielsweise eine Filteranlage einbauen lassen, diese habe aber verhindert, dass der Abzug richtig funktionierte. Dies wiederum sei nicht geprüft worden.

Für Gehring ist die Suva hier nicht Partei. «Das sind technische Spezialisten, die ihre Arbeit machen», sagte er, «die Suva ist verantwortlich für alles, was die Arbeitssicherheit anbelangt. Ich wüsste keine andere Stelle, auf die wir uns beziehen könnten», sagte der Verkaufsleiter.
Symptome

Eine Quecksilbervergiftung kann durch Einatmen von Dämpfen des Quecksilbers oder durch Verschlucken von Quecksilber in Verbindungen auftreten. In akuten Fällen erkennt man sie an einem lackartigen Kupferrot von Gaumen und Rachen, an schweren Magen-Darm-Störungen und Nervenversagen. In chronischen Fällen gibt es Lähmungen, Gedächtnisverlust, übermässigen Speichelfluss, Zahnausfall, Zittern von Händen, Fingern, Augenlidern und Zunge, unkontrollierte Bewegungen der Gliedmassen, Hyperaktivität und Schlaflosigkeit. «Es kann das Gehirn allmählich unheilbar schädigen», steht in der Bertelsmann-Lexikothek. chs

Montena lighting

Die «Montena lighting» als Tochter der Montena-Holding hält 45 Prozent des Schweizer Marktes für Leuchtmittel und ist Hauptlieferant der Migros. Die Versorgung der Partner mit Leuchtmitteln hoher Qualität ist das Hauptgeschäft, umschreibt sich die Firma auf www.montena.ch. Sie baut auch Logistik und Dienstleistungen für Kunden auf. chs

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