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«Billigofferten von Subunternehmen öffnen der Schwarzarbeit Tür und Tor»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Zwei adrett gekleidete Männer tauchen auf einer Baustelle auf und verlangen Ausweispapiere. Nach der Kontrolle sagt der Chef den Arbeitern, sie seien erwischt worden und müssten das Land unverzüglich verlassen. In Tat und Wahrheit hat aber der Chef selber die «Kontrolleure» organisiert, um die Arbeiter mit 500 Franken für drei Monate Arbeit loszuwerden. Unia-Gewerkschaftssekretär Armand Jaquier erwähnt diesen Fall als Beispiel, wie Arbeiter ausgenützt werden. «Schwarzarbeit ist Ausbeutung», sagt er. Für ihn liegt das Hauptpro­blem darin, dass grosse Firmen für ihre Projekte Subunternehmen anheuern. «Dies öffnet der Schwarzarbeit Tür und Tor», sagt er. «Bei den tiefen Preisen, zu denen Subunternehmen offerieren, wissen die Auftraggeber ganz genau, dass Gesamtarbeitsverträge nicht eingehalten werden. Ob ein Arbeiter 100 Franken oder 230 Franken im Tag verdient, das schlägt sich im Preis nieder.» Gemäss Jaquier ist dies bei Maler- und Gipserarbeiten häufig der Fall. Es sind Arbeiten, für die ein Subunternehmen wenig Infrastruktur braucht.

Laut Jaquier schlagen sich die Kosten, die bei dieser Preistreiberei gespart werden, danach auf die Gesellschaft nieder, etwa auf die Sozialversicherungen oder auf die Steuer­einnahmen. Er bedauert, dass selbst bei Kontrollen zu wenig genau hingeschaut werde. «Oft wird nur auf die Aufenthaltsbewilligung eines Arbeiters geschaut, nicht aber auf seine Arbeitsbedin­gungen.»

Gemäss dem Gewerkschafter gehören die ausgebeuteten Arbeiter verschiedenen Katego­rien an. Die einen leben nicht in der Schweiz und kennen ihre Rechte nicht. Andere leben in Armut und arbeiten da, wo sie gerade etwas finden. Oft würden sie von ihrer Gemeinschaft unter starken Druck gesetzt werden. Die Rolle der Gewerkschaften sieht Jaquier darin, Arbeitern zu ihrem Recht zu verhelfen. Es sei meist schwierig, mit diesen in Kontakt zu treten. «Aber wenn die Löhne ausbleiben, melden sie sich oft von selber bei uns.»

Für Jaquier ist ein Gesamtarbeitsvertrag der beste Schutz vor Schwarzarbeit. Vom Staat erwartet er vor allem, dass dieser entschlossen gegen Auswüchse beim Subunternehmertum vorgeht. Es ganz zu unterbinden sei nicht sinnvoll, weil manche Firmen sehr spezialisierte Arbeiten ausführen.

Serie

Die Schwarzarbeit unter der Lupe

Der Kanton Freiburg ist daran, sein Gesetz über die Beschäftigung und den Arbeitsmarkt abzuändern, um besser gegen Schwarzarbeit vorgehen zu können. Ein Massnahmenplan ergänzt diese Revision. Die Staatsanwaltschaft und der Staatsrats integrieren die Schwarzarbeit in ihrer gemeinsamen Kriminalpolitik. In einer Artikelserie beleuchten die «Freiburger Nachrichten» die vielen Facetten der Schwarzarbeit im Kanton.

uh

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