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Boschung feierte sich selbst

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Das Familienunternehmen Boschung – gegründet 1947 als Karosserie-Werkstatt in Berg bei Schmitten – feierte gestern die Inbetriebnahme ihres Technologie­­zen­trums in Payerne. Heute entwickelt und verkauft der Betrieb Fahrzeuge und Systeme für die Schneeräumung und Strassenreinigung. Mit diesen Aktivitäten ist das Unternehmen in Europa, Amerika und Asien präsent. 700 Personen arbeiten bei Boschung, davon rund 180 im neuen «Boschung Technology Center» im Technologiepark Aéropôle (siehe Kasten).

Anlässlich des Festakts präsentierten die Verwaltungsräte und Brüder Marcel und Ga­briel Boschung stolz und gut einstudiert den anwesenden Politikern und ausgewählten Kunden ihre Produktpalette. Flaggschiff und grösster Umsatzträger sei der Jetbroom, sagte Gabriel Boschung. Es handle sich um eine vielseitig einsetzbare Maschine. Sie könne Schnee räumen, enteisen und mittels einer Umrüstung auch als Kehrmaschine fungieren. Das Fahrzeug könne deshalb das ganze Jahr eingesetzt werden. «Niemand auf der Welt hat dieses Konzept verwirklichen können», so der Verwaltungsrat. Auf ein Zeichen hin von Marcel Boschung öffneten Mitarbeiter einen Teil der Glasfront des neuen Gebäudes. Das lange und imposante Fahrzeug fuhr vor und hielt genau vor dem offenen Fenster.

Vielen Personen dürfte das kommunale Mehrzweck-Fahrzeug namens Pony bekannt sein. «In Lausanne, Freiburg, überall sehen Sie diese Fahrzeuge», so Gabriel Boschung. Im Sommer könne es zur Stras­senreinigung eingesetzt werden und im Winter für die Schneeräumung. «Der Begriff Pony ist mit Boschung sehr verzahnt.» 1973 brachte der Vater der Brüder, Marcel Boschung Senior, den Pony als erstes industrialisiertes Kehrfahrzeug auf den Markt.

Gabriel Boschung hob auch bei den fest installierten Taumittelsprühanlagen die Vorreiterrolle seines Vaters hervor. Eine solche Anlage sei erstmals Ende der 70er-Jahre auf dem Viadukt in Flamatt installiert worden, «nachdem ein LKW runtergeflogen ist». Wenn Eisbildung drohe, sprühe das System automatisch «eine kleinste Menge von Salz oder Chemiestoffen». Dieses System sei mittlerweile weltweit tausendfach im Einsatz.

Fragen bleiben unbeantwortet

Mehr als 14 000 Quadratmeter Arbeitsfläche habe das Technologiezentrum in Pa­yerne, sagte Marcel Boschung. Bis zur Inbetriebnahme des Gebäudes im vergangenen Jahr arbeiteten Mechaniker, Elek­triker, Ingenieure und Informatiker an verschiedenen Standorten. Das ist Vergangenheit: In Payerne hat Boschung alle Schweizer Unternehmensteile und Gesellschaften zusammengeführt.

Vor der Inbetriebnahme des neuen Gebäudes hatte das Unternehmen Standorte in ­Schmitten, Granges-Paccot, Matran und Zug. Die Gebäude dort sind nun überflüssig geworden: «An den alten Betriebsstandorten gibt es keine Aktivitäten mehr oder diese sind in Abwicklung», teilte Andreas Duffé, Verantwortlicher für Marketing und Kom­muni­ka­tion, am Dienstag mit.

Was mit den alten Gebäuden passieren soll, ist unklar. Am gestrigen Festakt, zu dem die FN eingeladen worden waren, wollte das Unternehmen keine Fragen beantworten. Als die FN Roger Jungo, Direktor der Marcel Boschung AG, nach einer Gebäudeführung ansprachen, intervenierte sogleich Andreas Duffé und wimmelte ab. Auch Marcel Boschung rea­gierte gegenüber den Medienvertretern abweisend: «Heute ist nicht der Tag für Fragen, heute feiern wir.»

Der Gemeinde Schmitten ist ebenfalls nicht bekannt, was Boschung mit seinen alten Räumlichkeiten vorhat. Diese seien derzeit zur Vermietung ausgeschrieben, sagte gestern der Schmittner Gemeindeverwalter Urs Stampfli auf ­Anfrage.

Zivile Nutzung

Die Ansiedlung von Boschung soll den «Aéropôle» anschieben

Die Syndique von Avenches, Christelle Luisier, sprach gestern anlässlich der Einweihung des Technologiezentrums von Boschung von einem «wichtigen Schritt für die Valorisierung des Flugplatzes». Philippe Leuba, Staatsrat des Kantons Waadt, äus­serte die Hoffnung, dass sich viele Unternehmen daran ein Beispiel nehmen. Die politischen Entscheidungsträger wünschen sich nämlich, dass das schleppend laufende Projekt «Aéropôle» am Flugplatz ­Pa­yerne endlich Fahrt aufnimmt. Der Kanton Waadt, die Stadt Payerne und der Regionalverband der Broye (Coreb) wollen die zivile Nutzung des Militärflugplatzes verstärken und daraus ein Zentrum für Luftfahrttechnologie machen.

Der Bereich «Aéropôle I» mit 150 000 Quadratmetern hat einen direkten Pistenzugang. Die Firma Boschung, die Fahrzeuge und Systeme für die Schneeräumung auf Strassen und Flughäfen entwickelt, gab als erstes Unternehmen ihre Entscheidung bekannt, sich auf diesem Areal anzusiedeln. Nachbar ist das Unternehmen Solarstratos, das mit einem umgebauten Elektroflugzeug Stratosphärenflüge ausführen möchte. Derzeit im Bau ist ein rund 28 Millionen Franken teurer Gebäudekomplex, in dem sich Firmen ansiedeln sollen, die der Luftfahrt nahestehen (die FN berichteten). Der 250 000 Quadratmeter grosse «Aéropôle II» ist zum Teil ­ vom Energieunternehmen ­Groupe  E belegt.

jmw

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