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Budget 2015 zähneknirschend genehmigt

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Der Ausgang der Abstimmung in der Plenumsversammlung der Katholischen Kirchlichen Körperschaft (kkK) vom Samstag stand in den Sternen. Der Exekutivrat (ER) sieht für 2015 einen Anstieg der Ausgaben von 737 000 Franken bei einem Gesamtbudget von 10,9 Millionen Franken vor. Mit Zähneknirschen nahm die Versammlung den Antrag an. Als Folge wird die Ausgabenbremse um einen Prozentpunkt von 12,5 auf 13,5 Prozent erhöht.

Der Beschluss führt zur Erhöhung der Beiträge der Pfarreien auf 6,7 Millionen Franken. Die Mehrkosten haben verschiedene Gründe: Das Bistum braucht 47 000 Franken mehr, der nationale Dachverband 41 000 Franken. Hinzu kommen zusätzliche Mietkosten und ein Anstieg des Verwaltungsaufwandes.

Aktivere Seelsorge

Der Aufwand für neue Aufgaben steigt um 366 000 Franken. Die Seelsorge möchte aktiver werden, näher zu den Gläubigen gehen, so der ER; so wie auch der Papst dies wünsche. «Das Ziel ist die Dynamisierung der pastoralen Dienste und die Verbesserung des Images der Kirche», so Georges Emery, Präsident des ER. Bischofsvikar Rémy Berchier äusserte die Befürchtung, dass in den Kirchen bald gähnende Leere herrschen würde. Die Kirche überaltere. «Wir müssen unsere Kirche attraktiver machen.»

Konkret werden das Ressort Solidarität, die Spitalseelsorge, die Jugendpastoral, aber auch die Planung des deutschsprachigen Dekanats stärker zu Buche schlagen. Finanzchef Patric Mayor warnte vor einem Sparregime bei den Dienstleistungen. «Wenn wir Angebote runterfahren, sind wir nicht mehr sichtbar, und niemand will mehr Steuern zahlen.»

Sparpotenzial gesucht

Im Gegenzug suchen die Bischofsvikare laut Walter Buchs, Präsident der Geschäftsprüfungskommission, in ihren Ressorts Sparpotenzial. Die Lohnkosten steigen weiter, 2015 um weitere 230 000 Franken, dies auch deshalb, weil die kkK die Bezüge der am schlechtesten bezahlten Laienseelsorger rasch anheben will. Die Zahl der Laienseelsorger ist deutlich gestiegen, diejenige der Priester ist gesunken.

An kurzer Leine gehalten

Die Vorgeschichte: Die Pfarreien wehrten sich gegen ständig steigende Beiträge mit einer Ausgabenbremse. Die Abgaben dürfen 12,5 Prozent der Steuereinnahmen nicht übersteigen. Der ER war von einem Maximalsatz von 15 Prozent ausgegangen, was ihm mehr Handlungsspielraum erlaubt hätte.

 Dass der bestimmte Satz nicht reichte, zeigte schon der Voranschlag 2014: Er wies ein Minus von 60 000 Franken auf. Im Budget 2015 hätte ohne Anhebung des Beitragssatzes eine Lücke von 551 000 Franken geklafft. Buchs zeigte sich «sehr besorgt über den Umstand, dass der Anteil des Budgets zulasten der Pfarreien weiter ansteigt, und zwar beträchtlich.» Zugleich sinken die Ressourcen der Pfarreien. Laut dem ER erlauben die Statuten eine Abweichung von 12,5 Prozent, wenn die Kirche neue Aufgaben übernimmt. Jean-Pierre Jaquet, Grolley, kritisierte, dass der Anstieg der Ausgaben keineswegs von neuen, sondern von bestehenden Aufgaben herrühre. «Stoppen wir diese inflationäre Spirale.»

Keine Statutenänderung

Die Kernfrage war, ob die Anhebung per Beschluss einmalig sei oder sich in den Folgejahren wiederholen würde. Denn dann wäre eine Statutenänderung nötig, welche von einem Referendum rückgängig gemacht werden könnte. Robert Eugster, Freiburg, fand es sinnlos, eine Ausgabenbremse einzuführen und diese jedes Jahr infrage zu stellen. Eine langfristige Lösung sei nötig. Das findet auch ER-Präsident Emery, denn Personal für Aufgaben anzustellen und über die Dauer der Anstellung im Ungewissen zu lassen, sei unangemessen. Er geht davon aus, dass der höhere Wert kein Einzelfall sein wird.

Einmaliger Kompromiss

Den Kompromiss ermöglichten die Vorstösse von Robert Eugster, Freiburg, und Norbert Schaller, Oberschrot, aufgrund der unklaren juristischen Situation und der erwarteten Spareffekte die Erhöhung im Sinn einer Denkpause auf ein Jahr zu befristen. Mit diesem Vorschlag konnten 47 Mitglieder leben, 33 waren dagegen. Die Versammlung nahm dann auch das Budget einstimmig an. Eine Statutenänderung und damit ein Referendum konnte damit verhindert werden. Der Beschluss ist ein Signal an den ER, auch das nächste Jahr von einem Satz von 12,5 Prozent auszugehen – gegen seinen Willen.

«Ziel ist die Dynamisierung der

pastoralen Dienste und die Verbesserung des Images der Kirche.»

Georges Emery

ER-Präsident

«Wir müssen unsere Kirche attraktiver machen, sie überaltert.»

Rémy Berchier

Bischofsvikar

«Wenn wir Angebote runterfahren, sind wir nicht mehr sichtbar, und niemand will mehr Steuern zahlen.»

Patric Mayor

Finanzchef

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