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Christian Dubé: «Damit aufhören, die Leute für dumm zu verkaufen»

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Zunächst die Posse um die fehlende Ausrüstung Jim Slaters, dann der blutleere Auftritt bei den Lakers: Es war nicht Gottérons Abend am Donnerstag beim Tabellenschlusslicht Rapperswil. Nachdem der Norweger Jonas Holos kurzfristig passen musste, weil seine Frau in den Wehen lag, machte sich Freiburgs Sportdirektor Christian Dubé höchstpersönlich auf den Weg an den Zürichsee, um dem Amerikaner, der dem Spiel als Zu­schauer beiwohnen wollte, sein Material zu liefern. Man werde die bisherige Regel, dass der überzählige Ausländer nicht einsatzbereit an die Auswärtsspiele reisen müsse, gewiss überdenken, erklärte Dubé, der noch während des Spiels die Heimreise angetreten hatte, gestern. «Am Ende war es ja aber kein Problem. Slater konnte spielen. Wir haben sicherlich nicht deshalb verloren.» Er habe die miserable Darbietung seines Teams bei der 0:3-Pleite zum Glück nicht gesehen. Kleiner ist der Ärger von Dubé deswegen freilich nicht.

Christian Dubé, wie erklären Sie sich in einem so kapitalen Match wie am Donnerstag in Rapperswil das kollektive Versagen Ihrer Mannschaft?

Das müssen Sie die Spieler in der Kabine fragen. Der Coach, der Staff, wir alle können nicht für die Spieler auf dem Eis stehen. Ab einem gewissen Zeitpunkt muss man damit aufhören, die Leute für dumm zu verkaufen.

Am Dienstag der 7:2-Heimsieg gegen die ZSC Lions, dann der desolate Auftritt bei den Lakers – Konstanz bleibt bei Gottéron ein Fremdwort …

Wir machen ein gutes Spiel, dann ein schlechtes, wieder ein gutes, wieder ein schlechtes … Warum? Wenn wir das wüssten, würden wir das Pro­blem lösen. Es liegt an den Spielern, sich diese Frage zu stellen. Sie sind es, die Professionalität zeigen müssen. Letztlich sind solche Leistungen wie in Rapperswil mangelnder Respekt der Organisation, dem Staff, all den Leuten, die gratis für den Club arbeiten, und nicht zuletzt den Fans gegenüber. Das ist inakzeptabel.

Die Verantwortung für die ungenügenden Leistungen liegt einzig beim Team?

Ich würde in dieser Situation nie den Trainer vor die Tür stellen. Die Lösung der Probleme ist in der Kabine. Es gibt nicht tausend andere Möglichkeiten. Vor noch nicht allzu langer Zeit waren wir nur einen Sieg von der Tabellenspitze entfernt. Und jetzt stehen wir dort, wo wir sind. Die Spieler müssen endlich ihr Niveau verbessern und die Leader vorneweg gehen.

Trainer Mark French weist immer wieder auf den Entwicklungsprozess hin, den es zu verfolgen gäbe. Einzig, eine Steigerung ist in den letzten Wochen nicht auszumachen …

Ich denke, dass wir in der Defensive einen Schritt nach vorne machen konnten: Wir gestehen den gegnerischen Mannschaften nicht sehr viele gefährliche Schüsse zu und gehörten diesbezüglich zu den Besten der Liga. Anders sieht es in der Offensive aus: In Rapperswil konnten wir nicht einen Treffer erzielen, obwohl wir vier Ausländer im Sturm hatten. Das ist nicht normal.

Wo bleibt die Siegermentalität, die Sie vor Saisonbeginn ausgerufen haben?

Damit haben wir tatsächlich Mühe. Es ist schwierig. Wir werden am Ende der Saison unsere Schlüsse ziehen. Es wird an mir liegen, bei den Ausländern die richtige Wahl zu treffen, um noch mehr Leadership in die Mannschaft zu bringen. Im Moment stellen wir uns alle viele Fragen.

Das einzige Positive nach der Pleite vom Donnerstag ist die Chance, bereits am Samstag zu Hause reagieren zu können. Was erwarten Sie vom Team im Heimspiel gegen den SC Bern?

Ha! In erster Linie Reaktion. Spiele dürfen verloren gehen, aber nicht auf die Art und Weise wie gegen die Lakers. Das kann ich nicht akzeptieren.

Genauso wie unnötige Niederlagen wie in Rapperswil zu Gottéron gehören, ist auch die Fähigkeit, sich zu rehabilitieren, eine Stärke der Mannschaft …

Das zeigt, dass wir gewisse Dinge durchaus richtig machen können. Das ist in Anführungs- und Schlusszeichen das Schöne am Sport. Es gibt kein Geheimrezept. Wie bereits erwähnt, fehlt es uns an der Konstanz. Das Gute ist, wir sind nach wie vor im Rennen um die Playoffs; wir haben das Schicksal in den eigenen Händen. Aber jetzt müssen die Spieler liefern. Der Staff kann bis zu einem gewissen Punkt seinen Teil dazu beitragen – aber die Tore schiessen kann er nicht.

«Solche Leistungen wie in Rapperswil sind mangelnder Respekt der ­Organisation, dem Staff (…) und nicht zuletzt den Fans gegenüber.»

«Der Staff kann bis zu einem gewissen Punkt seinen Teil dazu beitragen – aber die Tore schiessen kann er nicht.»

Der heutige Gegner

Fakten zum SC Bern

• In 31 Einsätzen konnte SCB-Goalie Leonardo Genoni bereits 10 (!) Shutouts feiern.

• Bei gleicher Anzahl Spieler auf dem Eis kassiert Bern im Schnitt nur 1,29 Tore pro Partie – das ist Liga-Bestwert.

• Mit einer Erfolgsquote von über 88 Prozent verfügt der SC Bern über das beste Boxplay der National League.

• Jérémie Kamerzin fehlt heute. Der ehemalige und zukünftige Freiburger ist für zwei Spiele gesperrt (Check gegen den Kopf Trabers).

• Zu Hause schlug Bern Gottéron zweimal klar (Meisterschaft und Cup), das erste Spiel in Freiburg ging aber verloren (0:3).

Captain Julien Sprunger

Ein Schritt vor, zwei zurück

Es herrschte gestern eine angespannte Stimmung in der Eishalle. Die Spieler blieben während der Übungseinheit stumm, erst als Trainer Mark French das Eis verlassen hatte und die Spieler im Mittelkreis eng zusammen standen, wurde das Wort ergriffen, um sich für das Spiel gegen den SC  Bern einzuschwören.

«Am Dienstag haben wir mit dem Sieg gegen die ZSC Lions einen grossen Schritt nach vorne gemacht, um dann in Rapperswil wieder zwei zurück zu machen», sagte Captain Julien Sprunger. Es sei nicht einfach, gegen die niemals aufsteckenden Lakers zu spielen; diese Erfahrung hätten auch andere Teams bereits machen müssen. «Aber dass wir bezüglich Leistung und Einstellung innert 48  Stunden zwei so unterschiedliche Gesichter zeigen, ist nicht akzeptabel.» Er habe in Rapperswil die Intensität vermisst, das fehlende Tempo und die Abschlüsse, das alles sei unentschuldbar. Sprunger verwehrt sich aber dagegen, um die Geschichte mit der fehlenden Ausrüstung Slaters ein Fass aufzumachen. «Wir waren einfach von A bis Z schlecht. Das Einzige, das wir daraus mitnehmen können, ist der Tritt in den Hintern heute vom Trainer.»

«Dann wird es kritisch»

Der Freiburger Topskorer hat grösstes Verständnis für den angesäuerten Gemütszustand von French. «Er ist keiner, der nach jedem verlorenen Spiel austickt. Aber er gibt uns ein System vor und stellt uns taktisch hervorragend ein: So wie es uns French vorgetragen hatte, spielten die Lakers auch. Wenn die Mannschaft dann aber nicht arbeitet, kann der Trainer nichts dafür.» Seit Saisonbeginn sei die Konstanz deshalb das grosse Thema. «Gibt es sie bei den Resultaten nicht, so ist das das eine. Fehlt sie jedoch bei der Einstellung, wird es kritisch.» Noch ist im Kampf um die Playoffs nichts verloren. «Aber wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Wir wissen, dass unsere Fehlermarge aufgebraucht ist», so Sprunger, der von der Mannschaft gegen den SCB eine Reaktion erwartet. «Wenn wir uns nicht lächerlich machen wollen, dann müssen wir ganz einfach härter arbeiten als die Berner. Denn in Sachen Talent und Selbstvertrauen haben wir keine Chance. Nur ein kollektiver Effort kann uns zum Sieg verhelfen.»

fs

Trainer Mark French

Standpauken und knallende Türen

Selten hat man Gottéron-Coach Mark French so ­angefressen gesehen wie im gestrigen Training. Nachdem er seinen Spielern auf dem Eis die Leviten gelesen hatte, stellte sich der Kanadier noch wortkarger als sonst schon den Medien, ohne auf eine einzige Frage wirklich einzugehen. «Wir werden morgen sehen», war die knappe Standardantwort, ehe er die Türe knallend in die Kabine verschwand. Damit lässt die Aufstellung für das heutige Derby gegen den SCB Raum für Spekulationen. Während An­drei Bykow und Ralph Stalder (beide Gehirnerschütterung) ganz bestimmt fehlen werden, ist die Rückkehr von Marc Abplanalp möglich. Ob Jonas Holos, dessen Frau in Erwartung ist, spielen kann, ist ebenfalls offen.

fs

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