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Christus-Korpus wird neu eingeweiht

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Korpus in der Muttergotteskirche Gurmels nach Restaurierung heute wieder eingeweiht

Die Christfigur der Muttergotteskirche ist im Rahmen der Karwochenliturgie zu sehen, wie Hermann Schöpfer vom kantonalen Kulturgüterdienst bereits im März 1978 in einem FN-Artikel geschrieben hatte.

Kreuzabnahme und Grablegung waren bereits im 14. Jahrhundert mit Holzfiguren teils symbolisch, teils wirklichkeitsnah dargestellt worden.

Keine Wundmale an den Händen

Doch genau die beiden Funktionen Kreuzigung und Grabesruhe hatten beim Christus-Korpus in Gurmels lange Zeit für Verwirrung gesorgt. Die mit 165 Zentimetern fast lebensgrosse Holzfigur eines Christus mit Lendenschurz konnte für beide Funktionen gedeutet werden. «Auf einen Gekreuzigten weisen die gesamte Körperhaltung, das Lendentuch, die übereinander gesetzten Füsse mit dem Nagelloch, die angezogenen Knie und der leicht nach vorn gebeugte Kopf mit geöffnetem Mund und offenen Augen hin», schrieb Schöpfer 1978. «Auf eine Grabfigur hingegen weisen vor allem die über den Körper gelegten Arme mit gekreuzten Händen hin, die bemerkenswerterweise keine Wundmale tragen.»

Hermann Schöpfer erwähnte damals zwei Deutungsmöglichkeiten: «Entweder es handelt sich um eine Figur, die zu beidem gedient hat und bewegliche Arme hatte, oder um ein Kreuz, das zu einem Grabchristus umgestaltet worden ist.» Die bereits 1978 vorgesehene Restaurierung sollte an den Tag bringen, ob die Arme tatsächlich mit einem Schwenkmechanismus ausgestattet sind.

Nach der Restaurierung ist klar:
Es war ein Gekreuzigter

Jetzt, nach der abgeschlossenen Restaurierung, ist für Hermann Schöpfer klar: «Die Arme der Christusfigur hatten keinen Schwenkmechanismus, dies hat die Restaurierung aufgezeigt. Effektiv hat die Figur bis ins 19. Jahrhundert als Kruzifix gedient.»

Erst im Zusammenhang mit dem Neubau des Kirchenschiffes der Muttergotteskirche in Gurmels hat der Korpus die neue Funktion der Grabesruhe erhalten.
Der diese Woche nach der Restaurierung neu eingerichtete Korpus lässt denn auch keine Zweifel mehr offen. Die Figur hängt am Kreuz, die Arme auf dem Kreuz ausgebreitet.
Damit lässt sich der 1978 beschriebene Vergleich mit der Heiliggrabfigur des Klosters Magerau in Freiburg, ein Christus mit verschränkten Armen, so auch nicht aufrecht erhalten.
Eine Christusfigur mit Doppelfunktion wäre zwar durchaus auch möglich gewesen, einzelne solcher Figuren sind im Zusammenhang mit der Liturgie bekannt. Die Figur von Gurmels wäre eine der ältesten dieses Typs gewesen. Doch auch so ist die Christusfigur von Gurmels bemerkenswert. Schöpfer schreibt den Korpus aufgrund stilgeschichtlicher Zusammenhänge etwa dem Jahr 1330 zu.

Herkunftsort ist weiter ungeklärt

Hermann Schöpfer lobte in den FN den künstlerischen Aspekt der Figur: «Neben den ikonographischen Besonderheiten sind auch die bildhauerischen und künstlerischen Qualitäten der Figur auffallend. In der ganzen Gestalt, den Konturen, der Modellierung des Kopfes, dem feinen Relief des Oberkörpers und dem flüssig gezeichneten Faltenwerk liegt eine verhaltene und strenge Schönheit. Das ist der Kanon der hohen Gotik mit ihrer schönen Feierlichkeit und froh gestimmten Ruhe. Hier noch unberührt von der Leidensmystik, die im ausgehenden 13. Jahrhundert in die Kunst einbricht.»

Bleibt einzig die Frage, woher die Figur stammt. Schöpfer bezweifelt, dass diese immer schon in Gurmels war. Oft hätten Klöster und Stadtpfarreien ältere durch neue ersetzt oder ausser Gebrauch geratene Inventarstücke an Landkirchen abgegeben. Am ehesten, so Schöpfer in seinem damaligen Bericht, käme die Kathedrale St. Niklaus in Frage. Das Kollegiatsstift St. Niklaus war seit 1513 Inhaber des Kirchensatzes Gurmels.

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