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Das Asylzentrum Düdingen wurde zur Selbstverständlichkeit

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In der unterirdischen Asylunterkunft bei der Leimackerturnhalle in Düdingen sind die meisten Betten leer. Nur noch sechs Asylsuchende wohnen dort. Bis Ende dieser Woche werden sie in eine Wohnung umziehen, und dann wird das Asylzentrum geschlossen – weil die Zahl der Ankünfte rückläufig ist (siehe Kasten). Während vier Jahren und fünf Monaten war die provisorische Unterkunft in Betrieb. Insgesamt 450 Asylsuchende aus 48 Ländern waren in dieser Zeit in der Zivilschutzanlage untergebracht. «Es war eine gute Erfahrung», sagte Staatsrätin Anne-­Claude Demierre (SP) am Montag in Düdingen an der Bilanzsitzung, an der auch die FN teilnehmen konnten. Kanton, Gemeinde, Polizei sowie die ORS Service AG, die im Kanton für die Betreuung der Asylsuchenden verantwortlich ist, hatten sich zu dieser letzten Sitzung getroffen. «Wenn die Gemeinde mit der Eröffnung einer Asylunterkunft einverstanden ist, ist es immer einfacher», sagt eine dankbare Sozialdirektorin. Nicht zuletzt die Düdinger Begleitgruppe habe zum Erfolg beigetragen, so Demierre.

Ins Dorfleben eingebunden

19 Personen haben in dieser Gruppe mitgewirkt und die Asylsuchenden immer wieder besucht, einige unter ihnen sogar fast täglich. Sie haben mit ihnen Ausflüge unternommen und sie ins Dorfleben eingebunden. Zum Beispiel mit einem Stand am Martinsmarkt, der Teilnahme am Dorfturnier oder einem Adventsfenster. «Das Engagement der Begleitgruppe hat viel zur Akzeptanz der Asylsuchenden beigetragen», so Marliese Rappo, Leiterin des Düdinger Sozialamts und Koordinatorin der Begleitgruppe. «Das Zentrum gehörte einfach zu Düdingen, es war etwas Natürliches.» Das hat auch Ammann Kuno Philipona so erlebt. «Wir hatten vier ruhige Jahre, ich musste mich selten um dieses Dossier kümmern.» Für die Bevölkerung sei es rasch einmal selbstverständlich gewesen, dass im Leim­acker 40 bis 50 Asylsuchende untergebracht sind. Der Gemeinderat hatte mit dem Kanton jedoch von Anfang an vereinbart, dass die Unterkunft nicht länger als unbedingt nötig offen bleiben soll. «Denn eine Asylunterkunft in einem Keller sollte nicht Usus sein», so der Syndic.

Polizei konnte rasch reagieren

Auch das ORS-Team, das im Sensebezirk zurzeit noch in Bösingen eine Asylunterkunft führt, ist zufrieden mit dem Einsatz. Und sogar etwas traurig, dass diese Zeit jetzt zu Ende ist, wie Unterkunftsleiter Coskun Karadag sagte. «Wir haben nie versucht, uns zu verstecken und uns dementsprechend gut eingelebt.» Letzten Samstag zum Beispiel sind die Asylsuchenden vom Wirt des Bahnhof-Buffets in Düdingen zum Eritrea-Buffet eingeladen worden. Auch die Kantonspolizei war von Beginn weg in das Geschehen eingebunden. «Wir hatten einige Interventionen, konnten aber immer sofort reagieren und Sanktionen aussprechen», sagt Beat Grossrieder, Ansprechpartner und Koordinator «Projekte Migranten» bei der Kantonspolizei.

Kein Asylzentrum Schmitten

Während für Düdingen das Thema Asylunterkunft abgeschlossen ist, läuft der Betrieb des provisorischen Zentrums in Bösingen weiter. Wie lange noch, hängt vom weiteren Verlauf der Asylzahlen in der Schweiz ab. Zurzeit sind in Bösingen 40 Asylsuchende untergebracht. Die Eröffnung einer weiteren Unterkunft in Schmitten sei momentan kein Thema mehr, so Anne-Claude Demierre. Stattdessen arbeite der Kanton an einer langfristigen Lösung für ein Asylzentrum in einem anderen Bezirk.

Zahlen und Fakten

246 Ankünfte bis Ende August 2017

246 Asylsuchende sind 2017 bis Ende August im Kanton Freiburg angekommen. Die meisten davon stammen aus Eritrea (71), gefolgt von Syrien (49), Afghanistan (15), der Türkei (12), dem Irak (10), Sri Lanka (10) und weiteren Ländern. 2016 zählte Freiburg 585 Ankünfte, im Spitzenjahr 2015 waren es 1239 Ankünfte, und 2014 lag die Zahl bei 610. Der Sensebezirk hat 2017 bis Ende August 139 Asylsuchende aufgenommen (6,9 %), der Seebezirk 74 (3,7), der Saanebezirk 1171 Personen (58,6), Greyerz 317 Personen (15,8), Glane 171 Personen, die Broye 118 Personen und der Vivisbachbezirk nur 6.

ak

Guglera

Ein Pilotprojekt mit Teilbesetzung

Das nächste Asylzentrum, das im Sensebezirk eröffnet wird, ist das Bundes­asylzentrum in der Guglera bei Giffers. Wie Staatsrätin Anne-Claude Demierre (SP) am Montag gegenüber den FN bestätigte, sieht der Bund vor, den Betrieb des Ausreisezentrums in der Guglera am 1. April 2018 zu starten. Der Kanton warte aufgrund der Umbau- und Sanierungsarbeiten in der Guglera aber noch auf die definitive Bestätigung dieses Datums. Der Betrieb des Ausreisezentrums in der Guglera soll aber nicht mit der Vollbesetzung von maximal 250 Personen, sondern mit vorerst 130 Personen starten. «Wir sind froh darüber, dass der Bund nicht mit Vollbesetzung beginnen wird», so Demierre. Das gebe dem Betrieb Zeit, sich einzuspielen.

Martin Reichlin, Kommunikationsverantwortlicher beim Staatssekretariat für Migration, erklärte gestern auf Anfrage, dass das Eröffnungsdatum in den nächsten Wochen festgelegt werde.

Kompensation für Guglera

Wie viele Personen schliesslich in der Guglera untergebracht werden, hat auch Einfluss auf die Anzahl Asylsuchende, die der Kanton Freiburg auf die anderen Zentren verteilen muss. Denn Standortkantone von Bundeszentren sowie Kantone mit Flughäfen, über die weggewiesene Personen ausreisen, erhalten eine Kompensation. Konkret werden diesen Kantonen vom Bund weniger Asylsuchende aus dem sogenannten erweiterten Verfahren zugewiesen. Auf den Kanton Freiburg fallen normalerweise 3,4 Prozent der in der Schweiz ankommenden Flüchtlinge.

Das Ausreisezentrum für abgewiesene Asylbewerber in Giffers wurde vom Bund für ein Pilotprojekt ausgewählt: Das beschleunigte Asylverfahren wird dort schon im Jahr 2018, also ein Jahr früher als in der restlichen Schweiz, getestet (die FN berichteten). Dasselbe gilt für das Bundesasylzentrum im neuenburgischen Boudry.

ak

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