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Das Bergbeizli unter dem Adlerhorst

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Das Bergbeizli unter dem Adlerhorst

Sommerserie Berggasthäuser*: Stippvisite auf der Ritzli-Alp (Jaun)

Majestätisch gleitet der Adler von den Euschelsflühen zu den Gastlosen und beäugt über der Gubesfluh seinen Horst. Auf der Ritzli-Alp-Terrasse auf der Südseite des Euschelspasses ist der Vogel das Thema – und der Luchs.

Von MARCEL WAEBER

«Ein Adler!», der Ausruf vermag zu elektrisieren. Besucherinnen und Besucher hechten von den Bänken und lassen auf den Tischen Röschti sein und Meringues liegen. In regelmässigen Abständen lässt sich der Adler, der auf der Gubesfluh einen von drei Horsten hat, über dem Euschelspass durch die hier herrschende Thermik hochtragen. Es scheint, als wolle er sich von Zeit zu Zeit vom Zustand seines Horstes überzeugen, den er vor gut einem Jahr eingerichtet hat.

Den ganzen letzten Sommer war die Gubesfluh seine bevorzugte Heimstatt. Aber Adler sind nicht ortsfest, sondern haben – von Ausnahmen abgesehen – einen dreijährigen Horst-Rhythmus und pflegen ein grosses Revier. Während die Besucherinnen und Besucher der Ritzli-Alp dem Adler relativ häufig begegnen, stellt die Sichtung eines Luchses einen Glücksfall dar. Den Inhabern des Bergbeizlis, Beat und Silvia Buchs, war das Glück hold. Der Beweis liegt als Fotografie vor. Silvia: «In Steinwurfweite ist er am Haus vorbeispaziert.» Fasziniert von dem Naturerlebnis war auch ihr neunjähriger Sohn Dominik, der bereits «unzählige Bücher über die Natur besitzt», wie sein Vater stolz bemerkt. Die zweite Leidenschaft sind ferne Länder, denen der junge Jauner in Geografieheften nachspürt.

Gämsen gibt es in der Region Euschels immer noch viele zu sehen, doch hat sich ihre Zahl stark vermindert. Anteil daran hat sicher auch der Luchs, doch hat die Gamsblindheit gemäss den Aussagen von Jägern mehr Opfer verursacht.

28 Rinder in der Sömmerung

Ur-Ur-Grossvater Buchs (Posthalters) hat vor 100 Jahren, im Jahr 1902, die Ritzlialp erworben; ab 1939 wurde sie verpachtet. Erst 1997 hat ein direkter Nachkomme, Beat Buchs, die Hirtschaft übernommen. Total 28 Rinder werden seither an 95 bis 100 Tagen ennet dem Euschels gesömmert. Bauern aus Bärfischen, Rechthalten und Oberschrot bringen die Tiere bis nach Zollhaus, von wo sie via Schwarzsee über den Pass getrieben werden. Beat: «Früher hatte ich noch Schafe auf der Alp, doch schränkt der nachwachsende Wald das Weideland immer mehr ein.» Für den Lawinenschutz sei dies keine schlechte Entwicklung, meint Beat Buchs.

Auf dem Ritzli gibt es ausser den Gusti noch zwei Zwerggeissen, die dem Küherbuben Oliver Haller gehören, der bereits seinen fünften Bergsommer erlebt.

Die zum Teil steilen Weiden am Euschels verlangen eine regelmässige Pflege, insbesondere nach der Schneeschmelze. «Glücklicherweise hatten wir in diesem Jahr nur wenig Lawinenschäden», erzählt Beat. «Das war in den siebziger Jahren anders.»

Wirtefachprüfung gemacht

Als einer der wenigen Bergbeizli-Betreiber in den Freiburger Voralpen hat Beat Buchs die Wirtefachprüfung abgelegt. «Die Kurse vor drei Jahren haben natürlich mein Wissen erweitert.» Dies wird an den Details im Inneren des Restaurants deutlich, das eine gewisse Professionalität aufweist. Über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt ist die Ritzli-Röschti, an zweiter Stelle stehen Hamma und Bratwurst und an dritter wird Fondue am meisten verlangt. Seit einiger Zeit gibt es jeweils mittwochs Pizza aus dem Holzofen. «Das hat eingeschlagen», gibt sich Beat erfreut. Auch der Biresaasse-Chueche, nach einem Rezept von Schwiegermutter Buchs, hat die Stadtbaslerin Silvia mittlerweile perfektioniert. Es verwundert deshalb nicht, dass zum Kaffee echte Läckerli gereicht werden. Früchtekuchen und Meringues mit Greyerzer Nidla runden das Angebot ab.

Als guter Geist im Service wirkt in diesem Sommer die Appenzeller Studentin Brigitte. Mit ihrer natürlich-frohen Art hat sie im Nu den Zugang zu den Gästen gefunden, und diese wissen ihre Aufmerksamkeiten zu schätzen.

Selbstverständlich verfügt das Ritzli auch über ein Massenlager, wo 18 Personen untergebracht werden können. Nordisch geschlafen werden kann in den vier Zimmern (mit 2×2 und 2×4 Betten).

Geschützte Terrasse

Von der Ritzli-Terrasse aus haben die Bergtouristen einen prächtigen Blick auf die Gastlosenkette und in das Jauntal. Glücklicherweise hat Beat die Plattform auf der Südseite nicht ganz verschalt, sondern nur einen Teil überdacht, so dass das Panorama voll genossen werden kann. Der Vorbau wird von den Besuchern vor allem auch bei kühleren Temperaturen geschätzt. Als nächstes Bauprojekt möchte der gelernte Schreiner die Neugestaltung des Kinderspielplatzes vornehmen.

Vollmond-Süchtige

Im Winter ist das Ritzli zwar offiziell geschlossen, aber es gibt Ausnahmen mit Traditionscharakter: Mitglieder der Schweizer Alpen-Club-Sektion Kaiseregg unternehmen jeweils am Neujahrstag mit Schneeschuhen oder Ski den «Katerbummel» zu ihrem Tourenleiter Beat, der immer auch eine Überraschung bereit hält. Vollmond-Süchtigen werden Silvia und Beat Buchs ebenfalls gerecht. In den Wintermonaten von Januar bis März, jeweils am Freitag, Samstag und Sonntag, ist das Ritzli bei Vollmond offen. Es gäbe in Deutschfreiburg mehr Vollmond-Süchtige, als im Ritzli Platz hätten, wird etwa behauptet, und dies sei keine Übertreibung sagen Habitués, die der Karawane auf der Rückkehr in das Schwarzseetal begegnet sind.

Hinweis: Alp und Berggasthaus Ritzli-Alp, 1656 Jaun. Tel: 026 929 81 24. Geöffnet von Mai bis Ende Oktober. Zufahrt mit dem Fahrzeug von Jaun; auf der Höhe der Kirche links in Richtung Euschelspass, ca. 4,5 km. (Zufahrt von Schwarzsee gesperrt). Zu Fuss: von Schwarzsee über Euschels ca. 2 Std. Besteigungen: Fochsen (1975 m ü. M.), Spitzfluh (1951 m), Chörblispitz (2102 m). Übergang: via Combigabel in den Breccaschlund (heikel).

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