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Das grosse Aufatmen

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Das eishockeyverrückte Freiburg atmet auf: Gottéron spielt auch in der nächsten Saison noch in der Nationalliga A. Zum Ende einer gründlich missratenen Saison konnten die Freiburger das Worst-Case-Szenario, einen Abstieg in die NLB, frühzeitig abwenden. Gottéron besiegte gestern in einem lange Zeit ausgeglichenen und spannenden Spiel Ambri 5:2 und gewann somit den Playout-Final 4:1. Matchentscheidend war in erster Linie Freiburgs erster Powerplay-Block, der gleich vier Tore erzielte. Zudem gewann Benjamin Conz in seinem mutmasslich letzten Spiel für Gottéron das Goalieduell gegen Sandro Zurkirchen klar.

Gottéron zeigte von Beginn weg, dass die 1:7-Klatsche vom Dienstag in Ambri das Team eher geweckt als verunsichert hat. Die Freiburger spielten mit mehr Intensität und deutlich kompakter und konzentrierter. Das merkte auch das Publikum, das die Mannschaft so lautstark unterstützte wie schon lange nicht mehr. Gottéron hatte die besseren Chancen und liess hinten kaum etwas zu – und dennoch erzielte Ambri das erste Tor. Als Roman Cervenka in der 18. Minute auf der Strafbank sass, erzielte Jason Fuchs die Führung für die Gäste. Besonders ärgerlich war die Art des Gegentreffers. Das 0:1 fiel nämlich, für ein Power­play-­Tor untypisch, nach einem Konter. Die vier Freiburger passten in der Mittelzone nicht auf, Lorenz Kienzle liess sich von Fuchs überlaufen, und schon zog der Tessiner Stürmer alleine auf Benjamin Conz zu.

Wachgerütteltes Gottéron

Zum Glück für die Freiburger kassierte nur 15 Sekunden nach dieser kalten Dusche auch Ambri-Verteidiger Michael Ngoy eine Strafe. So ermöglichte er dem nur aus Stürmern bestehenden ersten Power­play-­Block der Freiburger den ersten grossen Auftritt. Es war Cervenka, der mit einem Handgelenkschuss Sandro Zurkirchen, dem durch Greg Mauldin und Ryan Vesce die Sicht verdeckt war, erstmals bezwang. Wie wichtig dieser Treffer war, sah man am ausgelassenen Jubel des Tschechen, der Tore normalerweise eher mit einem kurzen Kopfnicken zur Kenntnis nimmt.

Zu Beginn des Mitteldrittels verlor Gottéron dann kurz die Contenance. Innerhalb von fünf Minuten kassierten die Freiburger fünf Zweiminuten-Strafen, zwei davon wegen Reklamierens. Zwar hat Schiedsrichter Danny Kurmann, der diese beiden Strafen aussprach, tatsächlich den Hang zum Selbstdarsteller. Trotzdem waren es schwer entschuldbare Undiszipliniertheiten, die sich das Heimteam in dieser Situation leistete. Mit nur einem Gegentreffer kam Gottéron in dieser Phase noch glimpflich davon. Bevor Matt D’Agostini bei 4 gegen 3 die Gäste erneut in Führung schoss, hatte Ambri bereits eine 50 Sekunden dauernde doppelte Überzahl verstreichen lassen. Als Conz nach dem Gegentreffer reklamierte, hatten die Gäste danach zudem die Chance, im Powerplay gleich noch ein drittes Tor nachzulegen.

Zurkirchens Hilfe

Doch Gottéron überstand diese heikle Phase und fing sich wieder. Bei Spielmitte glich Michal Birner, ebenfalls in Überzahl, wieder aus. Es war der zweite Treffer des ersten Power­play-­Blocks. Seinen Anteil an diesen Toren hat auch Trainer Larry Huras. Nach dem Spiel am Dienstag in Ambri hatte Michael Ngoy noch gesagt, man habe das Powerplay Freiburgs durchschaut. Gestern nun stellte Huras um, sowohl in Sachen Positionen als auch in Sachen Spieler. Der Poker mit den fünf Stürmern ging auf.

Drei Minuten nach dem Ausgleich schoss Julien Sprunger – der gestern einmal mehr mit unbändigem Einsatz ans Werk ging und nicht nur fünf Skorerpunkte sammelte, sondern auch noch mehr als einmal in der Defensive brenzlige Situationen entschärfte – Freiburg erstmals in Führung. Bedanken konnte er sich dabei beim Gäste-Torhüter Zurkirchen, der bereits bei Birners Ausgleich nicht allzu gut ausgesehen hatte. Das 3:2 durch Sprunger musste er dann definitiv auf seine Kappe nehmen. Der Freiburger Topskorer brachte, in der Ecke auf der Torlinie stehend, den Puck einfach einmal in Richtung Zurkirchen, der mit dem Rücken die Scheibe gleich selbst ins eigene Tor ablenkte.

Vesces Doppelpack

Im Schlussdrittel war beiden Teams die Nervosität anzumerken. Zunächst hielt Conz mit einigen Paraden die Freiburger Führung fest. In den Schlussminuten zeigten sich dann die Gäste von ihrer undisziplinierten Seite. So ermöglichte Ambri dem ersten Freiburger Powerplay-Block zwei weitere Tore. Beide Treffer fielen in doppelter Überzahl, beide Treffer erzielte … Ryan Vesce. So sammelte der amerikanische Stürmer in seinem elften und letzten Einsatz für Gottéron doch noch seine ersten beiden Skorerpunkte.

Aufarbeitung erforderlich

Nach dem grossen Aufatmen geht es nun in Freiburg darum, die richtigen Lehren aus der missratenen Saison zu ziehen. In den nächsten Tagen dürfte der Club verschiedene Zuzüge und Abgänge kommunizieren. Klar ist, dass Sportchef Christian Dubé das Kader noch einmal durcheinanderwirbeln wird. Für die zuletzt wenig erfolgsverwöhnten Fans in Freiburg, die ihr Team nach dem Spiel ausgelassen feierten, besteht also durchaus die berechtigte Hoffnung, dass sie nächstes Jahr weniger leiden ­müssen.

Für Ambri geht das Zittern derweil weiter. Die Tessiner spielen ab nächster Woche in der Liga-Qualifikation gegen Rapperswil oder Langenthal um den Verbleib in der höchsten Liga.

Telegramm

Gottéron – Ambri 5:2 (1:1, 2:1, 2:0)

5623 Zuschauer. – SR Eichmann/Kurmann, Castelli/Küng. Tore: 18. (17:42) Jason Fuchs (Mäenpää/Ausschluss Cervenka) 0:1. 19. (18:25) Cervenka (Birner, Sprunger/Ausschluss Ngoy) 1:1. 26. D›Agostini (Mäenpää/Ausschlüsse Mottet, Schilt; Trunz) 1:2. 30. Birner (Sprunger, Mauldin/Ausschluss Jelovac) 2:2. 33. Sprunger (Schilt) 3:2. 54. Vesce (Birner, Sprunger/Ausschlüsse Emmerton, Hall) 4:2. 57. Vesce (Birner, Sprunger/Ausschlüsse Hall, Zgraggen) 5:2. Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Gottéron, 8mal 2 plus 5 Minuten (Hall) plus Spieldauer (Hall) gegen Ambri-Piotta. – PostFinance-Topskorer: Sprunger; Emmerton.

Freiburg-Gottéron: Conz; Glauser, Leeger; Stalder, Schilt; Kienzle, Abplanalp; Fritsche, Mauldin, Vauclair; Sprunger, Cervenka, Birner; Mottet, Vesce, Marchon; Neuenschwander, Chiquet, Steiner.

Ambri-Piotta: Zurkirchen; Berger, Mäenpää; Ngoy, Jelovac; Trunz, Collenberg; Zgraggen; Kostner, Hall, Lauper; Guggisberg, Emmerton, D’Agostini; Duca, Goi, Bastl; Stucki, Jason Fuchs, Lhotak; Trisconi.

Bemerkungen: Gottéron ohne Picard (überzähliger Ausländer), Rivera (gesperrt), Neukom, Loichat, Schmutz, Bykow und Rathgeb. Ambri-Piotta ohne Gautschi, Monnet, Descloux (alle verletzt), Fora (gesperrt), Pesonen und Balej (überzählige Ausländer). – 42. Lattenschuss Jelovac. – Timeouts: Gottéron (56.), Ambri (60.). – Ambri von 58:40 bis 59:30 und ab 59:42 ohne Goalie.

Die FN-Besten: Sprunger, D’Agostini.

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