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Das letzte Wasserrad steht bald still

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Die Knochenmühle in Blumisberg bei Wünnewil ist eine der wenigen Einrichtungen im Kanton Freiburg, die noch mit einem Wasserrad betrieben werden. Am Lauf der Taverna ist sie die letzte von einst über einem Dutzend wasserbetriebener Anlagen–zählt man jene an den Zuflüssen hinzu.

Für die Besitzer Margrit und Thomas Winzenried wäre die sogenannte Knochenstampfe ohne Wasserrad «wie ein Flugzeug ohne Flügel», sagt Margrit Winzenried. Mit der Fertigstellung der ersten Etappe zum Hochwasserschutz an der Taverna wird Ende Jahr jedoch genau dies eintreten; das Wasserrad wird trockengelegt. Und in der Folge würden Winzenrieds das Zeitzeugnis (siehe Kasten) wohl früher oder später räumen.

Kulturgüterdienst hilft mit

Genau dies wollen der Freiburger Kulturgüterdienst, die Gemeinde Wünnewil-Flamatt und die Familie Winzenried eigentlich verhindern. «Uns liegt viel daran, dass die Knochenstampfe erhalten bleibt», sagt Heinz Schuler, Bauberater der Denkmalpflege beim Amt für Kulturgüter. Deshalb hat die Gemeinde eine Studie für ein sogenanntes «Tiroler Wehr» in Auftrag gegeben.

In der Annahme, dass dieses Wehr Hochwasserschutz-kompatibel ist und zugleich das Rad mit Wasser bedient, hat die Gemeinde beim Kanton ein entsprechendes Vorgesuch eingereicht. Die Stellungnahme des Kantons habe aber ergeben, dass dieses nicht bewilligt werden könne, wie Marius Cotting, Bauamtleiter von Wünnewil-Flamatt, erklärt. 

Die Zeit drängt

Ein Projekt für ein herkömmliches Wehr könnte hingegen auf Zustimmung stossen, sagt Cotting. Bis ein solches Projekt ausgearbeitet, bewilligt und ausgeführt ist, fliesst aber noch viel Wasser die Taverna hinunter. Die Gemeinde Wünnewil-Flamatt hat deshalb entschieden, das Hochwasserschutzprojekt ohne das Wehr für die Knochenstampfe weiterzuführen, wie der Gemeinderat in der aktuellen «WüFla» mitteilt.

«Es wollen alle ein Wehr, doch wir können mit den Hochwasserschutzarbeitennicht zuwarten», sagt Marius Cotting.

Das Geld wäre vorhanden

«Jammerschade» sei es, betont der Bauamtleiter, wenn dieser Zeitzeuge eliminiert würde. Die Gemeinde habe sich deshalb für den Erhalt der Knochenstampfe eingesetzt und wäre bereit, finanzielle Mittel für den Bau eines Wehrs zu sprechen.

An den Finanzen soll das Projekt nicht scheitern: «Es sind genug Spender da», sagt Margrit Winzenried und erklärt, dass sie schon vor sechs Jahren entsprechende Studien habe ausarbeiten lassen. Auch der Bund, der Kanton und Pro Patria würden Gelder sprechen, sagt Heinz Schuler vom Kulturgüterdienst. Doch eines fehlt: «Es muss jemand als Bauherr auftreten und mit einem Ingenieur ein bewilligungsfähiges Projekt ausarbeiten», sagt Marius Cotting.

Kein definitives Aus

Liegt das Wasserrad Ende Jahr trocken, ist das aber noch nicht das definitive Ende der Knochenstampfe. Denn die Stellungnahmen von Bund und Kanton gehen gemäss Jean-Claude Raemy vom kantonalen Sektor für Verwaltung und Schutz der Gewässer nicht so weit, dass sie eine zukünftige Reaktivierung der Mühle ausschlössen. Auch die Bauarbeiten zum Hochwasserschutz würden den späteren Bau eines Wehrs nicht verunmöglichen, sagt Marius Cotting. Je länger man damit zuwarte, desto grösser sei jedoch die Gefahr, dass gar nichts mehr geschehe.

Zur Geschichte

Knochenmehl diente als Düngemittel

Die Knochenstampfe war 1922 von Hans Winzenried, dem Grossvater des heutigen Besitzers Thomas, erworben worden. Bis Mitte der Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts wurden–vor allem als Dünger für den eigenen Hof–Knochen zu Knochenmehl gemahlen. Die Knochenstampfe wird heute zu Demonstrationszwecken betrieben. Mit dem Wasserrad wird für den Eigengebrauch Strom fabriziert.ak

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