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Das Loch in den Kassen der Heime

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Als hätte es noch eine Bestätigung gebraucht: Gestern wurden im Glanebezirk nach längerer Zeit wieder vier positiv auf das Coronavirus getestete Personen in zwei Pflegeheimen registriert. Die Vereinigung freiburgischer Alterseinrichtungen hat gestern in Givisiez ihre erste Generalversammlung 2020 abgehalten und dabei zur Wachsamkeit ermahnt. «Das Verhalten hat sich in letzter Zeit geändert. Das Personal muss Besucherinnen und Besucher von Pflegeheimen öfter daran erinnern, dass sie sich an die Schutzmassnahmen halten müssen. Die Pandemie bleibt für die Senioren gefährlich», sagte Emmanuel Michielan, Generalsekretär der Vereinigung, gestern vor den Medien. Bei einer Verschärfung der Lage müssten die Besuchsmöglichkeiten eventuell wieder eingeschränkt werden.

Über 40 Opfer in Heimen

Die gestrige Versammlung bot Gelegenheit, eine Bilanz aus Sicht der Freiburger Heime zur Corona-Pandemie zu ziehen. Mit etwas über 40 Personen ist rund die Hälfte aller Freiburger Covid-Opfer in Pflegeheimen gestorben, sagte Michielan. Etwa ein Drittel der Heime seien stark betroffen gewesen – mit fünf oder mehr positiven Fällen unter den Bewohnerinnen und Bewohnern. «In mehr als der Hälfte aller Heime gab es aber auch gar keinen Fall», so Michielan.

Gestern hat die Vereinigung der Alterseinrichtungen erstmals eine Zusammenstellung der finanziellen Auswirkungen der Pandemie auf die Freiburger Pflegeheime vorgestellt. «Die finanzielle Einbusse beträgt rund sieben Millionen Franken», so Michielan. Davon seien sechs Millionen Franken bisher aufgelaufen, eine weitere Million dürfte noch dazukommen. «Diese Zahlen gelten aber nur unter der Annahme, dass die Heime nicht von einer zweiten Welle erfasst werden.»

Eine Million Franken kosteten zusätzliche Pflegedotationen für Nachtarbeit, verstärkte Präsenz oder Besuchskontrolle. Die Summe umfasst die Kosten von 23 Vollzeitstellen über sechs Monate. 1,5 Millionen Franken machte das zusätzlich notwendig gewordene Schutzmaterial (Masken, Kittel, Handschuhe, Desinfektionsmittel und Brillen) aus. Auf eine Million wird der Verlust der Cafeterias geschätzt.

Dazu kommen mehrere Hunderttausend Franken für Corona-­Tests beim Personal, für Zusatzaufwände im Mahlzeitendienst oder bei der Reinigung, für die Infrastruktur für Besuche, für Personalkosten von Ärzten oder Zivilschutz und für Ersatzpersonal sowie Mehrkosten bei der Informatik und der Verwaltung.

«Bei einer Million Pflegetage im Jahr macht dies sieben Franken pro Pflegetag aus», erklärt Michielan. «Das ist eine Verteuerung um 2 Prozent.»

Das Ende der Doppelzimmer?

Die Verluste fielen zum Teil für die öffentliche Hand an, das heisst für Kanton und Gemeinden, insbesondere bei der Pflege. Bei Verlusten in der Cafeteria oder durch zusätzliche Infrastruktur für Besuche gebe es keine Kostenübernahme, erklärt der Generaldirektor.

Pierre Aeby, Präsident der Vereinigung, machte auch da­rauf aufmerksam, dass aufgrund der Krise eine grosse Anzahl Betten während mehrerer Wochen leer blieb. Der Aufwand für Betreuung und Pflege blieb aber derselbe. «Familien hatten lange Angst davor, ihre Verwandten ins Heim zu schicken.» Erst im August waren die Betten wieder wie Anfang Jahr belegt. Emmanuel Michielan präzisiert, dass gemäss einer Umfrage von Ende Juni vier Fünftel aller Heime die Krise gut überstanden haben. Fünf Heime hatten aber über längere Zeit mehr als 10 Betten frei, ein Heim gar 18 Betten über drei Monate. «Insbesondere Doppelzimmer konnten nicht mehr gefüllt werden», so Michielan. Die Krise werde wohl das Ende der Doppelzimmer beschleunigen, meinte er.

Der Präsident und der Generalsekretär betonten auch, dass es für die Heime vor allem zu Beginn der Pandemie schwierig gewesen sei, ihre Anliegen anzubringen. «Gerade die Kommunikation mit dem Spital war schwierig», so Michielan. Zuerst habe man dort vergebens angeklopft, um Schutzmaterial zu erhalten. Dann seien die Heime auch mit der Bitte abgeblitzt, Bewohner ins Spital schicken zu dürfen, um das eigene Personal zu entlasten. «Funktionierende Kommunikationskanäle kamen erst später zustande», so Michielan.

Die Vereinigung der Heime sei im Führungsorgan nicht vertreten gewesen. Man habe deswegen über die Oberämter intervenieren müssen. Auch jetzt sind die Pflegeheime in der Taskforce der Gesundheitsdirektion nicht vertreten.

Personal

Generalsekretärin für die Freiburger Pflegeheime

Claude Bertelletto Küng wird neue Generalsekretärin der Vereinigung freiburgischer Alterseinrichtungen. Sie wurde den Teilnehmern der gestrigen Generalversammlung als Nachfolgerin von Emmanuel Michielan vorgestellt. Dieser wird am 1. Januar 2021 neuer Direktor bei Pro Senectute Freiburg, nachdem er 17 Jahre den Alterseinrichtungen gedient hat.

Claude Bertelletto Küng ist 54-jährig, studierte Rechtsanwältin und wohnt in Murten. Sie kennt die politische und administrative Funktionsweise Freiburgs und insbesondere des Gesundheits- und Sozialwesens bestens. Sie war fast sieben Jahre Vorsteherin des kantonalen Schulzahnpflegediensts. Derzeit ist sie Leiterin der Covid-19-Taskforce der Gesundheitsdirektion.

Weiter wurde gestern der Vorstand teilweise erneuert. Präsident bleibt Pierre Aeby, der die Fusion mit dem Spitex-Verband weiter vorantreiben will.

uh

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