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Das Museum Vallon stellt sich selbst aus

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Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens ist im Römermuseum in Vallon ab Samstag eine Sonderausstellung zu sehen. Ihr Titel lautet: Und wenn es das Museum nicht gäbe? Die Antwort auf diese Frage gibt Clara Agustoni, Konservatorin und Kommissarin der Ausstellung, gleich selbst. «Dann hätten wir hier Felder oder ein Wohnquartier. Die zwei Mosaike, Bacchus und Ariadne sowie das Jagdmosaik, wären nicht in situ konserviert. Es gäbe keine thematischen Wechselausstellungen, keine didaktischen Aktivitäten und keine Besucher, die sich in Vallon über die römische Geschichte informieren.»

Das Römermuseum steht auf einer historischen Fundstelle. In den 1970er-Jahren gab es hier erste Funde. Bei Grabungen in den 1980er-Jahren und den folgenden Jahrzehnten wurden die zwei Mosaiken entdeckt, die noch heute am selben Ort wie bei ihrer Erstellung vor über 1700 Jahren sind. Das Museum wurde über diesen Mosaike gebaut, die sich in einem grossen römischen Landgut befanden. An der Einweihung im Jahr 2000 waren unter anderem der damalige Bundesrat Joseph Deiss und Staatsrat Augustin Macheret anwesend.

Handlungsbedarf

Nun, 20 Jahre später, ist es laut Reto Blumer an der Zeit, das Römermuseum von morgen zu entwickeln. Er ist seit Mitte vergangenen Jahres Freiburger Kantonsarchäologe und Direktor dieses Museums. Zum einen sieht er Handlungsbedarf bei der Infrastruktur: «Diese muss an die musealen Bedürfnisse angepasst werden», sagt er. Als Beispiel nennt er die Belüftungsanlage. Einige Objekte könnten in Vallon nicht ausgestellt werden, weil die Anlage das Raumklima nicht ausreichend konstant halten könne. Weiter sollten digitale Mittel in der Ausstellung zum Einsatz kommen.

Zum anderen besteht laut Reto Blumer Handlungsbedarf in den Verwaltungsstrukturen des Museums und in seiner Finanzierung. Das Gebäude gehört der Stiftung Pro Vallon, die Mosaike der Gemeinde Vallon und die Fundobjekte dem Kanton. Für den Betrieb sorgen im Wesentlichen ein Vollzeitangestellter und die Kuratorin, welche beim Amt für Archäologie des Kantons angestellt ist. «Wir stossen an die Grenze des Machbaren», sagt Reto Blumer. Das Museum sei zwar sehr nah am Kanton, aber nicht Teil von diesem. Eine stärkere Integration sei zu überlegen.

Die finanziellen Mittel der Stiftung Pro Vallon würden abnehmen, so Reto Blumer. Er wünsche sich, dass die Zukunft des Museums für zehn bis zwanzig Jahre sichergestellt werden könne. «Wir wollen nicht jedes Jahr Bitti-Bätti machen müssen, weil das Überleben nicht gesichert wäre.»

Einblicke

In der Sonderausstellung blicken die Museumsverantwortlichen auf die Geschichte der Institution und ihre Aktivitäten zurück. Inmitten einer Holzlattenkonstruktion, die an die Fassade des Museums erinnert, befinden sich elf Stationen mit Informationen über das Museum (siehe Kasten). «Wir erzählen, wer wir sind, und was wir machen», sagt Clara Agustoni. Die Besucherinnen und Besucher sehen, mit welchen Gegenständen Archäologen arbeiten, und wie die Forscher ihre Erkenntnis und Entdeckungen der Öffentlichkeit zugänglich machen. In einem Leiterlispiel erfahren Jung und Alt Anekdoten über das Museum.

In drei Holzkisten, die an grosse Transportkisten erinnern, sind Objekte aus der Römerzeit ausgestellt. Kleine Gucklöcher auf unterschiedlichen Höhen geben den Blick auf die Exponate frei. Letztere werden von Zeit zu Zeit ausgetauscht und sind in drei Themengebiete eingeteilt: Wohnstätte, Bewohner und Gewohnheiten.

Zahlen und Fakten

Schweizer Besucher dominieren

Seither der Museumseröffnung kamen über 130 000 Besucher. Seit zehn Jahren sind es rund 5300 Personen pro Jahr. 47 Prozent sind Kinder, 34 Prozent Erwachsene und 19 Prozent Senioren. Sie kommen vor allem aus der Schweiz: Freiburg 43 Prozent, Waadt 25 Prozent, restliche Schweiz 25 Prozent, Ausland 7 Prozent. Sie nahmen an 1556 Führungen, rund 850 Workshops und 53 Vorträgen und Lesungen teil. Das Budget für 2020 beträgt 268 760 Franken: 71 Prozent aus öffentlichen Subventionen, 14,7 Prozent Eigenmittel, 14 Prozent Einnahmen aus Eintritten, Führungen und dem Museumsladen, sowie 0,3 Prozent private Subventionen.

jmw

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