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Das Reich der Schmetterlinge

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Susan Boo aus Überstorf hat einen Faltergarten geschaffen

Autor: Von FADRINA HOFMANN

Das kleine Taunerhaus von Susan Boo und Stephan Michel liegt am Waldrand bei Überstorf, auf der «Warmen Seite». Es ist ein idyllischer Ort, umgeben von Hecken, mit einem Biotop und einem wild kultivierten Garten. Seit zwölf Jahren wohnt das Paar in diesem Haus. Die ausgebildete Lehrerin für geistig Behinderte frönt hier vor allem ihren Leidenschaften, der Keramik und den Schmetterlingen.

Im Garten Raupen retten

Bereits beim Eingang fällt ein Holzkasten mit einem Drahtnetz auf. Im Innern verpuppen sich gerade mehrere Raupen auf Zweigen. Auf dem Gartentisch stehen im Schatten verschiedene untere Hälften von Pet-Flaschen. Darüber sind jeweils feine Netze gespannt und mit einem Gummi befestigt. Im Innern der Flaschen klammern sich Schwalbenschwanz-Raupen an Fenchelstangen fest. Susan Boo nimmt eine Flasche mit einer fetten Raupe: «Diese wird sich bald verpuppen und dann stelle ich sie in die Kiste», sagt die Hobby-Gärtnerin.Susan Boo sammelt die Raupen in ihrem Garten und hebt sie in den eigens dafür gefertigten Gefässen auf, um sie vor Vögeln und Insekten zu schützen. Danach füttert sie die Tierchen, bis sie gross genug zum Verpuppen sind. «Dieses Jahr ist es schwierig, es hat wenig Raupen», sagt die «Schmetterlingsmutter» besorgt.

«Es braucht Inseln»

Der Garten von Susan Boo ist schmetterlingsfreundlich angelegt. Das bedeutet, dass sie zum Beispiel regelmässig Fenchel, Dill und Karotten anpflanzt. Die meisten Raupen können nämlich auch mit den nektarreichsten Blüten nichts anfangen. Sie brauchen ganz bestimmte Futterpflanzen, wie wilde Karotten oder Faulbaum. Diese fehlen oftmals in den Gärten. Grünzeug wie Brennnesseln und Disteln sind bei den Gartenbesitzern sogar verpönt.«Es braucht nur einige Inseln, damit die Schmetterlinge sich vermehren können», sagt Susan Boo. Damit meint sie kleine, ungedüngte Flächen mit Futterpflanzen für die Schmetterlinge.

Den Boden pflegen, nicht bekämpfen

Ihre Liebe zu den Faltern hatte angefangen, als sie einmal einen verzweifelten Schmetterling auf Futtersuche beobachtete. Da ging ihr auf, wie wichtig ein ausgewogenes Angebot an Nahrung für diese Insekten ist. Später hat Susan Boo auf engstem Raum einen vielfältigen Garten angelegt. Sie konnte beobachten, wie jedes Jahr mehr Schmetterlinge da waren. Heute flattern unter anderem Kleine Füchse und Ochsenaugen, Zitronen-, Distel- und C-Falter, Admirale und Landkärtchen und natürlich Schwalbenschwänze im grünen Falterparadies herum.Für die Hobby-Gärtnerin sind nicht nur die Schmetterlingspflanzen ein wichtiger Faktor im Garten. «Das Non-Plus-Ultra ist der Boden», verrät Susan Boo. Sie handelt nach dem Prinzip: den Boden nicht bekämpfen, sondern pflegen. Um das Gleichgewicht im Boden zu erhalten, arbeitet die Hobby-Gärtnerin mit Mikro-Organismen (siehe Kasten). «Das gibt dem Boden Power, verhindert Fäulnis und es wachsen gesunde Pflanzen», ist sie überzeugt.

Drei wirksame Tipps

Auch im Schmetterlingsgarten gibt es Probleme, vorwiegend mit Mäusen und Schnecken. Doch Susan Boo wendet zahlreiche biologische Tricks an, die die Pflanzen vor den Schädlingen schützen. «Ich muss nicht produzieren und habe darum die Möglichkeit, den Garten vielfältig zu bepflanzen», sagt sie.Für Hobby-Gärtner, die ebenfalls ein schmetterlingsfreundliches Umfeld schaffen möchten, hat Susan Boo drei Einsteigertipps: 1) Beim Rasenmähen kleine Wiesenflächen stehen lassen. 2) Im Garten oder auf dem Balkon Futterpflanzen setzen. 3) Auf Insektizide verzichten und nektarreiche Blumen und Sträucher setzen. «Es braucht nicht viel, um den Schmetterlingen ein Angebot bereitzustellen, nur kleine Oasen», meint die Schmetterlings-Liebhaberin.Im Jahr 2005 hat Susan Boo eine Auszeichnung von Pro Natura erhalten. Im Rahmen der Kampagne «Mehr Platz für Schmetterlinge» hat sie ein Zertifikat erhalten.Die Faszination für den Schmetterling beginnt für die Hobby-Gärtnerin bereits beim komplizierten Entstehungsprozess vom Ei über die Raupe und die Verpuppung bis zum Schmetterling. «Es entsteht etwas Leichtlebiges, das von perfekter Schönheit ist», meint Susan Boo.Im Moment sind rund 15 Puppen in ihrer Obhut, fünf Schmetterlinge sind bereits geschlüpft. Mittlerweile hat sie sogar den «Raupen-Blick» bekommen, mit dem sie die kleinen Tiere auf Blättern und Zweigen entdeckt. Im letzten Herbst hat die Schmetterlingsmutter rund 80 Schmetterlingspuppen in ihrem Holzkasten gesammelt. Dieses Jahr werden es wohl weniger sein. Trotzdem werden auch in Zukunft noch unzählige Falter dank Susan Boos Fürsorge im Naturgarten herumflattern und sie mit ihrer Anmut erfreuen.

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