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Das ungleiche Brüderpaar

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Marco ist 192  Zentimeter gross und Verteidiger, Sandro 15  Zentimeter kleiner und Stürmer – stünde nicht bei beiden der Name Forrer auf dem Trikot, niemand käme auf die Idee, dass sie Brüder sein könnten. Bittet man sie darum, sich gegenseitig zu beschreiben, wird schnell klar, dass sich die Brüder nicht nur in Sachen Erscheinungsbild und Position unterscheiden. «Sandro ist ein lauter Typ, ab und zu frech. Wenn man mit ihm unterwegs ist, läuft immer etwas», sagt Marco Forrer (22), der gross gewachsene Verteidiger, über seinen eineinhalb Jahre jüngeren Bruder. Sandro Forrer, der wirblige Stürmer, reagiert prompt: «Marco ist das Gegenteil von mir, eher der ruhige Typ, der gerne schläft. Es kommt jedenfalls nie Hektik auf, wenn man mit ihm unterwegs ist.»

Der kräftige Arbeiter und das unberechenbare Talent

Forrers zelebrieren ihre Ge-gensätzlichkeit, betonen aber gleichzeitig, dass sie sich sehr nahestehen. «Wir ergänzen uns gut, nicht zuletzt deshalb, weil wir viele Dinge oft von einer ganz anderen Seite betrachten. Wenn wir mit Problemen zueinander kommen, schaffen wir es deshalb immer wieder, einander aufzubauen», sagt Marco. Sein Bruder ergänzt: «Wir können über alles reden, egal ob über die Freundin, die Familie oder das Eishockey. Marco hilft mir auch, wenn ich etwas nicht kann. Allerdings nicht unbedingt im handwerklichen Bereich, da ist er nicht sehr begabt», sagt Sandro schmunzelnd. Die beiden sind sich einig: Marco, der das Gymnasium abgeschlossen hat, ist der Kopfmensch, der gelernte Autofachmann Sandro der manuelle Typ.

 

Was im 45-minütigen Gespräch schnell klar wird: Die Brüder necken sich gerne, auch wenn es ums Eishockey geht. «Er spielt ja sogar verkehrt Hockey, nämlich rechts», sagt Sandro über Marco und schmunzelt. Sandro war stets der talentiertere von beiden. «Das ist er immer noch», gibt Marco zu. «Er ist technisch sehr begabt. Wenn er den Puck hat, weisst du, dass irgendetwas passieren wird. Als Mitspieler kannst du nur hoffen, dass es das Richtige ist. Aber als Verteidiger ist es definitiv nicht leicht, gegen ihn zu spielen.» Das attestiert im Gegenzug auch Stürmer Sandro seinem Bruder: «Marco räumt hinten auf. Er ist jemand, der Freiburg sicher guttut, einer, der die Gegner weghaut. Marco arbeitet immer hart, da kann ich mir noch eine Scheibe von ihm abschneiden.» Hart zu arbeiten sei für ihn unverzichtbar, er müsse sich ganz klar auf seine Stärken konzentrieren, sagt Marco. «Das Defensivspiel und die Physis sind gut, der erste Pass ist okay – und wenn ich im gegnerischen Drittel bin, bin ich froh, wenn jemand anderes die Scheibe hat», sagt er selbstironisch. «Dafür will ich, dass die Gegner in dieser Saison sagen: Gegen Freiburg spielen wir nicht gerne, weil wir dann immer mit blauen Flecken nach Hause gehen.»

Leidenschaft fürs Eishockey von der Mutter geerbt

Was das ungleiche Brüderpaar eint, ist die Leidenschaft fürs Eishockey. «Die haben wir vor allem von der Mutter geerbt», sagt Sandro. Claudia Frenzel war Torhüterin des Frauen-Nationalteams – und hat gleich all ihren vier Kindern die Liebe zum Spiel mitgegeben. Der 19-jährige Claudio Forrer spielt bei den Elite-B-Junioren des EHC Winterthur und gehört zum erweiterten Kader des NLB-Teams. Die 17-jährige Ramona Forrer hütet das Tor der (männlichen) Junioren Winterthurs und ist Teil des Nachwuchsnationalteams der Frauen.

Wie muss man sich die Jugendzeit der Forrers im thurgauischen Steckborn vorstellen? «Natürlich spielten wir oft draussen auf den Rollerblades. Einmal kam der Nachbar rüber – aber es blieb bei dem einen Mal», erklärt Marco. Der Grund? «Wir sind alle relativ ehrgeizig, deshalb artete es meist aus. Zum Glück hatten wir nebenan einen Rasen. Wenn jemand einen Check kassierte, landete er meist relativ sanft.» Kaputt ging so bloss ab und zu ein Fensterglas.

Die Hoffnung auf den Karriereschub in Freiburg

Nicht nur auf dem heimischen Vorplatz waren Forrers ambitioniert. Marco und Sandro wechselten früh zunächst zu Winterthur und später zum EV Zug. Beide spielten regelmässig in den Schweizer Nachwuchsnationalmannschaften.

Der Schritt ins Profigeschäft verlief für beide jedoch harzig. Stürmer Sandro Forrer stand letzte Saison unter Harold Kreis zwar 18 Mal beim EV Zug in der NLA auf dem Matchblatt, erhielt im Schnitt aber bloss 2:45 Minuten Eiszeit pro Spiel. Zur Entfaltung kam er nur mit der EVZ Academy in der NLB, wo er in 31 Spielen 11 Tore schoss und 18 vorbereitete. In Freiburg will er seine Karriere nun neu lancieren, sich in der NLA etablieren und weiter an sich arbeiten. «Ich kann noch an Kraft zulegen, mental besser werden und härter schiessen.»

Die Karriere von Bruder Marco ist ebenfalls ins Stocken geraten. Beim HC Davos rückte er unter Arno Del Curto in der Verteidiger-Hierarchie immer weiter nach hinten. Obwohl er noch ein Jahr Vertrag gehabt hätte, kam es zur Trennung. «Es war zu viel vorgefallen, und es wäre nicht mehr gegangen», sagt Marco, ohne ins Detail zu gehen. «Nun will ich mich bei Gottéron etablieren.» Er müsse vor allem an seiner Schnelligkeit und Agilität arbeiten, sei aber überzeugt, dass ihm das besser gelinge als in Davos. «Es ist alles viel ruhiger hier. Auch der Coach ist ruhiger. Mir hilft das, denn wenn ich einen dummen Fehler mache, weiss ich das selber, da brauche ich nicht noch einen, der es mir ins Gesicht schreit.»

Sandro und Marco Forrer haben in Freiburg beide einen Einjahresvertrag unterschrieben und sind erstmals seit drei Jahren, als sie bei den EVZ-Junioren zusammenspielten, wiedervereint. Da Sandro zum Zeitpunkt von Marcos Unterschrift bereits eine kleine Wohnung gefunden hatte, wohnen sie nicht zusammen, sondern beide alleine in der Stadt Freiburg. Dank Gottéron gehen die Brüder aber immerhin wieder gemeinsam ihrer grossen Leidenschaft nach – fast wie früher auf dem elterlichen Vorplatz in Steckborn.

Die weiteren Neuverpflichtungen

Von gestandenen Internationalen bis zur möglichen Trouvaille

Die Gebrüder Forrer sind nicht die einzigen Spieler, die Sportchef Christian Dubé auf diese Saison hin zu Gottéron geholt hat. Da wären natürlich zunächst die beiden Topshots Reto Berra und Philippe Furrer (siehe auch FN vom Samstag). Beide gehören zum Besten, was das Schweizer Eishockey zu bieten hat. Hinzu kommen fünf weitere vielversprechende Spieler.

Der 33-jährige Verteidiger Philippe Furrer spielte letzte Saison sowohl beim Playoff-Finalisten Lugano als auch im Schweizer Dress an den Olympischen Spielen in Pyeongchang in der ersten Defensivformation. Der 186  Zentimeter grosse und 92  Kilogramm schwere Berner ist ein robuster, grundsolider Verteidiger mit guter Spielauslösung. Furrer ist zudem ein passabler Powerplay-Spieler. Letzte Saison schoss er für Lugano in 55 Spielen 3 Tore und bereitete 21 vor. Ins Auge sticht aber insbesondere die bemerkenswerte Plus-Minus-Bilanz von +41.

Torhüter Reto Berra kam sowohl in der NHL mit den Anaheim Ducks als auch in der AHL mit den San Diego Gulls letzte Saison auf starke Abwehrquoten von über 92  Prozent. Zudem holte der 31-jährige, 194  Zentimeter grosse Hüne im Mai mit der Schweiz an der WM in Dänemark Silber. Allerdings kam der Zürcher dort nur in der Vorrunde zum Einsatz, leicht angeschlagen musste er in der K.o.-Runde Leonardo Genoni den Vortritt lassen.

Nebst den beiden gestandenen Internationalen hat Gottéron mit Samuel Walser einen weiteren Spieler aus dem Dunstkreis der Nationalmannschaft verpflichtet. In diesem Jahr fuhr der 26-jährige Center mit an die WM, kam aber nicht zum Einsatz. Trotzdem hat Walser bereits 38 A-Länderspiele absolviert, sieben davon bei den Weltmeisterschaften 2016. Der robuste Stürmer (190  cm, 95  kg) gilt in erster Linie als Defensivcenter. Dennoch hat der Oltner in seiner produktivsten Saison beim HC Davos 2015/16 zwölf Tore geschossen und 13 vorbereitet. Zuletzt aber stagnierte Walser im Bündnerland. Trotzdem kam er aber auch letzte Saison immerhin auf acht Tore und zehn Assists.

Den gleichen Weg wie Walser hat Noah Schneeberger genommen. Nach sechs Jahren in Davos sucht auch der 30-jährige Verteidiger eine Luftveränderung. Der Langenthaler hat ebenfalls bereits 27 A-Länderspiele und eine WM-Teilnahme (2016) vorzuweisen. Das letzte Länderspiel liegt allerdings bereits über eineinhalb Jahre zurück. Schneeberger ist mit 187  Zentimetern ebenfalls gross gewachsen, ist jedoch nicht als physischer Spieler bekannt. Dafür hat der Verteidiger einen guten Pass und durchaus auch Offensivqualitäten. Zwischen 2014 und 2017 holte er in drei Saisons hintereinander jeweils zwischen 18 und 22 Punkte. Zuletzt wurde der passable Powerplay-Spieler von HCD-Trainer Arno Del Curto jedoch in einer defensiveren Rolle eingesetzt. Weil auch noch Verletzungen dazukamen, sammelte Schneeberger letzte Saison nur gerade sechs Pünktchen. Bei Gottéron erhofft er sich nun wieder eine offensivere Rolle und einen Karriereschub.

Den erhofft sich auch Makai Holdener. Vor einigen Jahren als eines der grössten Talente seines Jahrgangs (1997) gehandelt, bereitete dem Genfer der Sprung ins Erwachsenenhockey Mühe. In 43 Spielen mit Servette kam der niederländisch-schweizerische Doppelbürger letzte Saison auf zwei Tore und drei Assists. Trotz weiterlaufendem Vertrag war Holdener deshalb auf dem Markt, als Christian Dubé im Juli Last-minute-Ersatz für den überraschend abgewanderten Chris Rivera suchte. Gut möglich, dass sich Holdener als Trouvaille erweist. Der schnelle Stürmer war in der Vorbereitung eine der positiven Überraschungen. Der 183  Zentimeter grosse Holdener ist zwar noch sehr schmalbrüstig, bringt aber Intensität und Torgefahr ins Spiel, was er mit seinen vier Toren in den sieben Vorbereitungsspielen angedeutet hat.

Tore schiessen soll auch Lukas Lhotak. Denn das ist wohl die Hauptstärke des 25-jährigen Tschechen mit Schweizer Lizenz. Letzte Saison erzielte Lhotak für Ambri 13 Tore und fünf Assists und war wichtiger Bestandteil im Powerplay. Dass der 183  Zentimeter grosse Stürmer, der vor knapp zwei Jahren zu drei Einsätzen mit der tschechischen Nationalmannschaft kam, insbesondere in der Rückwärtsbewegung noch Steigerungspotenzial hat, zeigt seine miserable Plus-Minus-Bilanz aus der letzten Saison (-15).

Der Rückwärtsgang funktioniert bei Andrew Miller gut. Der einzige neue Ausländer ist ein intelligenter Stürmer, der die Defensivarbeit nie vernachlässigt. Offensiv dürfte er nicht so stark sein wie der abgewanderte Ausnahmekönner Roman Cervenka. Doch auch Miller hat gute Hände und eine gute Spielübersicht. Letzte Saison kam der Amerikaner in der AHL für die Charlotte Checkers in 55 Spielen auf 15 Tore und 37 Assists. In der NHL kam Miller in seiner Karriere bloss zu 15 Einsätzen, wohl auch, weil er mit 178  Zentimetern eher klein gewachsen ist. Für den morgen 30  Jahre alt werdenden Stürmer ist Freiburg die erste Station in Europa.

fm

 

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