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Den Weg aus der Sackgasse finden

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Menschen, die einen grossen Schicksalsschlag hinter sich haben oder über längere Zeit grossen psychischen Belastungen ausgesetzt sind, sehen möglicherweise nur noch einen Ausweg aus der Situation: die Selbsttötung. Doch dies muss und darf nicht sein. «Die Symptome für solche Gedanken können erkannt werden und Depressionen kann man behandeln», sagt Patrick Haemmerle, Präsident des Vereins Suizid-Prävention Freiburg und Spezialarzt für Jugend- und Kinderpsychiatrie. «International gesehen hat etwa jeder achte Jugendliche behandlungsnotwendige psychische Störungen», sagt der Psychotherapeut, «auf das ganze Leben gesehen sogar eine Person auf zwei». Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit des Problems.

Hohe Suizidraten

«Die Schweiz hat leider traditionell sehr hohe Suizidraten», sagt Stephan Kupferschmid, Chefarzt der Integrierten Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland und Vorstandsmitglied der Initiative zur Prävention von Suizid in der Schweiz, Ipsilon. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, ist ein breit gestütztes Netz an Fachpersonen unerlässlich. Doch trotz der im Vergleich zu anderen Ländern guten Versorgung mit Kinder- und Jugendpsy­chi­atern – in der Schweiz seien es derzeit über 600 – ist die Nachfrage nach diesen Angeboten noch immer kaum bewältigbar. «Wir Kinder- und Jugendpsychiater, sowohl in den Institutionen wie in der Privatpraxis, leiden unter einer ständigen Überbelastung wegen der gros­sen Nachfrage», sagt Haemmerle, was sein Kollege Kupferschmid nur bestätigen kann.

Doch beide Fachärzte sind sich einig, dass Menschen, und vor allem Jugendlichen mit psychischen Problemen, geholfen werden muss. Dabei liegt die Verantwortung auch auf der Bevölkerung. Wenn jemand eine potenziell suizidale Person kennt, dürfen die Signale keinesfalls missachtet werden, sondern die Person solle auf weitere Verhaltensauffälligkeiten beobachtet werden, und «bei Bedarf würde ich an eine Fachperson weiterempfehlen», führt Kupferschmid aus.

Die Schule ist wichtig

Suizidprävention beginnt gerade bei Minderjährigen allerdings schon viel früher als bei der Entdeckung dieser «schwarzen Gedanken». So spielt etwa die Schule eine wichtige Rolle für die psychische Gesundheit von heranwachsenden Personen. Ein gutes Schulklima ist die Grundlage dafür, dass ein Jugendlicher sich wohlfühlen kann in seinem Alltag. «Gerade Mobbing hat in der Schule ja häufig Relevanz. Diese Personen müssen von der Schule dann auch besonders geschützt werden», sagt Kupferschmid. Ein Wir-Gefühl und die Identifikation mit der Schule stärken dabei den Zusammenhalt der Schülerinnen und Schüler. Jedoch liegt es auch an den Lehrpersonen, über die ganze Zeit den Studierenden auf allen Ebenen Aufmerksamkeit zu gewähren und Konflikte bereits früh anzugehen.

Auch der Unterricht kann entsprechend gestaltet werden. Kupferschmid befürwortet zum Beispiel «die sehr wirksame Methode, das Thema psychische Gesundheit zu thematisieren, ohne dabei zu stark auf Suizid selbst einzugehen. Dass man dabei also überlegt, wie können wir neben anderen gesundheitlichen Themen auch psychische Gesundheit thematisieren». Auch der Dachverband Ipsilon empfiehlt, das Selbstwertgefühl und die Problemdistanzierung sowie die Erkennung der Sinnhaftigkeit des menschlichen Daseins bei den Schülerinnen und Schülern zu stärken. Dabei kann es durchaus auch helfen, wenn eine externe Fachperson mit den Klassen über solche Themen spricht. Besonders hervorgehoben werden sollte dabei, dass alle Menschen teilweise durch Sinneskrisen gehen und dass Scheitern zum Alltag gehört. Die jungen Bürger müssen auch von Kontaktstellen via Telefon, E-Mail und Onlinechats (siehe Kasten unten) wissen, damit sie sich selber und ihren Mitschülern helfen können.

Eigene Grenzen kennen

Gerade Mitschüler erkennen Signale – oftmals nonverbale – häufig früher als die Lehrer. Doch häufig wissen sie dann nicht, wie reagieren. Stephan Kupferschmid rät ihnen, sich der eigenen Grenzen ganz klar bewusst zu sein. Wie gut kenne ich die Person? Wie stark möchte ich mich involvieren? Wen hätte ich zur Unterstützung und wo könnte ich Verantwortung abgeben? «Ich würde meine Beobachtungen auch gegenüber Erwachsenen und Fachpersonen benennen.»

Sollte es in einer Schule dann dennoch zu einem Suizidversuch oder gar Suizid kommen, ist ein vorher erarbeitetes Krisenkonzept essenziell. «Die Lehrpersonen wollen in solchen Situationen oft wissen, wie sie mit den Klassen weiterarbeiten können», sagt Kupferschmid. «Alle Beteiligten sollten sicher gut informiert werden – jeweils in Absprache mit den Hinterbliebenen. Auch Reaktionen von allen Betroffenen sollten beobachtet und entsprechende Unterstützung angeboten werden.» Besonders Selbsthilfegruppen könnten helfen, das Erlebte zu verarbeiten und wieder neu anzufangen.

Noch besser ist es jedoch, wenn es gar nicht zu einem solchen Fall kommt. Denn, so Kupferschmid, in einer amerikanischen Studie sei herausgefunden worden, «dass die allermeisten Menschen, die auf der Golden Gate Bridge Suizid begehen wollten und dies überlebt haben, nie wieder in ihrem Leben einen Suizidversuch machten». Denn es sei nicht so, dass Suizidale die Selbsttötung wählen, sondern dass sie ganz einfach keinen anderen Ausweg mehr sehen. Deshalb sind wir alle, Gesellschaft, Staat und Institutionen, dafür verantwortlich, dass «Menschen in Krisen einen Weg aus der Sackgasse finden».

Zahlen und Fakten

Dritthöchste Suizidrate

Laut Bundesamt für Statistik nahmen sich in der Schweiz im Jahr 2016 über 1000 Menschen das Leben. Nicht darin enthalten sind die assistierten Suizide. Rund drei Viertel der Selbstmorde wurden von Männern begangen. Dies, obwohl Frauen und Mädchen rund drei bis vier Mal mehr Suizidversuche begehen. In sechs von zehn Fällen wird als Grund für Suizid eine Depression angegeben. Bei den Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren ist Selbsttötung die zweithäufigste Todesursache. Dies ist unter anderem auf die hohe psychische Belastung zurückzuführen: So leiden 12,3 Prozent der Männer und 13,9 Prozent der Frauen dieser Altersgruppe an einer mittleren oder schweren Depression. Der Kanton Freiburg hat schweizweit die dritthöchste Suizidrate.

sk

Prävention

Hier kannst du Hilfe holen

Wenn dir etwas auf der Seele liegt oder du jemanden kennst, der Anzeichen für psychische Probleme zeigt, dann zögere nicht, Hilfe zu holen. Unterstützung bekommst du unter anderem bei «Die Dargebotene Hand» unter der Telefonnummer 143. Für Kinder und Jugendliche ist weiter die Nummer 147 rund um die Uhr verfügbar. Online-Beistand kann auf der Webseite www.seelsorge.net geholt werden. Für Hinterbliebene von Suizid­opfern bietet der Verein Refugium (www.verein-refugium.ch) Hilfe. Weitere Links und lokale Anlaufstellen gibt es auf den Webseiten der Initiative zur Prävention von Suizid in der Schweiz Ipsilon (www.ipsilon.ch) oder des Vereins Suizid- Prävention Freiburg (www.fr-preventionsuicide.ch/de).

sk

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