Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Der digitale Marktplatz hat sich etabliert

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Scout24 mit Sitz in Flamatt hat sich über die Jahre zu einer führenden Plattform für Online-Anzeigen entwickelt. Im Gespräch mit den FN gewährt CEO Olivier Rihs Einblick in die Firmenphilosophie.

 

Olivier Rihs, wann haben Sie zum letzten Mal eine der Online-Plattformen von Scout24 für sich genutzt?

Heute Morgen. Ich suche für meine Familie eine neue Wohnung im Raum Biel. Jetzt werde ich ein paar Wohnungen besichtigen, wie alle anderen Nutzer unserer Plattformen es auch könnten.

AutoScout24, Anibis und Immo­Scout24 werden in dieser Reihenfolge am häufigsten genutzt. Bleibt diese Reihenfolge so stabil?

Man sucht allgemein mehr Autos als Wohnungen. Bei den Autos haben wir 160 000 Inserate. Bei Anibis gar 950 000. Da ist das Angebot sehr breit.

Bei Anibis dürfte man mehr Suchanfragen erwarten als bei den Autos.

Ja. Da haben wir vor allem in der Deutschschweiz einen Nachholbedarf. In der Westschweiz ist es jenes Portal mit den meisten Visits. Wir probieren Schritt für Schritt, Anibis in der Deutschschweiz zu positionieren. Das hat noch viel Potenzial: von heute 10 Millionen auf etwa 30 bis 35 Millionen Visits.

Weshalb dieser Rückstand in der Deutschschweiz?

Wir haben Anibis 2008 als Start-up eines ehemaligen Studenten der ETH Lausanne übernommen. Die Plattform hat sich seither stark entwickelt. Früher existierte sie nur auf Französisch, heute in drei Sprachen. Wir entwickeln die Plattform weiter, weil Online-Kaufen und -Verkaufen für den Alltag ein Trend ist.

Gemäss Ihrer Website zählen 96 Prozent der Schweizer Garagisten zu den Auto­Scout-­Kunden. Die Firma ist einer der wichtigsten Player in der Schweizer Autobranche geworden.

Ja, tatsächlich. Von 5800 Garagisten, die in der Schweiz im Handel tätig sind, haben wir 5500 unter Vertrag. Auto­Scout­24 ist nicht mehr einfach eine Marketing-Plattform, sondern ein Tool, welches Garagisten nutzen, um ihre Arbeit zu optimieren. Wir erstellen auch Auswertungen, aufgrund derer Garagisten Preisempfehlungen ableiten oder Preislisten und Statistiken ausdrucken können.

Sind diese Anbieter von Ihnen abhängig?

Nein. Wir erzeugen keinen Preisdruck und setzen keine Verträge mit Einschränkungen auf. Aber wir behaupten, dass wir am effizientesten sind. Das versuchen wir täglich zu beweisen.

Scout24 erstellt je einen Marktindex für Autos und Immobilien. Wie kam das?

Wenn man praktisch den ganzen Markt auf der Plattform hat, lassen sich Trends erkennen, etwa bei den Preisentwicklungen für Wohnungen oder für Autos. Zusätzlich kennen wir die Nachfrage: Was wird heute in welcher Region gesucht? Diese Informationen sind für eine Branche, aber auch für Konsumenten sehr wichtig.

Sie konzentrieren sich auf Autos und Motorräder, Immobilien und Kleinanzeigen. Es gäbe aber noch viel anderes: Stellen, Partnervermittlung, Reisen, Hotels?

JobScout24 gehört uns nicht mehr, weil wir diese Plattform der Firma Jobcloud verkauft haben: einem Joint Venture zwischen Ringier und Tamedia. Auf dem Internet gilt: «The winner takes it all.» Als Nummer drei oder vier muss man sich gut überlegen, ob es sich noch lohnt, zu investieren. Wir konzentrieren uns auf jene Bereiche, die für ein sehr breites Publikum interessant sind. Eine Reiseplattform nur für die Schweiz macht keinen Sinn. Und Partnervermittlung haben wir nicht mehr, weil das wegen Social Media und Portalen wie Tinder wenig bringt.

Kontrolliert Scout24 die Seriosität der Anbieter?

Vertrauen ist das A und O. Wenn Leute auf Auto­Scout­24, Immo­Scout­24 und Anibis Erfahrungen mit unseriösen Anbietern machen, haben wir ein grosses Problem. Deshalb investieren wir ständig, um die Sicherheit, Glaubwürdigkeit und Qualität steigern zu können. Pro Jahr sind das rund 2 Millionen Franken. Wir benutzen Filter, die uns aufzeigen, woher ein Inserat kommt und ob das Angebot von den Preisen her glaubwürdig ist. Aber technisch können wir nicht alles aufdecken. Deshalb haben wir Spezialisten, die jedes Inserat im Auto- und Immobilienbereich kontrollieren. Wir rufen Kunden auch an. So können wir bis zu 99 Prozent aller Betrugsversuche abwehren. Aber es bleibt immer noch ein Prozent, gegen das man fast nichts machen kann.

Welches Geschäftsmodell wendet Scout24 an: Inseratepreise oder Provision?

Bei Auto-, Moto- und Immo­Scout­24 kostet jedes Inserat. Dafür müssen wir aber die Leistung unserer Plattformen transparent aufzeigen können. Wir verdienen bei Händlern nichts an den Transaktionen. Das transaktionsbasierte Modell haben wir dagegen für gewisse Dienstleistungen eingeführt, besonders im Finanzierungs- und Versicherungsbereich, die zu unserem Gesamtangebot zählen.

Anibis ist kostenlos. Rentiert es trotzdem?

Ja, es ist gratis. Wir haben eine Million Inserate auf der Plattform. Will ein Kunde sein Inserat besser positionieren, ist er oft bereit, etwas dafür zu bezahlen. Bei einem so breiten Publikum sind auch Werbeplatzierungen interessant.

Soziale Netzwerke wie Facebook wollen bei den Anzeigen einsteigen. Droht neue Konkurrenz?

Unsere grösste Konkurrenz kommt heute nicht aus der Schweiz. Es sind Facebook, Google und Amazon. Facebook hat vor kurzem einen Marktplatz eröffnet; man kann heute auf Facebook gezielt Sachen anbieten und verkaufen. Amazon versucht nun in verschiedenen Ländern, Autos zu verkaufen. Unsere Herausforderung ist es, Produkte zu entwickeln, die ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis haben als jene von Facebook oder Amazon. Wir kennen die Schweiz besser; die ganz Grossen werden nicht Plattformen in drei Sprachen spezifisch für die Schweiz aufbauen.

Sie beschränken sich also auf den Schweizer Markt?

Nur. Wir haben eine beschränkte Infrastruktur mit 250 Angestellten hier in Flamatt und weiteren 40 in Ho-Chi-Minh-Stadt.

Scout24 erhielt letztes Jahr die Auszeichnung als «Great Place to Work». Wie muss man sich das vorstellen?

Es ist ein Label, für das Mitarbeiter anonym befragt werden. Wir nahmen daran teil, um zu wissen, was unsere Mitarbeiter denken, wo unsere Stärken und Schwächen sind. Und genau diese Rückmeldung erhielten wir. Wir sind selber erstaunt, dass wir beim ersten Mal bei den Top-Unternehmen landeten. Es zeigt, dass man als Unternehmen heute viel mehr als einen Arbeitsplatz anbieten muss. Wir haben einen Fitnessraum und ein eigenes Restaurant, sogar mit dem besten Freiburger Kochlehrling des Jahres, und das als IT-Unternehmen. Das zeigt, dass es um Visionen, Werte und Leitbilder geht. Dies muss auch gelebt werden über Weiterbildungsmöglichkeiten, eine offene und transparente Kommunikation sowie das Einbeziehen der Leute. Sie wollen mitbestimmen.

Man liest bei Ihnen überall: «Don’t be afraid to try.»

Wir suchen einmal im Jahr ein neues Motto und stimmen darüber ab. Es kommt also von den Mitarbeitern. Wir haben unsere Teams verkleinert, und wir haben eine flache Hierarchie. Das alles muss eine Eigendynamik erhalten. Es bringt viel mehr Interaktion und Kommunikation in die Prozesse, erfordert aber mehr Verantwortung und Kompetenzen bei den Mitarbeitern. Im Zweifelsfall: «Don’t be afraid to try.» Einfach probieren.

«Unsere grössten Konkurrenten sind Facebook, Google und Amazon.»

Olivier Rihs

CEO Scout24

«Auf dem Internet gilt: ‹The winner takes it all.›»

Olivier Rihs

CEO Scout24

Partnerschaften

Gemeinsamkeiten mit der Mobiliar

Scout24 ist umworben: Ringier hat 50 Prozent, und jetzt auch die Mobiliar 50 Prozent. Wer bestimmt eigentlich, was mit dem Unternehmen geht?

Es ist ein partnerschaftliches Joint Venture, aber Ringier hat das Präsidium, und die Konsolidierung findet dort statt. Für beide Unternehmen macht es absolut Sinn zusammen­zuarbeiten.

Bis 2016 gehörte fast die Hälfte der Aktien der amerikanischen Beteiligungs­gesellschaft KKR. Warum stieg diese aus?

Es war von Anfang an klar, dass KKR mit ihrem Geschäftsmodell einmal einsteigt und dann wieder aussteigt. KKR hat aber nicht nur Geld eingeschossen, sondern auch viel Know-how gebracht. Wir konnten von ihrem grossen internationalen Netzwerk profitieren. In Sachen Data haben die Amerikaner vier Jahre Vorsprung. Von ihnen haben wir hier das ganze Data Warehouse eins zu eins übernommen: Was sie für drei bis vier Millionen Dollar über mehrere Jahre entwickelt hatten, führten wir in Flamatt für eine halbe Million in drei Monaten ein. So ist es gelungen, uns auf ein höheres Niveau zu führen.

Dann kam die Mobiliar. Welches Interesse hat sie an Scout24?

Für die Mobiliar stehen ganz klar zwei Bereiche im Mittelpunkt: Versicherungen für Autos und Immobilien. Auf diesen beiden Marktplätzen sind wir führend. Versicherungen sind zudem verstärkt daran, sich zu digitalisieren. Wir entwickeln gewisse Projekte gemeinsam. Wichtig aber ist: Unsere Anzeigenplattformen bleiben neutral. Weil der Kunde das so will.

uh

 

Personal

Fachkräfte in Vietnam gefunden

Warum hat Scout24 in Vietnam eine Filiale eröffnet?

Für die Digitalisierung braucht es Know-how. Wir machten vor zwei Jahren mit Behörden und Hochschulen eine Auslegeordnung: Wie viele Software-Ingenieure müssen jährlich ihren Abschluss machen, um die Babyboomer-Generation zu ersetzen? Es sind 120, allein für den Kanton Freiburg. Tatsächlich kommen aber nur 40 auf den Markt. Wir haben seit 2008 Mühe, solche Spezialisten zu rekrutieren. Durch unsere Kontakte mit der Ringier-Gruppe haben wir mit einem Vietnamesen den Betrieb in Ho-Chi-Minh-Stadt aufgebaut. Zuerst mit vier, mittlerweile bereits mit 40 Personen. Für uns ist es keine Frage der Lohnkosten. Wenn wir die Fachkräfte nicht finden, können wir unsere Dienstleistungen nicht mehr anbieten – und auch nicht mehr mit Facebook und Google mithalten.

Ein Ausbau des Unternehmens in Flamatt ist also fast nicht möglich?

Das Haus hier ist voll. Wir kamen mit 150 Personen in dieses Gebäude, hatten aber für 250 gebaut. Heute sind wir so weit.

Aber die Entwicklung geht weiter?

Ja, wir haben momentan zwölf offene Stellen.

Wo bringen Sie diese unter?

Wir hätten hier Ausbaumöglichkeiten, aber mit den modernen Kommunikationsmitteln macht es mehr Sinn, auf die Flexibilität und Agilität der Teams zu setzen und Alternativen zu prüfen. Wir haben zwar weiterhin fixe Arbeitsplätze, aber ein Grossteil der Angestellten arbeitet eine gewisse Anzahl Tage von zu Hause aus. Diese Art von Modell hat ­Zukunft.

uh

 

Mehr zum Thema