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«Der Flughafen wird die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes erhöhen»

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Auf einer Leuchtschrift über dem Gebäude steht «Payerne Airport». Es handelt sich dabei zwar nur um eine Computergrafik, doch tatsächlich steht nun dem zivilen Flughafen Payerne nichts mehr im Weg: Gestern wurde feierlich der Grundstein gelegt, die ersten Bauarbeiten haben begonnen. Unmittelbar neben den Gebäuden des Militärflugplatzes entsteht ein ziviles Flughafengebäude mit einer Basis-Infrastruktur wie Hangar, Warteräumen und Büros. Ab Frühling 2019 werden von der Piste bis zu 8400 An- und Abflüge von Geschäftsflugzeugen pro Jahr abgewickelt.

Der Chef des Projekts ist der Kerzerser Urs Ryf, früher Militärpilot in Payerne. Er ist der neue Präsident der Flugplatz-Betreiberin Swiss Aeropole (siehe Kasten). Ihm schwebe eine Art «Luftbahnhof» vor, ein Treffpunkt und Verkehrsknotenpunkt, an dem die Fluggäste direkt vom Auto ins Flugzeug steigen können oder umgekehrt. Ryf verwies auf die laufende Entwicklung des Technologieparks Aeropole, dessen Herzstück der Flugplatz sein soll. Schon hätten sich Groupe E mit einem Betriebsgebäude und der Spezialfahrzeughersteller Boschung niedergelassen, hinzu kommt das Projekt Solarstratos mit einem Hangar für sein Solarflugzeug.

«Der Flughafen Payerne wird ein Motor für die Entwicklung der Region sein», ist Ryf überzeugt. Noch stehe einiges an: Die grosse Herausforderung sei die Vermarktung des Technoparks und des Flughafens. «Wir müssen unser Angebot bekannter machen und die Leute überzeugen», so Ryf. Seit 15 Jahren rede man davon, nun aber sehe man erstmals die Früchte der Planung. «So können wir nach aussen glaubwürdig auftreten.»

Der Hauptnutzer wird das Unternehmen Speedwings des Freiburger Unternehmers Damien Piller sein. «Endlich können wir etwas sehen», freute er sich gestern. Speedwings ist der erste private Partner des Projekts. Piller ist zuversichtlich, dass andere Anbieter seinem Vorbild folgen werden. Sein Unternehmen habe sich diesen Schritt reiflich überlegt. Es kenne die Bedürfnisse seiner Kunden. Die Nachfrage sei da. Ausserdem seien die Möglichkeiten auf dem bisherigen Heimatflughafen Genf beschränkt. Deshalb werde Speedwings sein Hauptquartier nach Payerne verlagern. «Wir erhalten hier eine gute Basis, die unseren Bedarf deckt und uns ein gutes Angebot ermöglicht.» So seien unter anderem Übernachtungsmöglichkeiten für die Besatzungen vorgesehen, was die Hotelkosten senke. Auch der Unterhalt der Flugzeuge werde günstiger.

«Eine schwierige Geburt»

Jean-Luc Mossier, Chef der Freiburger Wirtschaftsförderung, teilt Ryfs Überzeugung. Er verweist auf die Position Freiburgs zwischen den Wirtschaftszentren Genf und Zürich. Vielen Unternehmungen, die sich gerne in Freiburg niederlassen würden, sei der Weg zu den Landesflughäfen trotz der guten Eisenbahnanbindungen zu lang. «Wir hätten für den Geschäftsreiseverkehr einen direkten Zugang.» Seine Prognose: «Mittel- und langfristig wird der Flughafen die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes erhöhen.»

Auch der Freiburger Broye­bezirk, der traditionell eng mit den Nachbarn im Waadtland zusammenarbeitet, wird von der Entwicklung profitieren, sagt Oberamtmann Nicolas Kilchoer. Das zeige die Ansiedlung des Unternehmens Boschung auf dem Aeropole. Viele Angestellte wohnten auf der Freiburger Seite der Broye. «Es war eine schwierige Geburt, aber nun freue ich mich auf den Flughafen Payerne.»

Hoffnung auf neue Mieter

Für Christelle Luisier Brodard, Syndique von Payerne, ist die Lancierung des Projekts das letzte Puzzlestück nach der Eröffnung des Rollfeldes Tarmac im Juni 2016 und der Aufnahme des Betriebsreglements. Entscheidend für das Projekt sei gewesen, Speedwings an Bord zu holen. «Wir hoffen nun, dass sich auch andere Unternehmen hier ansiedeln.» In einem ersten Schritt sind rund 1000 Quadratmeter Bürofläche für zukünftige Partner vorgesehen.

Einen richtigen Flughafen mit Reisefliegern? Daran denkt noch niemand. Man habe die Zahl der Flugbewegungen auf 8400 und den Betrieb auf die Geschäftsfliegerei beschränkt, sagt Mossier. Das sei gut so. Doch was in 20 bis 30 Jahren sei, wisse niemand. «Diese minimale Benützung des Militärflughafens kann aber auch erst ein Anfang sein.». Aero­pole-Präsident Ryf gibt allerdings zu bedenken, dass die grossen Flughäfen an ihre Grenzen stossen und Militärflugplätze wie Payerne eine Reserve sind, auf die man auf lange Sicht zurückgreifen könne.

Er freue sich auf den neuen Nachbarn, sagt der Kommandant der Luftwaffenbasis, Benoît Studemann. Der Flugplatz habe die nötige Kapazität, und die Luftwaffe sei offen für die Doppelnutzung. Natürlich gebe es einen grossen Koordinationsbedarf: «Wir müssen halt miteinander reden.» Diese offenen Gespräche hätten Wirkung gezeigt: Die Architekten des Gebäudes hätten die Fenster auf Anregung des Militärs neu gestaltet. Sie hätten ansonsten das militärische Radar gestört. «Abgesehen davon ist die neue Fassade nun ästhetischer.»

Grossprojekt

Private und Staat arbeiten zusammen

Das dreistöckige, zivile Flughafengebäude wird 6500 Quadratmeter Hangarfläche und 3000 Quadratmeter Platz für Büros und Betriebsräume aufweisen. Es steht unmittelbar an der Flugpiste. Es ist Teil des entstehenden Technologieparks Aeropole beim Militärflugplatz Payerne. Für die Koordination haben die Stadt Payerne und der überkantonale Regionalverband der Broye (Coreb) das Unternehmen Swiss Aeropole gegründet. Es wird vom früheren Aviatik­experten des Projekts, Urs Ryf, geführt. Ihm untersteht der amtierende Flughafendirektor Guillaume Chassot. Für die Betriebsgesellschaft wird ein weiterer Direktor gesucht. Die Firma Swisswings Business, 2006 gegründet, ist die Hauptnutzerin des Flughafens, sie verantwortet und betreibt das Flughafengebäude. Sie verfügt aktuell über sieben Flugzeuge in Genf und Paris.

fca

 

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