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Der Natur die Ehre erweisen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ein Hund mit eisblauen Augen wedelt aufgeregt und ungeduldig mit seinem Schwanz. Es riecht nach klirrender Kälte, Tannen und ein bisschen nach nassem Fell. Der Wald beim Brünisrieder «Bueche­chäppeli» ist für jeden Sense-Oberländer mit vielen Erinnerungen verknüpft: Erinnerungen an lange Spaziergänge als Kind, an den Orientierungslauf in der Sekundarschule, an heissen Gifferstee oder wärmende Suppe in der Adventszeit, an Bike-Touren, Joggingrunden, Ausritte. Eine der vielen Traditionen, die stets vor der Kulisse dieser sagenumwobenen kleinen Kapelle stattfindet, ist die alljährliche St.-Antonius-Messe: eine Messe für Tiere. So standen gestern Morgen mehrere Hundert Paar durchgefrorene Füsse, Pfoten und Hufe im frisch gefallenen Schnee vor der Buchenkapelle.

Wald als Kathedrale

Kira nimmt zum Beispiel an dieser Messe teil und wartet auf ihre Segnung. Sie ist ein Australien Shepherd, besitzt ein aussergewöhnliches geschecktes Fell und gibt auf Kommando Pfötchen. Sie gehört den Geschwistern Adrian und Fabienne Pellet, die mit ihrer Familie aus Alterswil an die Messe gekommen sind. «Wir kommen seit sechs Jahren jedes Jahr hierher. Hier kennt man immer wen», erzählt der 19-jährige Adrian. Der Hund friere schon nicht so: «Sie ist sehr gerne draussen.» Der kleine Beagle, der gleich in der Nähe steht, weiss die frische Luft weniger zu schätzen: Seine Beine zittern wie Espenlaub, und die Predigt von Priester Nicolas Betticher kann ihn auch nicht beruhigen. Erst als sein Herrchen einen Keks aus der Jackentasche zieht, geht es dem Hund wieder besser.

Nicolas Betticher hält nicht zum ersten Mal eine Messe für Tiere. «Den Respekt vor der Natur, den Tieren und der Schöpfung muss man unbedingt feiern», sagt der Priester. Wenn er vor Tieren in der Natur stehe, fühle er sich bescheiden klein: «Der Wald ist für mich wie eine offene Kathedrale, die nicht von Menschenhand gebaut wurde. Hier kann man Gott besonders gut danken für alles, was er uns gibt.» Einige Dinge gebe es schon zu beachten, wenn man eine Messe für Tiere und Menschen halte. «Ich musste lernen, dass man ein Pferd nicht von oben nach unten segnen darf; ansonsten bekommt es es mit der Angst zu tun», erzählt er lachend.

Vor den Mündern der Besucher bilden sich kleine Eiswölkchen. «Es war aber auch schon kälter an der St.-Antonius-Messe», so Sara Bielmann. Sie und Nathalie Guisolan sind mit ihren Pferden Sira und Sydney von St. Silvester her geritten. «Es ist ein sehr schöner Ritt.» Für ihre Familien sei dies eine Familientradition; schon als Kinder seien sie zu der Feier zur Buchenkapelle gekommen. Besonders gefalle ihnen die Atmosphäre. Der Schnee knirscht unter den Schuhen der Tierbesitzer, und das Geräusch vermischt sich mit dem Gesang der vereinigten gemischten Chöre von Recht­halten und Brünisried und mit den Tönen der Alphornbläser. Zum Glück gibt es nach der Messe Tee, der die gefrorenen Finger etwas auftaut.

Heiliger Antonius

Schutzpatron der Bauern

Antonius der Grosse (nicht zu verwechseln mit dem viel jüngeren Antonius von Padua) ist der Schutzpatron aller Bauern, Nutztiere, Schweinehirten und Metzger. Im süddeutschen Raum ist er manchmal auch als «Sautoni» bekannt: Wahrscheinlich auch, weil er ikonografisch stets in der Begleitung eines Schweinchens dargestellt wird. Die Tradition der Tiersegnung geht auf ihn zurück. Er lebte im dritten und vierten Jahrhundert nach Christus zuerst in Ägypten, dann als Eremit in der Wüste. Im 11. Jahrhundert suchte man dann während einer Seuche namens Antoniusfeuer Zuflucht bei den Reliquien des heiligen Antonius. Jeweils am 17. Januar werden nun im Gedenken an ihn in einer Messe Haustiere gesegnet.

kf

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