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«Der Schnauf ging uns zwei Jahre zu früh aus»

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«Der Schnauf ging uns zwei Jahre zu früh aus»

Betriebs- und Vereinsleitung nehmen Stellung zur Schliessung des Hauses der Gesundheit

Das Haus der Gesundheit in Plasselb schliesst Ende Woche – die Idee, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu helfen, wird aber weiterleben. Die Umsetzung scheiterte nicht am Bedürfnis, sondern an den finanziellen Rahmenbedingungen, wie die Projektverantwortlichen festhalten.

Von IMELDA RUFFIEUX

Drei Jahre lang hat das Haus der Gesundheit in Neuhaus bei Plasselb Menschen in Lebenskrisen – zum Beispiel nach einer Scheidung, im Trauerprozess, nach Krankheit oder Spitalaufenthalt – einen Platz zum Krafttanken, Gesundwerden und zur persönlichen Neuorientierung geboten. Die Institution füllte damit eine Lücke, die vorher weder von Spitälern, Spezialkliniken noch von Heimen abgedeckt war. Das Bedürfnis nach einer solchen Einrichtung war klar ausgewiesen. Auch seitens der kantonalen Behörden wurde dies mehrfach unterstrichen.

Gesetzliche Grundlage fehlte

Betreuungsteam und Trägerverein waren von Beginn weg hoch motiviert und haben viele Stunden in die Erarbeitung eines Betriebskonzepts investiert, bis das Haus am 1. Oktober 2001 eröffnet werden konnte.

Von Anfang an stellten die Finanzen ein Problem dar. Im kantonalen Gesundheitsgesetz ist die Subvention einer solchen Einrichtung nicht vorgesehen. Da aber eine Gesetzesrevision vorgesehen war, erhofften sich die Projektverantwortlichen, dass die Einrichtung nach drei bis fünf Jahren staatlich anerkannt und entsprechend subventioniert werden könnte.

Das Betreuungsteam war deshalb auch bereit, in der Anfangsphase Gratisarbeit zu leisten, was 50 Prozent des gesamten Lohnes ausmachte. Zudem wurde das Haus der Gesundheit durch die Loterie Romande unterstützt, erhielt Beiträge von Gemeinden und Pfarreien, von Privaten in Form der Vereinsmitgliedschaft und Spenden.

Finanzierung wurde unsicher

«Nach drei Jahren haben wir die finanzielle Lage analysiert und dabei festgestellt, dass die flüssigen Mittel jedes Jahr zwei Monate früher aufgebraucht waren», hält Patrick Schneuwly, Präsident des Trägervereins fest. Die Loterie Romande habe signalisiert, dass die regelmässigen hohen Beiträge nicht automatisch jedes Jahr weiterfliessen werden, da diese Art von Unterstützung nicht der Philosophie der Institution entspreche. Diese Unterstützung deckte immerhin jährlich die Hälfte des Defizits.

Die Anpassung der Löhne an die tatsächlichen Leistungen liess zudem das Budget explodieren. «Es wurde klar, dass mit dieser Finanzierung das Projekt nicht aufrechterhalten werden kann», fasst Betriebsleiterin Therese Hofer die Situation zusammen.

Grosse wirtschaftliche Belastung

Man habe viele Anstrengungen unternommen, die Leistungen des Hauses besser zu «verkaufen», und sei mit einigen potenziellen Partnern auch konkret in Verhandlung getreten.

Die Zunahme der Fälle von so genannten «Burn-out»-Betroffenen ist bei grossen Firmen ein Thema. Die Ausfälle von Menschen mit psychischer und physischer Erschöpfung durch Erfolgsdruck, Mehrfachbelastung, Umstrukturierungen im Un-ternehmen, drohender Stellenver-lust usw. stellen für die Wirtschaft, den Staat und die Gesellschaft ei-
ne grosse wirtschaftliche Belastung
dar.

Enormes Sparpotenzial

Das Personalamt des Staates sowie die Swisscom und andere grosse Firmen hatten Interesse gezeigt, mit dem Haus der Gesundheit zusammenzuarbeiten. «Es entsteht ein enormes Sparpotenzial, wenn Menschen mit solchen Symptomen frühzeitig erfasst und betreut werden, bevor sie in psychiatrische Einrichtungen eingeliefert werden müssen», erklärt Patrick Schneuwly. Die Betreuung wäre kostengünstiger, die Krankheitsgeschichte kürzer und der krank geschriebene Mitarbeiter könnte früher an seinen Arbeitsplatz zurückkehren.

Auch mit der Klinik Marsens wurden Gespräche über eine mögliche Kooperation geführt. Ausserdem zeigten einige Krankenkassen Interesse, bei den Betreuungskosten entgegenzukommen, wenn auch nur mit einem freiwilligen Beitrag. Und ebenfalls seitens der Hausärzte hatte das Haus an Anerkennung gewonnen. «Das Vertrauen war da, die Zusammenarbeit gut», hält Therese Hofer fest.

Goodwill und viel Elan

«Vieles war aufgegleist. Der Schnauf ging uns zwei Jahre zu früh aus», erklärt Therese Hofer. Ohne gesicherte Unterstützungsbeiträge konnte das Haus nicht weiterbestehen. Und den Verhandlungspartnern war die Sicherheit über das Weiterbestehen des Hauses schliesslich zu wenig gross, um konkrete Vereinbarungen einzugehen.

«Goodwill von aussen war sehr viel da. Auch seitens des Vereins und des Betreuungsteams war viel Elan vorhanden. Aber ohne konkrete Zusicherungen mussten wir diesen Entscheid fällen», führt Therese Hofer aus.

Eine Zwischenstruktur

«Die Gespräche mit den kantonalen Behörden verliefen stets sehr positiv», hält Patrick Schneuwly fest. Gesundheitsdirektorin Ruth Lüthi sei bestürzt gewesen, als sie vom Schliessungsentscheid erfahren habe. Ihr waren aber die Hände gebunden «Unser Angebot ist im Gesundheitsgesetz nicht vorgesehen, es ist eine Zwischenstruktur, die es bis dahin noch nicht gab. Wir hatten deshalb wenig Chancen, auf eine Spital- oder Heimliste aufgenommen zu werden und damit von Subventionen zu profitieren.»

Es kam dazu, dass die stark schwankenden Belegungszahlen einen tiefen Durchschnitt ergaben, was wiederum andere Geldgeber abschreckte. Diese erwarteten mehrjährige Erfahrungszahlen und wollten Sicherheit, dass das Konzept auch auf Dauer funktioniert. Der Vergleich mit ähnlichen Institutionen in anderen Kantonen hat allerdings ergeben, dass mit einer Aufbauphase von rund fünf bis sieben Jahre gerechnet werden muss.

Auf Dauer nicht mehr tragbar

Hätte man also noch ein paar Jahre durchhalten sollen? «Die Freiwilligenarbeit hat viele Löcher gestopft. Aber auf Dauer war dies nicht mehr möglich», hält Therese Hofer fest. Einerseits entspreche diese Regelung nicht der Kostenrealität, andererseits war die damit verbundene berufliche Unsicherheit für die Therapeuten nicht mehr tragbar.

Ausserdem stellte sich heraus, dass das für 2003 vorgesehene Gesetz zur psychischen Gesundheit bis jetzt noch nicht vor den Grossen Rat gelangt ist und dass auch die vorgesehenen Änderungen keine Sicherheit für eine künftige Subventionierung dargestellt hätten. Mittlerweile haben sich die Prioritäten verlagert: Ein Angebot im Bereich Kinderpsychiatrie wurde als dringender eingestuft.

Benefizkonzert zugunsten des Vereins am 12. März um 20.00 Uhr in der reformierten Kirchen in Düdingen.
«Meine Rettung»

Menschen mit Ermüdungserscheinungen im Berufsleben und psychischen Zusammenbrüchen fanden im Haus der Gesundheit Aufnahme. Eine Lehrerin, die von ihrer Ärztin an eine Spezialklinik für Psychosomatik verwiesen worden war, wählte stattdessen einen Aufenthalt in Plasselb.

«Statt in ein Krankenhaus zu kommen, war ich hier in einem Haus, wo zuerst einmal das Gesunde im Menschen gestärkt wird, um die Selbstheilungskräfte zu aktiveren – dieser Ansatzpunkt, die andere Opt

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