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«Die Demenzstation ist ein weiterer Mosaikstein der Alterspflege»

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Das Gesundheitsnetz Sense will auf dem Maggenberg in Tafers eine Demenzstation bauen. Direkt neben dem Pflegeheim Maggenberg sollen in rund drei Jahren 24 Menschen betreut werden, die sich in der sogenannten zweiten Phase der Krankheit befinden: Körperlich noch einigermassen fit und beweglich, aber mental stark verwirrt.

«Wir konnten den Betroffenen bisher im Bezirk keine Lösung bieten», sagt Peter Portmann, Präsident des Gesundheitsnetzes, dem alle 19 Sensler Gemeinden angehören. Demenzkranke wurden deshalb bisher in Demenzstationen ausserhalb des Kantons untergebracht, von den Angehörigen zu Hause gepflegt oder lebten in Pflegeheimen.

In einer eigenen Welt

Alle drei Lösungen sind nicht zufriedenstellend. «Natürlich sind alle Sensler Pflegeheime in der Lage, Demenzkranke zu betreuen, tun dies schon jetzt, und werden es auch in Zukunft tun», betont Guido Hagen, Geschäftsleiter des Gesundheitsnetzes Sense und des Pflegeheims Maggenberg. Es habe sich aber gezeigt, dass ihre Pflege und Betreuung–insbesondere jene der erkrankten Personen in der zweiten Phase–in einem herkömmlichen Heim oft nicht nur den Betroffenen selbst nicht gerecht werde, sondern dass sie auch die Pflege der anderen Betagten beeinträchtige.

«Stark Demenzkranke leben in ihrer eigenen Welt», er- klärt er. Sie hätten einen anderen Rhythmus, andere Bedürfnisse. Die Aufmerksamkeitsspanne sei oft sehr kurz, so dass die Erklärungen des Pflegepersonals ungehört verhallten. «Zielloses Wandern gehört ebenso zum Krankheitsbild wie der Abbau von Hemmungen.» Dementen fehle die Orientierung, so dass sie sich auch mal in fremde Betten legen oder persönliche Gegenstände von anderen an sich nehmen. «Sie mit Medikamenten ruhigzustellen, ist weder gewünscht noch gewollt», sagt Peter Portmann.

Auch Ehepartner oder andere Familienangehörige, die eine stark demente Person betreuen, stossen oft an ihre Grenzen, je weiter die Krankheit fortschreitet. «Es geht für eine Weile, dann werden sie unter Umständen selbst zum Pflegefall», erzählt Guido Hagen aus seiner Erfahrung.

Geschützter Rahmen

In der geplanten Demenzstation könnten sich die Betroffenen geschützt, aber frei und hindernisarm bewegen, sowohl auf den beiden Stationen als auch im Demenzgarten, der dem Bewegungsdrang dieser Menschen entgegenkommt. «Die gute Versorgung von Demenzkranken ist eine Aufgabe, die unsere Generation lösen muss. Auf die lange Bank schieben, nützt nichts», sagt Peter Portmann. Er verweist auf die Statistik (siehe Kasten unten), wonach es allein im Sensebezirk rund 460 Demenzkranke gibt. Fast 300 von ihnen werden zu Hause von Angehörigen und der Spitex betreut, etwa 160 sind in Pflegeheimen untergebracht. Für etwa 27 Personen besteht der Bedarf nach einer speziellen Einrichtung wie einer Demenzstation.

Bei den Delegierten des Gesundheitsnetzes war der Bedarf für eine Demenzstation nie umstritten. Schon vor vier Jahren, als der Gemeindeverband dies in der Strategie 2010 – 2015 verabschiedet hat, standen alle hinter dem Projekt.

Einzig die Finanzierung hatte später zu diskutieren gegeben. Neben dem Um- und Ausbauprojekt der OS Plaffeien und anderen Grossprojekten in der Region stellt der14,5-Millionen-Franken-Kredit eine happige Belastung für die Gemeinden dar. Die fünf Sense-Mittelland-Gemeinden sind zudem noch Träger für den Aus- und Umbau des Heims St. Martin, der zusätzliche 6,3 Millionen Franken kostet (FN vom 28. August).

«Der Verband bietet den finanzschwächeren Gemeinden die Möglichkeit, die Schulden über das Gesundheitsnetz laufen zu lassen», erklärt Peter Portmann. Der Verband würde dann selbst einen Kredit aufnehmen und den Gemeinden die Zinsen und die Amortisation verrechnen. Ausserdem müssten die Gemeinden nicht befürchten, dass sie ihren gesamten Beitrag auf einmal bezahlen müssen. «Bis die Demenzstation betriebsbereit ist, vergehen drei bis vier Jahre, und der Anteil wird nach Baufortschritt in Rechnung gestellt.» (Siehe Kasten.)

Spital braucht Platz selbst

In den Delegiertenversammlungen ist mehrfach die Frage gestellt worden, ob es nicht besser wäre, mit dem Neubau zuzuwarten. Dies, weil möglicherweise im heutigen Spital Tafers mittelfristig Räume frei würden. «Wir haben mit Staatsrätin Anne-Claude Demierre und mit den Verantwortlichen des Freiburger Spitals HFR Gespräche geführt», erklärt Peter Portmann. «Jedes Mal kam ein Nein.» Die Spitalleitung habe klar signalisiert, dass sie selbst Bedarf für die Spitalräumlichkeiten habe. «Es macht nicht Sinn abzuwarten, ob die Strategie allenfalls noch geändert wird. Eine halbbatzige Übergangslösung nützt nichts, wir müssen jetzt handeln.»

Peter Portmann hofft, dass das Projekt am 28. September angenommen wird. Er habe den Eindruck, dass den Senslerinnen und Sensler die Bedeutung des Vorhabens bewusst sei. «In den Gesprächen mit den Leuten spüre ich viel Betroffenheit.» Viele haben Eltern oder Verwandte, die von dieser Krankheit betroffen seien. «Sie sind froh, dass etwas geht, weil sie möchten, dass ihre Lieben gut umsorgt sind», sagt Portmann.

Guido Hagen weist darauf hin, dass die Demenzstation keine Konkurrenz zu den anderen Pflegeheimen darstellen wird. «Es ist vielmehr eine Ergänzung.» Das Gesundheitsnetz nimmt an, dass die meisten Bewohner der Demenzstation direkt via Arzt eingewiesen werden und vorher von den Angehörigen gepflegt wurden. «Die Station ist ein weiterer Mosaikstein in der Alterspflege», sagt Peter Portmann.

Am Dienstag, 9. September, findet um 19.30 Uhr im Pflegeheim Maggenberg (Saal Moléson) ein Informationsabend für die Bevölkerung statt.

Im Sensebezirk leiden gemäss Statistik über 450 Personen an einer Form von Demenz. Illustration zvg

 

 

Projekt: Baubeginn im Frühling 2015

S timmen die Sensler Bürgerinnen und Bürger dem Projekt und dem Kredit am 28. September an der Urne zu, kann das Gesundheitsnetz die Baueingabe für den Neubau und die Renovation vorbereiten. Die Verantwortlichen rechnen da mit, dass sie zwischen April und Juni 2015 mit dem Bau beginnen können. Als erste Etappe werden der Zufahrtsweg zum Spital Tafers sowie ein Teil der Parkplätze verlegt. Dann wird das ehemalige Priesterheim abgerissen, welches das Gesundheitsnetz kaufen wird.

Etagenweiser Umzug

Erst dann wird mit dem Neubau für die Demenzstation begonnen. Wenn dieses zweigeschossige Gebäude fer tig ist, zügeln die Bewohner der drei Stockwerke im Gebäude A des Heims Maggenberg etagenweise vorübergehend in den Neubau. Dieser dient also als Übergangslösung, bis das Pflegeheim saniert ist. Vorgesehen ist, dass Wände, Beleuchtung, Lüftung, Böden und elektrotechnische Installationen erneuert werden.

Einzel- statt Doppelzimmer

Ausserdem ist im Sanierungsprojekt vorgesehen, dass 30 der 36 Zweierzimmer im Pflegeheim Maggenberg in Einzelzimmer umgewandelt werden, was den heutigen gesellschaftlichen Bedürfnissen entspricht. «So verlieren die Räume etwas von ihrem heutigen Spitalcharakter und die Bewo- hner haben die Möglichkeit und den Platz, ihr Zuhau- se persönlicher und wohnlicher einzurichten», sagt Guido Hagen, Geschäftsleiter des Gesundheitsnetzes Sense und des Pflegeheims Maggenberg. Sechs Zweierzimmer im jüngeren Heimtrakt bleiben erhalten.

Der Umbau kostet 1,4 Millionen Franken. Insgesamt bietet das Heim vor und nach dem Umbau Platz für 96 Betagte. Die Demenzstation wird also Teil des Pflegeheims sein. im

 

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