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Die Fusionsträume sind geplatzt

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Autor: Marc Kipfer und elisabeth schwab-salzmann

«Ich bin enttäuscht vom Ausgang der Abstimmung, aber wir müssen natürlich mit dem Volksentscheid leben», sagt Peter Santschi, Gemeindepräsident von Münchenwiler, nach dem Abstimmungswochenende. Für ihn sei es klar gewesen, dass es knapp werde. In der Umfrage zur Fusion, an der sich 21 Bürger beteiligt hatten (13 von Münchenwiler und 8 von Clavaleyres), seien zahlreiche skeptische Voten geäussert worden (die FN berichteten). Es hätten sich damals klar mehr Skeptiker als Befürworter zu Wort gemeldet.

«Für uns bleibt eigentlich alles, wie es ist. Wir sind nicht gezwungen, zu fusionieren und haben genügend Finanzen für einen Alleingang», betont Santschi. Man plane vorerst keine weitere Fusion mit anderen Gemeinden.

Gegner waren vielleicht besser mobilisiert

Was Peter Santschi am meisten weh tut, ist, dass Münchenwiler nun seiner Nachbargemeinde keine nachbarliche Hilfe zukommen lasse. Mit relativ bescheidenen Mitteln hätte eine hohe Wirkung erzielt werden können. «Die Gegner der Fusion waren vielleicht einfach besser mobilisiert worden», so Santschi. Vom Kanton her habe man die Machbarkeitsstudie übrigens als professionelle Vorarbeit bezeichnet. Im Übrigen gelte im Kanton Bern die sogenannte «Besitzstandes-Garantie», das heisst, dass der Kanton die Gemeinde nicht zur Fusion verpflichten kann.

Es hätten alle profitiert

Als «normale Verhinderungsaktion» bezeichnet Eric Delosea vom Büro Conwin den Vorschlag von Olivier Zaugg (ehemaliger Gemeindepräsident von Münchenwiler) an der GV. Zaugg stellte den Antrag, zuerst beim Berner Grossen Rat anzufragen, ob eine Fusion bewilligt würde, zog diesen Antrag aber wieder zurück.

Gemäss Delosea sei der Ablauf bei geplanten Fusionen klar: Zuerst müssten die Gemeinden zustimmen, dann werde die Regierung offiziell angefragt. «Die Berner wären noch so froh gewesen, sie sendeten positive Signale zur geplanten Fusion aus», so Delosea. Er erstellte die Machbarkeitsstudie für die Fusion beider Gemeinden, gemeinsam mit Vertretern beider Gemeinderäte.

«Es hätten alle von einer Fusion profitiert. Mich erstaunt es, wenn man noch vor einem Jahr die gemeinsamen 200 Jahre Zugehörigkeit zum Kanton Bern gefeiert hat und dann bei einer Fusionsabstimmung nicht den Tatbeweis dazu erbringt», meint Delosea gegenüber den FN.

«Entgegen jeder Vernunft und Logik»

In Clavaleyres, wo die Gemeindeversammlung am Freitagabend einstimmig für die Fusion votiert hatte, ist die erste Enttäuschung übers Wochenende breitem Unverständnis gewichen. Clavaleyres’ Gemeindepräsident Bruno Maurer hadert vor allem mit dem Argument, das zum deutlichen Nein in Münchenwiler führte. «Der Kanton hatte uns den Fusionsbeitrag bereits zugesichert», so Maurer. Zaugg hatte in Münchenwiler genau dies angezweifelt. «So eine Lüge hätte ich ihm nicht zugetraut», schiesst Maurer gegen Zaugg. «Dass sein Votum eine Mehrheit fand, ist himmeltraurig und widerspricht jeder Vernunft und Logik», so Maurer.

Thema Fusion ist vorerst vom Tisch

Das Nein von Münchenwiler war nicht die erste Abfuhr, welche die nur 48 Einwohner von Clavaleyres zu verdauen haben. Seit vier Jahren sucht die Exklave in ihrer Nachbarschaft nach einer Fusionsmöglichkeit. Courgevaux und Greng haben schon früh abgelehnt und dem waadtländischen Faoug fühlen sich die Clavaleyrer zu wenig nahe. Einzig die Stadt Murten hat zugestimmt, doch dem Kanton Bern war die innerkantonale Variante Münchenwiler dann doch lieber.

Nun ist auch dieses Vorhaben geplatzt. Das Thema Fusion wird laut Maurer somit ad acta gelegt. Eine baldige Standortbestimmung mit dem Kanton soll nun Aufschluss über Clavaleyres’ Zukunft geben.

Eine schnelle Lösung tut besonders in finanzieller Hinsicht Not. Dringende Projekte wie der Anschluss an die ARA Murten (Kostenpunkt: rund 100 000 Franken) sind für das winzige Clavaleyres schwierig zu finanzieren. «Wir besitzen zwar Land und wertvolle Gebäude, aber kaum flüssige Mittel», sagt Maurer.

Clavaleyres will wachsen

Vom Gespräch mit dem Kanton erhofft man sich in Clavaleyres aber auch, vielleicht doch unabhängig bleiben zu dürfen. Um das Dorf am Leben zu erhalten, wird ausserdem ein sanftes Wachstum angestrebt. Vorgesehen ist eine Kernzone mit Neubauten. Einen entsprechenden Planungsauftrag hat die Gemeindeversammlung am Freitag – wohl in weiser Voraussicht – bereits genehmigt.

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