Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Die Geschichte des roten Vorhangs

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Geschichte des roten Vorhangs

Ein Rückblick auf die 15-jährige Geschichte von Murten Classics

Wenn in Murten die Sommerfestspiele über die Bühne gehen, dann sind zwei ältere Herren immer mit dabei. Die beiden Brüder Erhard und Frédy Lehmann, die Initianten von Murten Classics.

Von IRMGARD LEHMANN

Es war einmal ein Murtner, der ging öfters in die Oper nach Verona. Dort hörte er Musik und sah den roten Vorhang. Ein purpurroter, schwer Samtvorhang. Ein Vorhang, der dem Geschehen ein festliches Gepräge gab und die Gäste in der Arena von Verona vom Strassenlärm abschirmte. So was muss auch im Schlosshof von Murten her, dachte sich der Hotelier Frédy Lehmann, der erste und umtriebige Präsident des Vereins «Sommerfestspiele Murten». Doch damit stiess er bei Seinesgleichen auf taube Ohren. Eines Tages jedoch schneiten von einem anonymen Spender 2000 Franken ins Haus. Geld für den roten Vorhang. Die Vereinsversammlung musste wohl oder übel Ja sagen und 4500 Franken genehmigen. Man schrieb das Jahr 1992 und seither fiel im Schlosshof von Murten der purpurrote Vorhang unzählige Male.

Eine Anekdote, die zur Geschichte von Murten Classics gehört, genau wie jene, die besagt, dass ursprünglich niemand an Schlosshofkonzerte dachte, sondern vielmehr an Opern auf einer Seebühne. Doch wie es so ist, das hochtrabende Projekt scheiterte am fehlenden Geld und so begnügte man sich halt mit Schlosskonzerten.

Einst 1500, heute 6000 Gäste

Die einstigen Sommerfestspiele haben sich in den vergangenen 15 Jahren zu einem ansehnlichen Festival entwickelt: Vom Serenadenkonzert an einem Wochenende bis hin zu 32 Konzerten während vier Wochen. Von einer anfänglichen Besucherzahl von 1500 Personen bis hin zu 6000 Gästen. Von einem Budget von 15 000 bis hin zu einem Betrag von 720 000 Franken.

Aller Anfang ist schwer, heisst es im Volksmund. Für Murten trifft das nicht zu. Denn der Schlosshof war bereits mit Kulturellem besetzt. Man wusste, worauf man sich einliess. Alljährlich produzierte sich das Berner Freilichttheater. Auf Anregung von François Loeb hin – er besitzt am Murtensee ein Anwesen und ist regelmässiger Gast im Städtchen – kam das erste Schlosskonzert zustande. Hellhörig für solches war niemand Geringerer als der damalige Stadtschreiber (1960-1991) Erhard Lehmann.

So fand im Jahr 1984 das erste Serenadenkonzert mit Werken von Mozart statt. «Das einmalige Ambiente im Schlosshof mit der Musik und dem Sonnenuntergang machte schnell einmal die Runde, und so wurden die Schlosskonzerte rasch zum beliebtesten Anlass in Murten», freut sich Erhard Lehmann heute noch. Johannes Rainer dirigierte damals die rund 25-köpfige Philharmonische Akademie Bern. Auch ein Auftritt der Musikschule hatte Platz. Doch von Gagen war keine Rede und von Bequemlichkeit auch nicht. Die Stadt Freiburg stellte Bänke ohne Lehnen für 350 Personen zur Verfügung. Und die Auftretenden mussten sich mit den Einnahmen begnügen.

1988: Ein Verein wird aktiv

1988 folgte eine weitere Etappe: Der Verein «Sommerfestspiele Murten» wurde gegründet, deren erster Präsident Frédy Lehmann war und es bis 1998 blieb. Eine Wende trat 1997 mit dem Unfall und Tod des Dirigenten Rainer ein. 1998 trat erstmals der Berner Flötist Kaspar Zehnder als Solist auf.

1999 folgte das Jahr des grossen Umbruchs. Der damals 29-jährige Zehnder wird künstlerischer Leiter. Eine Geschäftsstelle wird geschaffen und die Geschäftsführung der Konzertmanagerin Irene Pickert übertragen. «Mit der neuen künstlerischen Leitung und der Geschäftsstelle erfuhr Murten eine Professionalisierung», bemerkt Präsident Daniel Lehmann, Sohn des Initianten Erhard Lehmann. Seither weiss man, dass Murten Classics im schweizerischen Festivalbetrieb nicht mehr wegzudenken ist.

Wo bleibt das Freiburgervolk?

Zu bedauern gibt es nur eines. Die Freiburgerinnen und Freiburger haben den Weg nach Murten noch nicht gefunden. Zu je einem Drittel kommen die Gäste aus der Region Bern, aus dem Mittelland und der übrigen Schweiz. Das Freiburgervolk macht dabei nur einen kleinen Teil aus. Woran mag es liegen? «Ich weiss es nicht», meint Erhard Lehmann. Der Versuch, mit dem Auftritt von Freiburger Chören die Leute nach Murten zu locken, habe jedenfalls nicht gefruchtet.

Murten Classics gehen am Sonntag zu Ende. Bis dahin sind noch acht Konzerte zu hören. Heute Abend: Serenadenkonzert im Schlosshof und anschliessend ein Sommernachtskonzert im Hotel «Vieux Manoir» in Merlach.

Mehr zum Thema