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Die Hirten ziehen mit ihren Tieren ins Tal

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Am Freitagvormittag bot sich im Sangernboden ein Anblick der besonderen Art: Wanderhirte und Berufsschäfer Markus Nyffeler aus Rüeggisberg kehrte mit seiner 2000 Schafe zählenden Herde aus dem Sommerquartier ins Tal zurück. Staunend blickten zufällig vorbeifahrende Biker und Autofahrer auf die Tiere, die es sich für eine kleine Pause am Strassenrand gemütlich gemacht hatten. Mit wenigen Rufen setzte er nach einer Weile zusammen mit Begleitpersonen und Hütehunden seine Herde wieder in Richtung Tal in Bewegung. Dicht hinter Nyffelers Rücken bewegte sich sogleich eine flauschige Masse mit 8000 Beinen, die ihm emsig folgte. Gestartet war die Herde bereits am frühen Morgen auf dem Steinig Gantrisch auf über 1600 Metern über Meer. Langsam, aber sicher bahnten sich die Mutterschafe mit ihren Lämmern den Weg durch den Muscherenschlund in Richtung Sangernboden Dorf. Von dort zog Schäfer Nyffeler schliesslich in Richtung Rüeggisberg davon, wo er im Frühling und Herbst zu Hause ist. Dort gebe es genug Ställe für die Mutterschafe und ihre Lämmer, ergänzt Nyffeler mit einem Schmunzeln.

Erst im Winter wird er sich mit seiner Herde erneut auf Wanderschaft begeben – in ausgedünnter Aufstellung, denn bereits kurz nach der Heimkehr werden die ersten Tiere aussortiert und zum Schlachten weggebracht. Momentan seien die Kilopreise für Lammfleisch wieder hoch, da Lammfleisch aus dem Ausland wegen der weltweiten Krise nicht so einfach zu importieren sei wie gewöhnlich, freut sich Nyffeler.

Wanderherde

Nyffeler blickt auf einen guten Alpsommer zurück. Die letzten 99 Tage haben seine Schafe etwa am Widdergalm, Stierengrat, Schafarnisch, Steinig Gantrisch oder am Fuss der Kaiseregg geweidet. Alle fünf bis zehn Tage musste Nyffeler weiterziehen, damit die Herde ausreichend mit Futter versorgt werden konnte. Dabei übernachtete er mit seinen Helfern unter anderem in Zelten, Wohnwagen oder manchmal auch in Alphütten. Zwei Mal war er an jedem Weideplatz, bevor nicht mehr genügend Futter nachwachsen konnte und die Sömmerung entsprechend zu Ende ging. «Es war in diesem Jahr weder zu nass noch zu trocken. Das Gras ist vielerorts immer noch sehr grün, das sind ideale Bedingungen.» Normalerweise sehe es ab Mitte August wettertechnisch etwas anders aus, weiss Nyffeler, der bereits seinen achten Alpsommer mit der Herde im Muscherental und am Fusse der Kaiseregg verbringt.

Sehr guter Alpsommer

Aber nicht nur Nyffeler kann auf einen guten Alpsommer zurückblicken. Generell sei dieses Jahr ein sehr gutes für die Hirten gewesen, sagt Frédéric Ménétrey, Sekretär des Freiburger Alpwirtschaftlichen Vereins. «In einem guten Jahr gibt es immer weniger zu sagen als in einem schlechten», ergänzt er mit einem Lachen. «Es gibt sicher von Alp zu Alp Unterschiede, aber im Grossen und Ganzen war dies ein sehr guter Sommer für die Hirten der Freiburger Voralpen.» Das sei beispielsweise im Jura in diesem Jahr anders gewesen: Dort sei bereits im August das Futter auf den Alpen knapp geworden, und die Hirten seien gezwungen gewesen, früh ins Tal zu ziehen.

Corona zog Besucher in Berge

Corona-bedingt habe es viele Wanderer und Touristen in die Berge gezogen, die den Hirten zusätzliche Einkünfte in ihren Buvetten oder beim Käseverkauf beschert hätten, sagt Ménétrey.

So habe die Alpkäserei Gantrischli in diesem Jahr ihre Mutschli direkt an die Besucherinnen und Besucher vor Ort verkauft und nicht wie sonst zu einem grossen Teil auf den Märkten der Region. Als im Frühling die Saison langsam losgegangen sei, hätten sie vorsichtshalber etwas zurückhaltender produziert als sonst, sagt Marlis Moser von der Alpkäserei Gantrischli. Die Sorge, dass sie wegen der Corona-Pandemie auf ihren frisch produzierten Käsespezialitäten sitzen bleiben würden, sei aber bisher zum Glück unbegründet gewesen. Es seien trotz allem einige Leute in diesem Sommer unterwegs gewesen, die bei ihnen Käse gekauft hätten. Beim Alpkäse, der erst noch reifen müsse, könne sie aber noch keine genaueren Angaben machen. Dort zeige sich erst in ein paar Monaten, ob die Nachfrage nach Alpkäse durch die Corona-Pandemie gestört worden sei oder nicht.

Wetter

Hirten verbrachten über 100 Tage auf Alp

«Wir blicken auf einen sehr guten Sommer zurück», sagt Elmar Gremaud, Präsident des Hirtenverbands Sense-Oberland und der Talschaft Jaun. In diesem Frühling habe der Graswuchs wetterbedingt früh eingesetzt, so dass viele Hirten bereits Mitte Mai und nicht wie sonst üblich Ende Mai oder Mitte Juni ihren Alpsommer hätten antreten können. Einzig Anfang Juni sei eine Schlechtwetterperiode zu verzeichnen gewesen. Diese habe aber genügend Wasser für die Tiere und die Vegetation mit sich gebracht. Im Schnitt verbringen die Hirten mit ihren Tieren rund 100 Tage auf der Alp. In diesem Sommer dürfte diese Zahl durch den früheren Alpaufzug und den guten Sommer bei den meisten etwas höher sein, schätzt Gremaud. Gremaud, der im Sommer auf der Alp Oberer Vorsatz zu Hause ist und am Vortag des Bettags zusammen mit befreundeten Hirten ins Tal ziehen wird, kann in diesem Jahr beispielsweise an die 115 Tage auf der Alp verbringen, bevor seine Tiere kein Futter mehr finden.

Eine ähnliche Bilanz zieht auch Joel Niederberger, Hirte und Mitglied des Freiburger Alpwirtschaftlichen Vereins. Er ist mit seinen Tieren im Spittel Gantrisch zu Hause und zieht am kommenden Samstag mit den Rindern ins Tal, mit den Kühen etwas früher. Für die «Züglete» werden die Tiere geschmückt. Das gehöre einfach dazu, auch ohne traditionellen Alpabzug in Plaffeien, sagt Niederberger. Auch er verzeichnet in diesem Jahr mehr als 100 Tage auf der Alp. Wasser und Futter seien auch bei ihm auf der Alp zur Genüge vorhanden gewesen. Auch das Wetter habe sehr gut mitgespielt, nur zu Beginn der Saison sei es wegen der kalten, längen Nächte und der Bise manchmal schwierig gewesen mit dem Graswuchs. Einmal habe es zudem so gehagelt, dass die Bergbäche übergelaufen seien.

Aufgefallen seien ihm auch die vielen Leute, die in diesem Sommer etwa mit dem Wohnmobil in der Region unterwegs gewesen seien. Das sei schon anders gewesen als sonst. Allerdings sei es in der eigenen Buvette etwas ruhiger zu und her gegangen als sonst. Die Besucherinnen und Besucher seien zwar nicht komplett ausgeblieben, hätten aber manchmal gezögert, ob sie auf der Terrasse einkehren wollten oder nicht.

vk

«Es gibt sicher von Alp zu Alp Unterschiede, aber im Grossen und Ganzen war es ein sehr guter Sommer.»

Frédéric Ménétrey

Alpwirtschaftlicher Verein

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