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«Die Jahre gingen vorbei wie nichts»

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Autor: Imelda Ruffieux

In den letzten 37 Jahren dirigierte Xaver Ruffieux an jedem Osterfest, an Weihnachten und an anderen kirchlichen Feiertagen den Cäcilienchor Plasselb. Als er ihn 1973 übernahm, fand sich der Verein in einer Umbruchphase. Weil der Männerchor kaum noch ein Dutzend Mitglieder hatte, öffnete sich der Verein für Frauen: Der Gemischte Chor wurde gegründet. Als der damalige Dirigent und Oberlehrer Oswald Zahno überraschend aus Plasselb wegzog, übernahm Xaver Ruffieux sein Amt als junger Primarlehrer das Amt.

So ganz aus dem Nichts wurde ihm diese Aufgabe aber nicht übertragen. Zum einen war er bereits vorher in Plaffeien als Vize-Organist tätig. Zum anderen hatte er das nötige Rüstzeug in der Ausbildung mitbekommen: «Klavier- und Orgelunterricht waren im Lehrerseminar damals obligatorisch», erzählt Xaver Ruffieux. Und es war damals selbstverständlich, dass ein Lehramt mit der Übernahme eines Chors verbunden war. «So bin ich reingerutscht.» Ein Entscheid, den er nie bereut hat. «Das Schöne dabei ist, dass ich mit diesem Nebenamt mein Hobby, die Freude an der Musik und am Gesang, mit einem nützlichen Dienst an der Pfarrei, der Kirche und der Gemeinschaft verbinden konnte.»

«Gäbige» Lieder

Der Chor zählte bei seinem Antritt etwa 35 Mitglieder. Anfangs sei die Leitung nicht leicht gewesen, weil es viele Wechsel gab. Nach etwa zehn Jahren sei der Mitgliederbestand konstanter geworden. Die Lieder hat er immer selber ausgewählt. «Ich suchte vor allem gäbige und brauchbare Literatur.» Für Auftritte am Sonntag sei es nicht möglich gewesen, komplizierte Stücke zu wählen, die drei bis vier Proben verlangt hätten.

Umso mehr schätzte er es, zwischendurch für besondere Anlässe – ein Konzert oder ein Cäcilienfest – anspruchsvolle Stücke zu wählen. «Damit konnte ich den Chor weiterbringen», führt er aus. Es sei aber stets eine Gratwanderung gewesen, den Chor zu fordern und zu fördern, aber nicht zu überfordern. «Wenn wir ein konkretes Ziel hatten, zum Beispiel ein Konzert, dann war der Probebesuch immer am besten.»

Es sei ihm auch ein Anliegen gewesen, das einheimische Musikschaffen zu unterstützen, indem er Werke von Sensler Musikerkollegen ins Programm aufgenommen habe. Selber zu komponieren, sei ihm aber nie in den Sinn gekommen. «Das ist nicht mein Ding.»

Zwölf Konzerte

Seinen ersten grossen Einsatz erlebte Xaver Ruffieux mit der Orgeleinweihung 1979, an der der Chor das Halleluja von Händel interpretierte. «Beim Aufräumen sind mir die Programmzettel in die Hände gefallen: Insgesamt haben wir zwölf Konzerte veranstaltet.» Dazu kamen noch die speziellen Werke für die Cäcilienfeste. Jenes von 2002 ist ihm am besten in Erinnerung geblieben. Damals hat er fünf andere Chöre überzeugt, gemeinsam die Mozartmesse vorzutragen. «Über 250 Sängerinnen und Sänger vor vollbesetzter Halle – das war mit Abstand das Schönste.»

Die 34 Mitglieder proben jeweils am Donnerstag im Vereinslokal. Es sei eine grosse Erleichterung gewesen, im Jahr 2000 nach 27 Jahren Proben in einem Schulzimmer in diesen akustisch sehr guten Saal umziehen zu können, sagt er.

Weiterhin Organist

«Die 37 Jahre gingen vorbei wie nichts.» Die Motivation sei immer da gewesen. Besonders freut sich Xaver Ruffieux über das gute Verhältnis im Chor: «Kein Gestürm, keine Krise.» Trotzdem habe er vor zwei Jahren seinen Rücktritt angekündigt. Er habe den Zeitpunkt seiner Demission so gewählt, damit der Chor mit seiner Nachfolgerin Claudia Scherer im Hinblick auf das Cäcilienfest 2012 etwas aufbauen könne. Damit der Abschied nicht ganz so abrupt ist, bleibt der 65-Jährige weiterhin als Organist tätig. So wird er heute Abend und morgen das letzte Mal als Dirigent vor dem Chor stehen. «Sicher ein komisches Gefühl, aber es ist der Lauf der Zeit.» Er werde sich daran gewöhnen, so wie er sich auch an den Abschied vom Unterrichten gewöhnt habe.

«Seinem» Chor wünscht er vor allem Beständigkeit. «Es wäre ein grosser Verlust für das Dorf und die Pfarrgemeinschaft, wenn es den Gemischten Chor nicht mehr gäbe.»

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