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Die Parteien attackieren den Prinzen

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Der Prinz von Tarent belagerte in der berühmten Schlacht von Murten im Jahr 1476 die Altstadt. Mit dem burgundischen Heer stand er im Westen von Murten als Anführer vor den Stadtmauern. Nach mehr als 500 Jahren soll der Prinz nun nach Murten zurückkehren; und zwar in Form eines Parkhauses östlich der Ringmauer. Auf fünf Etagen und 300 Parkplätzen soll er auf dem Viehmarkt-Parking mehr Abstellplätze für die Autos bieten.

Dass der Prinz von Tarent wieder vor der historischen Altstadt auftaucht, passt vielen Murtnern nicht. Der «Murtenbieter» publiziert Leserbrief nach Leserbrief; in denen wird der Prinz etwa als «Autosilo» bezeichnet. Andere wollen das Parkhaus in den Untergrund versenken oder sich gar vom Prinzen, den eine Jury in einem Wettbewerb als Siegerprojekt ausgewählt hat, wieder freikaufen.

«Nicht erfreut über Projekt»

 Der Prinz wird auch im Generalrat nicht sehr geliebt. An der nächsten Sitzung vom 15. Oktober wird der Gemeinderat dem Parlament einen Planungskredit mit einer Kostenschätzung für das ausgewählte Parkhausprojekt vorlegen. Die Zeichen deuten aber schon jetzt darauf hin, dass viele Generalräte diesen Kredit nicht durchwinken werden. Denn hinter den Kulissen hat die CVP-Fraktion eine Motion aufgesetzt und diese dann mit den anderen Fraktionspräsidenten an einer gemeinsamen Sitzung besprochen. «Wir sind nicht generell gegen ein Parkhaus, aber wir sind nicht erfreut über das Gewinnerprojekt», sagt CVP-Fraktionspräsident Hugo Wanner. «Vielmehr wollen wir andere Lösungen geprüft haben.» Genaueres über den Inhalt der Motion will Wanner nicht sagen.

An der Fraktionspräsidenten-Sitzung waren laut Wanner alle Parteien ausser der SP dabei. Die Motion sei zwar noch nicht verabschiedet. «Aber sie ist bei den Fraktionspräsidenten zur Vernehmlassung.» Er habe von allen Fraktionen ausser jener der SVP eine Rückmeldung erhalten, sagt Wanner. «Ich denke, al- le Fraktionen werden unterschreiben.»

FDP und GLP mit im Boot

Eine Umfrage bei den anderen Parteien zeigt, dass die Motion auf Unterstützung stösst. Die FDP steht hinter der Motion. «Uns ist aber wichtig,dass das Parkhausprojekt nichtstirbt. Der Gemeinderat soll es aber noch mal überprüfen», sagt Thomas Bula, Parteipräsident und abtretender Fraktionspräsident der FDP. Der Gemeinderat solle abklären, ob nicht doch ein unterirdisches Parking möglich sei. «Es ist schade, wenn der Viehmarkt überbaut wird.»

Auch bei der GLP stösst der Prinz von Tarent «tendenziell auf Ablehnung», wie GLP-Fraktionspräsident Martin Leu sagt. Die Partei arbeite bei der Motion, die von der CVP initiiert wurde, mit. Das wichtigste Anliegen der GLP sei, dass der Gemeinderat die Umsetzung der Begegnungszone in der Altstadt nicht an den Bau eines Parkhauses knüpfe. «Da sind wir komplett dagegen», sagt Leu.

Dass die SVP ihre Unterschrift noch nicht unter die Motion gesetzt hat, wie CVP-Mann Wanner sagt, bestätigt Fraktionspräsidentin Susi Moser. Die SVP habe sich gestern Abend getroffen, um einen Entscheid zu fällen.

Die SP will den Prinzen

Statt zur Motion, welche die Parteien derzeit ausarbeiten, äussert sich SP-Fraktionspräsidentin Chantal Müller lie- ber zum Planungskredit für den Prinzen von Tarent, über den der Generalrat abstimmen wird. «Wir stimmen dem Planungskredit zu. Denn wir wollen den Prinzen von Tarent.» Die Motion der anderen Parteien will die SP laut Müller «nicht per se» ablehnen, aber mit dem Planungskredit könne der Gemeinderat detailliertere Fakten zum Siegerprojekt liefern.

 Auch der Gemeinderat weiss,dass die Generalratsfraktionen eine Motion ausarbeiten. Sie spüre unter den Generalratsmitgliedern einen «recht grossen Widerstand», sagt die für das Parkhausprojekt zuständige SP-Gemeinderätin Ursula Schneider Schüttel. «Die Kritik kommt aber zu einem erstaunlichen Moment.» Denn beim Wettbewerb habe man alle möglichen Varianten diskutiert. Auch sie sei zuerst der Meinung gewesen, dass das Parkhaus wenn möglich unterirdisch gebaut werden soll. «Ein unterirdisches Parkhaus wird aber nicht nur teurer im Bau und im Unterhalt», argumentiert sie. «Vor allem hat keiner der 85 Wettbewerbsteilnehmer ein befriedigendes Projekt vorgeschlagen.» Wenn so viele Leute rumstudiert haben und keine gute Lösung gefunden hätten, sei eine unterirdische Lösung kaum denkbar.

Viel Arbeit für nichts?

Auf die Frage, was passiert, wenn der Generalrat den Planungskredit für den Prinzen von Tarent nicht annimmt, reagiert Schneider Schüttel gelassen. Das sei das Recht des Generalrats. «Der Rat muss sich einfach der Konsequenzen bewusst sein», gibt sie zu bedenken. «Ich fände es die schlechteste Lösung, wenn die Leute, die lautstark ein Parkhaus verlangt hätten, die gan- ze Arbeit nun zunichtema- chen würden.»

Lage: «Der Bau ist zonenkonform»

D as geplante Parkhausprojekt Prinz von Tarent kommt auf dem Viehmarktparkplatz östlich der Altstadt zu ste- hen. Obschon das Gelände in einer Schutzzone liegt, sei der Bau zonenkonform, sagt die Gemeinderätin Ursula Schneider Schüttel. In der Jury sassen drei Gemeinderäte, drei Architekten und ein Bauingenieur. Im Gremium sass auch der kantonale Kulturgüterchef Stanislas Rück. Er war gestern nicht erreichbar. Laut Schneider Schüttel sei Rück aber der Meinung, dass das Projekt so umgesetzt werden könne. «Eine fachlich gut dotierte Jury hat das Siegerprojekt ausgewählt. Die Baute verdeckt die Sicht auf die Ringmauern nicht wesentlich.» Wird das Projekt «Prinz von Tarent» tatsächlich umgesetzt, müssten laut Schneider Schüttel im Baubewilligungsverfahren solche Fragen durch die kantonalen Ämter noch abschliessend beantwortet werden. hs

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