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Die Sense als Wunder der Natur

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Dass Peter Imhof geländegängig ist, kann man auf den ersten Blick sehen. Ausgerüstet mit Hut und Gummistiefeln scheut sich der 78-Jährige nicht, durch das knöcheltiefe Wasser zu waten. Imhof kennt sich an der Sense aus. «Schon als Buben fuhren wir mit dem Fahrrad von Niederscherli nach Mittelhäusern und stachen dann an die Sense hinunter.» Freibäder habe es damals noch kaum gegeben.

Tomaten an der Sense

65 Jahre später ist der Rentner immer noch häufig an und in der Sense unterwegs. «Ich staune manchmal, wie alt man alt werden muss, um gewisse Schönheiten in der Natur überhaupt erst zu sehen.» Jedes Mal, wenn er sich mit seiner Kamera aufmache, entdecke er wieder neue Facetten. So fand er inmitten der Steine an der Sense letzthin eine Tomatenstaude. «Das ist unglaublich!» Im Garten würden Tomaten oft nicht richtig gedeihen, dafür wachse plötzlich eine Pflanze am Ufer der Sense. Wie die Tomatenstaude an diesen Platz kam, darüber kann Imhof nur mutmassen. «Vielleicht hat jemand beim Picknick eine Tomate gegessen.» Imhof staunte auch, als er am Ufer eine blühende Mohnpflanze entdeckte, die auch nicht unbedingt zur klassischen Flora an einem Flussbett gehört. In der Sense liessen sich auch Alpenrosen entdecken. «Diese Pflanzen wachsen wohl seit Hunderten von Jahren an diesem Ort.» Im Bett der Sense blühten sie aber rund einen Monat früher als in ihrem klassischen Lebensraum in den Bergen. Imhof fand also genügend Sujets für einen Bildband.

Nicht nur ein Bilderbuch

Das Buchprojekt «Sense» reifte nach der Pensionierung. «Als Berufsmann hat man für so etwas keine Zeit.» Wenn man nach dem Feierabend heimkomme, sei man erstens sehr müde und zweitens müsse man sich ja dann auch um die Familie kümmern. Und so publizierte Imhof nach der Pensionierung zuerst drei Dialektbücher.

Sein Erstling «Chabisland» spielte im Gürbetal, wo er die ersten zehn Lebensjahre verbrachte. «In diesem Buch veröffentlichte ich kleine Lausbubengeschichten aus der Region.» Es sei ein Buch zum Vorlesen. Dementsprechend werde er damit bis heute zu Lesungen eingeladen. Im dritten Buch «Senseflüh» erzählte er zehn Mundartgeschichten rund um die Sense.

«Dieses Buch brachte mich bereits in die Richtung des Bildbandes.» Irgendwann habe er sich gedacht, er müsste doch eigentlich aus seinem grossen Bildarchiv etwas machen. Er betont aber, dass er nicht einfach ein Bilderbuch machen wollte, sondern den Lesern auch Wissen über die porträtierte Landschaft vermitteln wolle.

Forderndes Buchprojekt

Der Autor verschweigt nicht, dass ihn das Buch sehr gefordert hat. Bereits die Auswahl der Bilder sei aufwendig. Dann habe er enorm viel Zeit für die Bildlegenden aufgewendet. «Zudem schrieb ich zum ersten Mal ein Buch auf Hochdeutsch.» Da habe er intensive Diskussionen mit seiner Lektorin geführt. «Sie hat mich manchmal richtig zusammengestaucht.» Gestern nun fuhr ein Lastwagen voller Bücher an seinem Wohnort Niederscherli auf. «Am 29. Oktober feiern wir die Vernissage im Schloss Schwarzenburg», freut sich Imhof.

Beliebtes Ausflugsziel

 Der Autor stellt fest, dass das Thema des Buches Anklang findet. «Der Fluss ist ein beliebtes Ausflugsziel.» Imhof stellt aber fest, dass viele nur die bekannten Plätze wie etwa die Sodbachbrücke besuchen würden. Der Kenner empfiehlt, diesen bevölkerten Orten auszuweichen und stattdessen zwei Stunden flussaufwärts zu wandern. «Dort liegt für mich das Paradies.»

Eine gute Ausrüstung sei aber für eine solche Expedition empfehlenswert, muss man doch dafür denn Fluss gleich mehrfach durchqueren. «Am Anfang ging ich jeweils barfuss in die Sandalen.» Das führte zu aufgescheuerten Füssen, da Sand in die Schuhe geriet und wie kleine Glasscherben wirkte. «Nun ziehe ich ein paar feine Socken und ein paar gestrickte Socken übereinander an und gehe so in die Sandalen.» Das funktioniere. Für die kalte Jahreszeit seien Fischerstiefel am besten geeignet. Für die elektrischen Geräte empfiehlt Imhof wasserdichte Plastikbeutel. «Ein Sturz ins Wasser lässt sich bei den teilweise glitschigen Steinen nie völlig ausschliessen.» Das wäre schade um die wertvollen Geräte, wobei: «Ich beschränke mich bei diesen Wanderungen auf eine einfache Kamera.»

Schliesslich gibt er einen Rat: «Bei der Sense muss man sich gut über Wasserstand informieren.» Im Internet liessen sich die Daten der hydrologischen Station Thörishaus abrufen. «Zwei bis drei Kubikmeter Wasser pro Sekunde sind ideal.» Fliesse zu viel Wasser, könne es gefährlich werden. Es sei deshalb auch wichtig, das Wetter in der Region zu beobachten. «Sonst könnte man trotz blauem Himmel von Gewittern im Schwarzsee überrascht werden.

Peter Imhof ist froh, dass das Buch nun erschienen ist. Es wird wohl für längere Zeit das letzte sein. «Im Moment habe ich genug.» Er freue sich darauf, wieder einmal ohne das Projekt im Hinterkopf fotografieren zu können.

Sense: Ein Bildband zeigt die Schönheit der Flusslandschaft

Der Bildband «Sense» von Peter Imhof zeigt in 16 Kapiteln mit durchschnittlich zehn bis 14 Seiten verschiedene Facetten der Flusslandschaft zwischen dem sogenannten Heiti-Büffel und der Guggersbachbrücke. Zu jedem Kapitel stellte er einen thematischen Einführungstext von rund einer Seite bei. Die Titel der Kapitel lauten zum Beispiel «Das Wunder der Alpenrosen», «Heiti-Büffel sucht göttliche Kuh» oder «Wo sind sie, die Steinweiber, die Steinhexen». Imhof spricht in seinem Buch Themen wie die Felsformationen oder auch die Pflanzen- und Tierwelt des Flusses an.

Im Kapitel über den «Heiti-Büffel» erfährt der Leser beispielsweise einiges über die interessante Felsformation am Eingang zum Naturschutzgebiet Sense. So zum Beispiel auch, dass reissende Hochwasser ganze Uferpartien umgestalten können. Die Bilder zeigen den «Büffel» von verschiedenen Seiten.

Schliesslich nimmt er im Kapitel «Scha(n)de» pointiert Stellung zu Entwicklungen, die seiner Ansicht nach der Sense schaden. Dazu zählt er namentlich die Schiessplätze der Armee oder Anhänger der Freikörperkultur, welche, so Imhof, die Sense «mit eindeutigen Szenen» in Verruf bringen. sos

Peter Imhof, Sense, Weberverlag, ISBN 978-3-03818-034-0

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