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Diese verflixte Wirklichkeit

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Erfolg ist im Sport nicht immer planbar. Sonst stünde der HC Lausanne nach elf Spieltagen nicht auf dem drittletzten Tabellenrang der National League. Seit der nordamerikanische Investor Ken Stickney Anfang 2016 den Club übernahm, versucht er, ihn mit aller (Finanz-)Kraft zu einer Topadresse im Schweizer Eishockey zu machen. Geduld ist allgemein nicht eine Tugend, die mit Stickney in Verbindung gebracht wird. Er war Teil der Investorengruppe Avenir Sports Entertainment, die 2015 den EHC Kloten übernahm, den Club allerdings nach weniger als einem Jahr fallen liess, als klar wurde, dass im Zürcher Unterland kein Geld zu verdienen ist.

Stickney sah in Lausanne mehr Potenzial. Als er beim LHC einstieg, spielte der Club gerade die beste Saison seiner Geschichte, beendete die Qualifikation auf Rang vier. Seither geht es bergab, obwohl die Waadtländer immer wieder viel Geld in die Hand nehmen, um Topcracks anzulocken. 2017 waren es die Nationalspieler Joël Vermin und Lukas Frick. Weil die Lausanner letzte Saison dennoch überraschend die Playoffs verpassten, rüsteten sie auf diese Saison hin kräftig nach, unter anderem mit Christoph Bertschy, Robin Grossmann und Ronalds Kenins.

Bereits die nächste Offensive

Doch irgendwie scheint die Transferoffensive erneut nicht zu fruchten. Der Club, der sich zum Ziel gesetzt hat, spätestens mit dem Einzug in das neue Stadion 2019 um den Titel mitzuspielen, steht nach elf Spielen auf dem zehnten Rang. Zuletzt verloren die Lausanner sechsmal in Folge. Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander. «Natürlich ist das ein Thema. Wir wissen, dass die Erwartungen hoch sind», sagt der Düdinger Stürmer Christoph Bertschy, der auf diese Saison hin nach drei Jahren in Nordamerika mit einem Vierjahresvertrag zu Lausanne gewechselt hat. «Aber das darf uns nicht beeinflussen. Wir Spieler haben ebenfalls hohe Erwartungen an uns selbst. Wir wissen, dass mit diesem Team ein besserer Saisonstart möglich gewesen wäre.»

Hier geht’s zum neusten Gottéron-Blog zum Thema Ausländer.

Während die aktuelle Mannschaft mehr schlecht als recht über das Eis holpert, versucht die Führung neben dem Eis fast schon verzweifelt, die Vorwärtsstrategie in noch höherem Tempo voranzutreiben. Für nächste Saison hat Lausanne bereits Torhüter Tobias Stephan verpflichtet. Mit Cody Almond wird ein weiterer Schweizer Nationalstürmer 2019 ins Waadtland wechseln. Das ist zwar noch nicht offiziell, gilt aber als offenes Geheimnis. Wo immer der Vertrag eines Topspielers ausläuft, wird Lausanne als einer der Interessenten gehandelt, sei es aktuell bei Luganos Grégory Hofmann oder dem Davoser Enzo Corvi. Beim Freiburger SCB-Stürmer Tristan Scherwey, dessen Vertrag noch zwei Jahre läuft, soll Lausannes Sportchef Jan Alston ebenfalls bereits angeklopft haben, um über ein Engagement ab 2020 zu diskutieren, wie die «Berner Zeitung» letzte Woche schrieb.

Hier geht’s zur Videoserie Auswechselbank.

Bei so viel Umtriebigkeit drängt sich die Frage auf: Bringt das nicht Unruhe in die Kabine? Über Gerüchte mache man sich keine Gedanken, sagt Bertschy. «Einzig die Verpflichtung von Tobias Stephan war ein Thema in der Kabine.» Kein Wunder, schliesslich haben Lausannes aktuelle Goalies Luca Boltshauser und Sandro Zurkirchen weiterlaufende Verträge. «Wir haben das dann intern besprochen und das Thema anschliessend begraben. Wir wissen alle, dass für uns momentan nur die aktuelle Saison zählt.»

Fünf Tore in sechs Spielen

Zählbares schaute zuletzt wenig heraus. Aus den vergangenen sechs Partien resultierte ein einziger Punkt. «Wir sind in einer Negativspirale. Da ist Frustration mit im Spiel, weil es nicht läuft», sagt Bertschy. «Oft spielen wir über weite Strecken nicht schlecht. Auch am Dienstag gegen Ambri haben wir zwei Drittel lang gut gespielt. Dann haben wir ein Gegentor kassiert und sind aus dem Tritt geraten.» Am Ende stand eine 1:4-Heimpleite gegen die bescheidenen Tessiner.

Eines der Probleme ist die offensive Harmlosigkeit. In den letzten sechs Spielen erzielten die Lausanner bloss fünf Tore. Dabei sind sie die Mannschaft mit den meisten Torschüssen der Liga. Allein am Dienstag waren es 49. Regelmässig werden allerdings die gegnerischen Torhüter als beste Spieler ausgezeichnet – kein gutes Zeichen für den Sturm. «Da muss man sich natürlich die Frage stellen, wie es um die Qualität der Schüsse steht. Wir machen es dem gegnerischen Goalie oft zu einfach, weil wir zu wenig Druck auf ihn erzeugen und für zu wenig Verkehr vor dem Tor sorgen, um ihn zu stören.»

Die Verzweiflung ist gross, wie das Beispiel Dustin Jeffrey zeigt. Erst zwei Wochen ist es her, da vermeldete der Club, der kanadische Stürmer müsse am Handgelenk operiert werden und falle vier Monate aus. Am Dienstag stand der letztjährige Liga-Topskorer plötzlich wieder auf dem Eis. Eine Operation sei nun doch nicht nötig, Physiotherapie reiche aus, teilte der Club mit.

Auch Bertschy in der Kritik

Was für das Team gilt, gilt auch für Christoph Bertschy persönlich: Der Sensler Stürmer bringt bisher nicht auf das Eis, was von ihm erwartet wird. Nach elf Spielen steht er bei einem Tor und drei Assists. «Meinen Start würde ich als recht durchzogen bezeichnen. Ich hätte dem Team gerne mehr geholfen. Meine Rolle ist bis jetzt recht offensiv, und ich spiele auch im Powerplay. Für die Rolle und die Eiszeit, die ich bekomme, habe ich bis jetzt zu wenig zurückgegeben.»

Als einer der Topverdiener und designierten Leader der Mannschaft gerät Bertschy allmählich in die Kritik. Nach dem Spiel vom Dienstag etwa wählte ihn der «Blick» zur «Pflaume» des Spiels, weil er «neben den Schlittschuhen» stehe. Wie geht der junge Sensler damit um? «Das muss man aushalten. Ich versuche, solche Dinge gar nicht zu lesen und nicht an mich herankommen zu lassen.» Er sei selbst sein grösster Kritiker und werde nun versuchen, sein Spiel wieder einfach zu halten und dem Team über den Kampf grösstmöglich zu helfen.

Gute Erinnerung an Gottéron

Die Stimmung in der Kabine sei nach den letzten Resultaten angespannt, gibt Bertschy zu. «Das ist normal.» Es sei nun an den Spielern und am jungen Trainer Ville Peltonen, einen Weg aus der Krise zu finden. Man lasse das Team das in Ruhe versuchen – bis jetzt seien jedenfalls weder Sportchef Als­ton noch Präsident Stickney in die Kabine gekommen, um den Spielern die Leviten zu lesen, sagt Bertschy. «Wir müssen nun versuchen, positiv zu bleiben, und uns alle wieder auf unsere Aufgaben konzentrieren. Weil wir alle ehrgeizig sind, besteht in solchen Situationen die Gefahr, dass es jeder Spieler selbst zu richten versucht. Dabei ist das System immer erfolgreicher als jeder Einzelspieler.»

Das Team benötige nun endlich einen Befreiungsschlag in Form eines Siegs. «Am besten gleich gegen Gottéron – denn die Zeit drängt.» An die Freiburger haben die Lausanner gute Erinnerungen. Vor knapp einem Monat gewannen sie zum Saisonauftakt im St. Leonhard gleich mit 5:1. Es schien eine Kampfansage an die Grossen der Liga zu sein. Und für Freiburg war es ein früher Dämpfer. Sport ist eben nicht bloss nicht immer planbar, sondern oft auch schnelllebig.

Spiel in Lausanne

Furrer ist krank und deshalb heute fraglich

Gottéron kann heute im Auswärtsspiel gegen den HC Lausanne wieder auf Verteidiger Sebastian Schilt zählen, der krankheitsbedingt die letzten beiden Partien gefehlt hatte. Dafür hat es nun den defensiven Patron Philippe Furrer erwischt, der gestern krank zu Hause blieb und dessen Einsatz heute fraglich ist. Auf der Verletztenliste steht einzig der Name Michal Birner. Weil der am Mittwoch verpflichtete kanadische Stürmer Jacob Micflikier erst heute aus Winnipeg in Freiburg ankommt, wird er in Lausanne noch nicht zum Einsatz kommen. Im Tor steht erneut Reto Berra. Ludovic Waeber dürfte am Sonntag im Cup-Achtelfinal auswärts beim SC Bern zum Einsatz gelangen.

Obwohl Lausanne seine letzten sechs Spiele allesamt verloren hat, ist der Respekt von Gottéron-Trainer Mark French für die Waadtländer unverändert gross: «Lausanne hat viele offensiv starke, schnelle Spieler.» Der Kanadier will deshalb von seinem Team eine defensiv gleich solide Leistung wie beim 3:0-Heimerfolg vom Dienstag gegen Biel sehen.

fs

 

Heute spielen

Ambri-Piotta – Rapperswil 19.45

SC Bern – ZSC Lions 19.45

Biel – Lugano 19.45

Servette – Davos 19.45

Lausanne – Gottéron 19.45

EV Zug – SCL Tigers 19.45

«Wir wissen, dass die Erwartungen hoch sind. Aber das darf uns nicht beeinflussen.»

Christoph Bertschy

Lausanne-Stürmer

«Für die Rolle und die Eiszeit, die ich bekomme, habe ich bis jetzt zu wenig zurückgegeben.»

Christoph Bertschy

Lausanne-Stürmer

Der heutige Gegner

Fakten zu Lausanne

• Lausanne übersteht nur 71,4 Prozent aller Unterzahlspiele ohne Gegentor – das ist klar der schlechteste Wert der Liga.

• Topskorer ist Verteidiger Jonas Junland mit zwei Toren und acht Assists.

• Von den fünf Heimspielen in dieser Saison hat Lausanne bisher drei verloren.

fm

 

 

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