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Dieselben Argumente und Zweifel

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Etwa 80 Personen haben sich am Montagabend in Tentlingen zu einem Informationsabend über die geplante Kiesgrube Räbhalta-Fahlo getroffen. Seit das Projekt vor knapp einem Jahr erstmals öffentlich vorgestellt wurde, ist viel Wasser die Ärgera hinuntergelaufen. Die Gegner der Kiesgrube haben sich in dieser Zeit zum Verein «Zukunft Tentlingen» zusammengeschlossen. Am Montagabend waren sie in der Mehrzahl und klatschten jeweils, wenn ein Argument gegen das Projekt fiel.

Forum: Für die einen gut …

Grund für den Anlass war der Abschluss eines Diskussionsforums, das der Gemeinderat Ende des letzten Jahres ins Leben gerufen hatte. Wie Joseph Brügger, Ortsplaner der Gemeinde und am Montag auch Moderator des Anlasses, erklärte, sollten in diesem Forum offene Fragen geklärt, Vorschläge für eine Verbesserung des Projekts vorgebracht und das gegenseitige Verständnis verbessert werden. An den drei Sitzungen nahmen neben dem Gemeinderat, der Betreiberfirma Vigier Beton Romandie AG auch Gegner und Befürworter sowie Vertreter des Gewerbevereins teil. Sie gaben an, dass das Forum informativ und konstruktiv verlief, auch wenn sich aus den Gesprächen keine neuen Elemente ergaben.

… für die anderen nutzlos

Die Delegierten des Vereins «Zukunft Tentlingen» hatten ihre Teilnahme am Forum nach zwei Sitzungen abgebrochen. «Es machte keinen Sinn mehr», erklärte Präsident André Schorro am Montagabend. «Die Ziele des Forums widersprachen den Zielen unseres Vereins.» Er machte in der Diskussion klar, dass der Verein nicht eine Nachbesserung des Projekts erreichen, sondern den Kiesabbau verhindern wolle. Man habe deshalb andere Wege gesucht, um ans Ziel zu kommen, sagte André Schorro und erwähnte die Unterschriftensammlung, die Forderung nach einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung und das Einreichen einer Klage wegen Aufsichtspflichtverletzung gegen den Gemeinderat (die FN berichteten).

Spaltung des Dorfes

Im Namen des Vereins äusserte er klare Worte an die Adresse des Gemeinderats: «Warum seid Ihr gegen eine Konsultativabstimmung? Diese würde zeigen, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegen das Projekt ist.» Die Haltung des Rates spalte das Dorf in zwei Lager. Erst ein demokratischer Grundsatzentscheid legitimiere den Gemeinderat dazu, das Projekt zu unterstützen. «Die Firma Vigier bringt seit Jahren Lärm und Dreck, aber kein Geld nach Tentlingen», sagte André Schorro und betonte: «Wir sind alle Verlierer, nur Vigier gewinnt.» Andere Diskussionsteilnehmer warfen dem Gemeinderat vor, arrogant zu sein und Paragrafen vorzuschieben. Ein weiterer griff das Argument auf, dass Tentlingen an Attraktivität als stadtnahe Wohngemeinde verliere, sollte die Grube kommen. Die Gegner befürchten, dass die Sanierung der Strasse in die Stersmühle mehr kostet, als die Grobschätzung des Gemeinderates über eine Million Franken vorsieht.

Stumme Befürworter

Der Gemeinderat hatte an diesem Abend einen schweren Stand, zumal sich kein einziger Befürworter der geplanten Kiesgrube zu Wort meldete. Gemeindepräsidentin Antje Burri betonte, dass der Gemeinderat seinen Auftrag, die Gemeinde politisch-strategisch zu führen, sehr ernst nehme. «Wir haben das Projekt sehr lange diskutiert und ernsthaft hinterfragt», sagte sie. Sie und ihre Ratskollegen hätten versucht, alle Interessen abzuwägen, und hätten wirtschaftliche Überlegungen, zum Beispiel bezüglich Arbeitsplätzen und Gemeindefinanzen, miteinbezogen.

Geld in die Gemeindekasse

Gemeinderat Willy Riedo wies darauf hin, dass Vigier der Gemeinde pro Jahr rund 100 000 Franken bezahlen würde: erstens für den Verkauf des Kieses, der sich auf Gemeindegebiet befindet, zweitens als Entschädigung für die Pacht der Parzelle, auf der die Zufahrt liegt, und drittens als Entschädigung für die ausserordentliche Belastung der Strasse.

Ausserdem würde sich Vigier mit 25 Prozent oder maximal 200 000 Franken an den Kosten für die Sanierung der Strasse in die Stersmühle beteiligen. Würde diese komplett saniert, verbreitert und mit einem Trottoir versehen, würde dies gemäss Grobschätzung rund eine Million Franken kosten. Die Gegner bezweifelten, dass dies ausreichen würde. Auf die nachdrückliche Frage einer Bürgerin, wie viel Steuern die Firma Vigier in Tentlingen zahle, konnte der für die Finanzen verantwortliche Gemeinderat nichts sagen, da dies dem Amtsgeheimnis unterliege. Nach mehr als zweieinhalb Stunden waren viele Fragen geklärt. Der Verlauf der Diskussion machte aber deutlich, dass die bestehenden Zweifel nicht ausgeräumt werden konnten. An der Gemeindeversammlung von nächster Woche ist das Thema noch einmal traktandiert.

Nächste Entscheide

Ende Monat entscheidet der Sensler Oberamtmann über die Aufsichtsbeschwerde des Vereins «Zukunft Tentlingen» gegen den Gemeinderat. Dieser wird dann im Mai über die Einsprachen befinden. Angesichts des tiefen Konflikts wird wohl noch viel Wasser die Ärgera runterfliessen, bis ein Entscheid – für oder gegen das Kiesprojekt – gefallen ist.

Zum Projekt

Etappenweiser Abbau

Die Vigier Beton Romandie AG will im Gebiet Räbhalta rund 1,8 Millionen Kubikmeter Material abbauen. Das sind jährlich rund 60000 Kubikmeter während mehr als 20 Jahren. Das Material soll via Förderband ins Werk in der Stersmühle gebracht und verarbeitet werden – und zwar in einer neuen Anlage, denn die bestehende wird bis spätestens Ende 2018 abgebaut. Da die Firma heute Material für die Verarbeitung zuführt, würde sich gemäss Daniel Schneuwly, Präsident des Verwaltungsrates der Vigier Beton Romandie AG, die aktuelle Anzahl von durchschnittlich 48 Lastwagen pro Arbeitstag auf 39 Camions reduzieren. Massnahmen wie eine Radwaschanlage für Lastwagen, geteerte Zufahrtswege, bewässerte Pisten und ein zugedecktes Förderband sollen die Belastungen durch Lärm und Staub verringern.im

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