Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Diskriminierte Bratwürste

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Kaum ist der Darmlieferengpass bei den Cervelats verdaut, droht den Schweizer Wurstwaren erneut Ungemach: Die Bratwurst-Diskriminierung. Seit Tagen wird von den Plakatwänden herab an mein Gutmenschen-Gewissen appelliert: «Bratwurst-Diskriminierung stoppen!» Zwar habe ich nicht ganz verstanden, wer die Bratwurst benachteiligt: Die Veganer? Die Filet-Esser? Das Bundesamt für Gesundheit? Auch die Motive der Bratwurst-Diskriminierer sind mir schleierhaft. Und ich frage mich: Ist nur die Bratwurst betroffen oder werden auch die Wienerli geschnitten, die Salami herabgewürdigt und die Blutwurst unterdrückt? Ich habe keine Ahnung, aber eine klare Meinung: Es besteht dringender Handlungsbedarf.

 

 Wenn jemand die Bratwurst diskriminiert, dann werde ich zur beleidigten Leberwurst. Denn Fleisch ist mir nicht Wurst und die Wurst punkto Fleisch das höchste der Gefühle. Andere mögen von rosa gebratenem Lammrücken schwärmen oder sich nach einem saftigen Steak sehnen, ich singe das Loblied der Wurst. Nicht nur, weil alles andere nur ein Ende hat, die Wurst aber deren zwei. Nein: Ein Stück rotes Fleisch über dem Feuer zu brutzeln, das machten schon die Neandertaler. Das ist keine Kunst. Aber aus, sagen wir es nett, wenig gefragten Fleischstücken und Gewürzen ein Produkt herzustellen, das schmeckt – das ist eine Kulturleistung, die man nicht hoch genug einschätzen kann. Das Kotelett ist die rohe Natur, die Wurst ist deren Veredelung, ist formgewordener menschlicher Erfindungsgeist. Nicht umsonst heisst es: Wo ein Wille ist, ist auch eine Wurst.

 

 Ja, ich würde sogar so weit gehen, die Wurst als Sinnbild für die Schweiz zu bezeichnen. Unser Land ist ein Gemisch aus vier Sprachen und vielen Kulturen, so wie die Wurst ein Gemenge aus Hack, Speck, Salz und Gewürzen ist. Und was hält sie zusammen? Der Wille die Schweiz, die Hülle die Wurst. Wer deshalb die Bratwurst diskriminiert, der reitet auch einen Angriff auf unsere abendländische Kultur, ja, er rüttelt an den Grundfesten unseres Landes.

 

 Um ein Zeichen gegen die staatsgefährdende Bratwurst-Diskriminierung zu setzen, ging ich deshalb kürzlich zum Metzger meines Vertrauens und erstand eine schöne Bauernbratwurst. Mit vielen Zwiebelringen briet ich sie zu Hause an, löschte mit Weisswein und Bouillon ab und liess die Wurst im Sud köcheln. Dann verzehrte ich sie, ganz diskriminierungsfrei, bis kein Zipfel mehr von ihr übrig war.

 

 Selten hat es so gut getan, meine staatsbürgerliche Pflicht zu erfüllen.

Mehr zum Thema