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Drei Kubikmeter Wasser für ein Kilo Reis

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Drei Kubikmeter Wasser für ein Kilo Reis

Das Alimentarium in Vevey zeigt eine neue Sonderausstellung zum Thema Wasser

«So einfach wie ein Glas Wasser trinken» heisst es, wenn ein besonders banaler Vorgang beschrieben wird. Dass Wasser kein banales Element ist, zeigt die neue Ausstellung im Alimentarium, dem Nestlé-Museum für Ernährung, in Vevey.

Von ELISABETH SCHWAB-SALZMANN

Zusammen Pause machen und einen Kaffee trinken, mit einem Glas Wein auf eine neue Freundschaft anstossen, das neue Jahr mit Champagner begrüssen, den Durst mit Bier löschen oder geduldig eine Tasse Tee trinken: Das sind Beispiele für allseits bekannte Rituale. Wer auf einer Wanderung aber grossen Durst hat, der sehnt sich wahrscheinlich eher nach einem grossen Glas Wasser als nach einem tiefgründigen Burgunder.

Wasser ist in aller Munde

Sauberes Trinkwasser ist aber noch nicht für alle Menschen selbstverständlich geworden. Die Sonderausstellung «l’eau à la bouche» zeigt tausenderlei Wissenswertes rund ums Trinkwasser. Zuerst einmal können die Besucher Wasser degustieren. Wasser ist nicht gleich Wasser: Aus grossen Wasserbehältern können neun verschieden stark mineralisierte und gesalzene Wasser probiert werden.

Beim anschliessenden Rundgang durch fünf «maxi-bulles» lernen die Museumsbesucher auf unterhaltsame Art, dass es verschiedene Formen von Wasservorkommen gibt, dass Wasser früher auch Krankheiten verbreiten konnte, sie erfahren von der Kraft und dem Mysterium rund ums Wasser und von den Kosten, die das Wasser bedingt. Die Plastik-Zelte sollen symbolisch die Luftblasen darstellen, die sich im Wasser befinden.

Universum Trinkwasser

Archäologen, Historiker, Ethnologen, Soziologen, Biologen, Chemiker und Physiologen haben unter der Leitung von Isabelle Raboud-Schüle (Ethnologin) und Nicole Stäuble Tercier (Biologin), beide Konservatorinnen im Alimentarium, eine überaus reichhaltige, unterhaltsame Entdeckungsreise durch das Universum Trinkwasser geschaffen. Man muss in der Sonderausstellung nicht einem strikten Ablauf folgen. Je nach Lust und Laune kann man in die verschiedenen Luftblasen eintreten und die Bilder, Erklärungen, Objekte, Tonbeispiele und Filmsequenzen auf sich einwirken lassen.

Nach dem Besuch der Ausstellung «l’eau à la bouche» geht man bestimmt mit der Gewissheit nach Hause: Sauberes Trinkwasser ist keine Selbstverständlichkeit.

Es gab einen
Herrn Schweppe

Der Genfer Henry Albert Gosse und der aus Deutschland stammende Johann Jakob Schweppe entwickelten um 1780 ein Verfahren, um Mineralwasser rationell zu fabrizieren. Schweppe emigrierte nach London, wo er einer der weltweit bekanntesten Hersteller von Mineralwasser (Schweppes) wurde.

1843 gründete der Apotheker und Unternehmer Henri Nestlé seine «fabrique d’Eaux minérales et Limonade gazeuse». In der Schweiz genoss man 1891 anlässlich des 700. Geburtstages von Bern 66 758 Flaschen Wein, 44 363 Liter Bier und 421 Halbliter-Flaschen Mineralwasser, schreibt François de Capitani, Konservator im Landesmuseum Prangins, im Begleitbuch zur Ausstellung.

Der Mensch besteht zu 60 bis 70 % aus Wasser

Gemäss Yves Schutz, Professor an der Uni Lausanne, besteht der durchschnittliche Mensch aus rund 60 Prozent Wasser. Je mehr Muskeln ein Mensch hat, umso mehr Wasser hat er. Das dem Körper durch Trinken zugeführte Wasser sollte 1 bis 1,5 Liter pro Tag betragen. Eine mit Früchten und Gemüsen angereicherte Kost bringt weitere 1 bis 1,5 Liter Flüssigkeit.

Das Wasser, das durch die körperinterne Verbrennung entsteht, macht rund 300 Milliliter pro Tag aus. Laut Schutz beträgt der Wasserbedarf eines Säuglings das Zwei- bis Dreifache von dem eines Erwachsenen. Er ist auch abhängig von der Salzmenge im Essen der Erwachsenen.

Der tägliche Wasserbedarf hängt ebenso vom Energieverbrauch ab: Erwachsene brauchen einen Liter Wasser für 1000 verbrauchte Kilokalorien, Kinder 50 Prozent mehr.

Jedem seine
Trinkflasche

In früheren Jahrhunderten bezogen die Menschen gemeinsam ihr tägliches Wasser aus dem Brunnen. Heute hat jeder seinen Wasserhahn in der Wohnung. Trinken wird immer persönlicher; seit einigen Jahren trägt jede und jeder die eigene Trinkflasche in der Aktenmappe oder der Handtasche.

Mineralwasser-Hersteller werben nicht nur mit dem besonderen Geschmack ihres Wassers. Praktisch alle weisen auf die Gewichtskontrolle hin, die man mit dem Wassertrinken erreiche. Der Slogan: «Buvez éliminez!» wird immer noch verwendet.
Je nördlicher das Land in Europa, umso mehr wird Mineralwasser mit Kohlensäure gekauft, bestätigen die Statistiken.

Trinkwasser auch
aus dem Genfersee

Pascal Ärni, Ingenieur bei der Sige (Wasserversorgung Vevey-Montreux) schreibt, dass die Gesellschaft rund 60 000 Bewohner mit rund zehn Millionen Kubikmetern Trinkwasser beliefert. Neun Zehntel stammen aus Quellen, ein Zehntel aus dem Genfersee. Im Sommer können bis zu 40 Prozent Trinkwasser aus dem Genfersee kommen.

Der Begriff Lavabo im Haushalt stammt übrigens vom lateinischen «lavare» (waschen, baden) ab: «Lavabo» ist die erste Person Futur vom Verb.

Schweizer trinken 95 Liter Mineralwasser

Jean-Paul Marion, Chemiker bei Nestlé, belegt, dass die Mineralwasserproduktion in Europa von rund 18 Millionen Litern 1989 auf rund 28 Millionen Liter 1999 angestiegen ist. Schweizer trinken pro Jahr rund 95 Liter, Deutsche 101, Italiener rund 155 Liter Mineralwasser.

15 000 Liter Wasser für ein Kilo Rindfleisch

Der Geologe Michel Soulié aus Montpellier führt in einer virtuellen Wasser-Statistik auf, wie viel Wasser für die Produktion verschiedener Produkte benötigt wird: Für ein Kilo Rindfleisch braucht es 15 Kubikmeter, für ein Kilo Geflügel sechs Kubikmeter, für ein Kilo Reis drei Kubikmeter, für ein Kilo Gemüse einen Kubikmeter. Um eine Tonne Stahl zu produzieren, braucht es 300 bis 600 Kubikmeter Wasser oder für ein Auto zehn Kubikmeter.

Früher badete man
im Henniez

Weltbekannte Mineralwassernamen wie Evian, Vittel, Vichy, Henniez und so weiter bedeuteten im 18. und 19. Jahrhundert vor allem Orte, an denen im Quellwasser gebadet wurde.

Die Sonderausstellung «l’eau à la bouche» dauert noch bis zum 8. Januar 2006. Öffnungszeiten: Di. bis So. 10 bis 18 Uhr. Adresse: Museum der Ernährung Alimentarium, Quai Perdonnet, 1800 Vevey. Telefon: 021 92441 11. Internet: www.alimentarium.ch.
In der Ausstellung wird eine Video-Installation von Ferdinand Melgar zur Macht des Wassers gezeigt. Ein 370 Seiten starkes Begleitbuch liegt auf.

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