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Drei Rekurse – keine Änderung der Strafen

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Autor: Pascal Jäggi

Mit leichter Verzögerung begann gestern die Revisionsverhandlung am Kantonsgericht um mehrere Männer türkischer Abstammung. Fikret Sporel, Pate der sogenannten türkischen Mafia und früherer Beizenkönig, kam 20 Minuten zu spät. Die Tore der Strafanstalt Bellechasse liessen sich nicht öffnen, Sporel konnte entsprechend die Anstalt nicht verlassen. Ein schlechtes Omen? Neben Sporel standen auch O. M., der einst als Sporels rechte Hand fungierte, und ein Geschäftspartner, der kurze Zeit die Bar im Zähringerhof geführt hatte, vor Gericht.

Versuchte Barübernahme

Alle drei rekurrierten gegen eine Verurteilung wegen versuchter Nötigung und forderten Freisprüche. Das Strafgericht des Saanebezirks hatte die drei Türken für schuldig befunden, versucht zu haben, den Patron einer Bar in der Freiburger Innenstadt mit unsanften Methoden zum Verkauf derselben zu drängen. Sie sollen einen vierten Beteiligten (der nicht rekurriert hat) dazu angestiftet haben, dem Patron «Angst einzujagen». Mit einem Baseballschläger bewehrt hatte dieser kläglich versagt. Wie Staatsanwältin Anne Colliard festhielt, ändere dies aber nichts an dem Fakt, dass die Nötigung geplant war. Die Anwälte der drei Angeklagten meinten, von einer Nötigung könne keine Rede sein, da der Patron nicht gewusst habe, wieso der Angriff erfolgt war. Sein Anwalt, Benoit Sansonnens, wiederum beharrte darauf, dass er diese Verbindung gemacht habe.

Braver Hauptangeklagter?

Alexandre Emery, Verteidiger von O. M., forderte noch in weiteren Anklagepunkten Freisprüche. Eine weitere versuchte Nötigung und ein Angriff könnten seinem Klienten nicht angehängt werden, meinte Emery. Beim Angriff auf einen Schuldner in Marly sei der Geldeintreiber die treibende Kraft gewesen, während sein Mandant im Auto gewartet und nicht teilgenommen habe Zudem habe es sich um eine Schlägerei gehandelt und keinen Angriff.

Für die versuchte Nötigung war O. M. mit zwei weiteren Männern zum Haus eines Schuldners gefahren. Da dieser nicht zuhause war, geschah nichts. Für die Anklage war aber klar, dass es zu Agressionen gekommen wäre, falls das Trio auf das potenzielle Opfer gestossen wäre, hatte es doch Baseballschläger dabei. Emery warf dem Bezirksgericht und der Anklage vor, aus dem «Jahrhundertprozess» zumindest noch eine gröbere Verurteilung seines Mandanten herausgeholt zu haben. «Mein Klient wurde immer nur von anderen beschuldigt, die selber auch keinen einwandfreien Leumund hatten», meinte Emery. Dankend nahm das auch O. M. auf. Im letzten Wort warf er der scheidenden Staatsanwältin Anne Colliard vor, sich mit seinem Fall einen schönen Abschluss zu machen. Gestern war der letzte Auftritt von Colliard am Kantonsgericht.

Die anderen waren schweigsamer, Sporel sagte gar nichts (nachdem er zuvor immer wieder mit dem begleitenden Polizisten und seiner Anwältin sprach), der Dritte im Bunde gab lediglich an, dass er nur sein Brot habe verdienen wollen, sich aber mit den falschen Leuten eingelassen habe.

Die Kantonsrichter blieben hart. Die Einwände der Anwälte wurden grösstenteils abgelehnt. O. M. erhielt kleinere Zugeständnisse, doch «am Strafmass ändert das nichts», wie Gerichtspräsident Alexandre Papaux festhielt. Dass sich O. M. heute vorbildlich verhalte, könne auch nicht der Gradmesser für die früheren Taten sein, meinte Papaux.

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