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«Eier, wir brauchen Eier»

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Nach einer schwierigen Qualifikation beginnt für die Düdingen Bulls heute in der Swiss Regio League die Mission Ligaerhalt. Captain Michel Zwahlen macht vor dem ersten Spiel der Abstiegsrunde gegen Chur (17.30 Uhr, Eishalle SenseSee) eine Auslegeordnung. Im Interview erklärt er, was bisher falsch gelaufen ist, warum er dennoch zuversichtlich ist und warum er gerne wieder Uno spielen würde.

Michel Zwahlen, von den letzten 14 Spielen hat Düdingen 13 verloren. Wie viel Spass macht das Hockeyspielen momentan noch?

Es macht immer noch Spass. Wir sind eine coole Truppe, trotz der schwierigen Zeit ist die Stimmung im Team gut. Aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es gehe alles spurlos an uns vorbei.

Wie macht sich die Baisse bemerkbar?

An kleinen Sachen. Normalerweise spielen wir im Car auf der Heimfahrt nach einem Match immer Uno. Zuletzt haben wir das aber sein lassen. Niemand hatte Lust auf Gesellschaftsspiele. Abends im Bett mache ich mir oft viele Gedanken, das Einschlafen fällt mir nicht immer leicht.

Wo sehen Sie die Gründe dafür, dass es in dieser Saison nicht richtig läuft?

Ein Problem ist, dass wir immer wieder das erste Tor kassieren und dann einem Rückstand nachlaufen müssen. Das braucht nicht nur viel Energie, sondern nagt auch am Selbstbewusstsein.

In den letzten 15 Partien fiel das erste Tor 14 Mal auf Düdinger Seite. Haben Sie eine Erklärung dafür?

In der Verteidigung muss man extrem bereit sein, jeder muss sich auf den anderen verlassen können. Es reicht, dass ein Spieler nur 80 Prozent gibt, dann ist man die entscheidenden Zentimeter zu spät und der Gegner kommt zu Torchancen. Die defensive Einstellung muss besser werden, und das betrifft nicht nur die Verteidiger. In jedem Team gibt es Spieler, die offensiv ausgerichtet sind. Solange es der Mannschaft läuft, ist das okay. Aber wenn es harzt, müssen alle hinten mithelfen. Einige spielen nicht für das Team, sondern für den Namen, der hinten auf ihrem Leibchen steht.

Die defensiven Probleme sind das eine, die offensiven das andere. In 32 Partien hat Ihr Team nur 63 Tore erzielt.

Wir erarbeiten uns in jedem Spiel gute Torchancen, nur können wir sie zu wenig nützen. In der Offensivzone treffen wir zu oft falsche Entscheidungen. Oft spielen wir noch einen Pass, anstatt zu schiessen. Oder wir schiessen, obwohl ein Pass zum besser postierten Kollegen angesagt wäre. Das hat viel mit Selbstvertrauen zu tun. Wir müssen konsequenter die richtige Entscheidung treffen. Das müssen wir mehr trainieren.

Kann man sich so etwas antrainieren?

Auf dem Eis geht alles sehr schnell, da hat man kaum Zeit zum Überlegen. Der Instinkt spielt eine wichtige Rolle. Den kann man sich zu einem guten Stück antrainieren. Allerdings ist es schwierig, wenn man wegen verletzungsbedingter Ausfälle in jedem Spiel die Linien neu zusammensetzen muss. Automatismen können sich so nicht einspielen. Und wir hatten in dieser Saison wahrlich viele Verletzte.

Im Vergleich zu den anderen Teams hatte Düdingen zwischen 5 und 12  Prozent mehr Ausfälle. Die Gegner haben aber 20 bis 150  Prozent mehr Punkte gewonnen …

Die Verletzungen sollen keine Entschuldigung für unsere Leistungen sein. Auch die anderen Teams haben mit Ausfällen zu kämpfen, das gehört dazu. Allerdings spielt es schon eine Rolle, welche Spieler ausfallen. Mit Ludovic Hayoz fehlte uns die ganze Saison ein Verteidiger, der immer für ein Tor gut ist. Vorne müssen wir auch jetzt noch ohne Mathieu Dousse, Philipp Fontana, Jonas Braichet, Yannick Stettler, Benjamin Bussard und Luca Knutti auskommen. Das sind quasi unsere zwei besten Linien. Das Problem ist, dass wir im Vergleich zu anderen Teams solche Ausfälle nicht kompensieren können. Das Gefälle in unserem Team ist zu gross. Die anderen Spieler versuchen zwar, in die Lücke zu springen, aber es fehlt an Konstanz.

Düdingens bester Skorer, Antoine Maillard, liegt in der Skorerwertung der Swiss Regio League mit 12 Toren und 6 Assists auf Rang 58.

Uns fehlt ein Knipser wie seinerzeit Valentin Catillaz. Er konnte aus dem Nichts heraus einen reinhängen. Wir müssen jeweils einen sehr grossen Aufwand betreiben, damit wir zu einem Torerfolg kommen. Da­rum ist es jeweils doppelt frustrierend, wenn wir wieder in Rückstand geraten.

Welche Auswirkungen auf die Leistungen hatten die andauernden Torhüterwechsel?

Für einen Verteidiger ist es entscheidend, wer hinten im Tor steht. Stoppt er die Scheibe oder macht er Rebounds? Kommt er aus dem Tor oder bleibt er auf der Line? Das Verhalten des Goalies löst immer eine Kettenreaktion aus. Ist der Torhüter unsicher, steht der Verteidiger eher zurück und schaltet sich nicht in den Eingriff ein. Umgekehrt agiert man selbstbewusster und mutiger in der Offensive. Wenn der Goalie häufig wechselt, muss sich der Spieler immer wieder umstellen. Das ist es nicht optimal.

Für Düdingen geht es heute in der Abstiegsrunde los. Es ist das erste Mal seit vielen Jahren, dass die Bulls ernsthaft um den Ligaerhalt kämpfen müssen.

Letztes Jahr mussten wir auch in die Abstiegsrunde. Allerdings ging es da um nichts, weil Neuenburg bereits als Absteiger feststand. Dieses Mal ist es anders, jetzt haben wir das Messer am Hals. Die Abstiegsrunde interessiert im Grunde genommen niemanden. Aber für uns ist sie extrem wichtig. Es geht um unsere sportliche Zukunft, um die Sponsoren, um den ganzen Club.

Ist es ein Nachteil, dass kaum jemand von Ihrem Team Erfahrungen im Abstiegskampf hat?

Gottérons Junioren haben im Abstiegskampf schon Erfahrungen sammeln können, reichlich sogar (lacht). Für alle anderen ist es eine ungewohnte Situation. Druck sind wir gewohnt, den hat man auch in den Playoffs. Dort ist es allerdings ein positiver Druck. Im Abstiegskampf lastet ein negativer Druck auf einem. Es liegt an uns, diesen auszuhalten.

Wie können Sie als Captain in dieser schwierigen Zeit Einfluss nehmen auf das Team?

Viel zu sagen brauche ich nicht. Jeder weiss selbst, was es geschlagen hat. Letzte Woche habe ich der Mannschaft mal ein Pouletessen offeriert, damit die Spieler auf andere Gedanken kommen. Ein guter Zusammenhalt ist in solchen Situationen sehr wichtig. Nur gemeinsam schaffen wir es, uns zu retten. Diesbezüglich mache ich mir aber keine Sorgen. Natürlich haben wir in den letzten Wochen einige Male ernsthaft zusammen diskutiert, böse Worte sind dabei aber nie gefallen. Die Stimmung im Team ist sehr gut.

Der Vorsprung von Düdingen auf Schlusslicht Chur beträgt sechs Punkte. Wie schätzen Sie die Ausgangslage in der Abstiegsrunde ein?

Als Erstes spielen wir grad gegen Chur. Die Bündner kommen nach ihren letzten beiden Siegen gegen uns mit breiter Brust nach Düdingen. Das wird eine wegweisende Partie. Ein Sieg würde viel Druck von uns wegnehmen und uns Selbstvertrauen geben

Welche Folgen würde ein Abstieg für die Düdingen Bulls haben?

Keine Ahnung, daran habe ich noch keinen Gedanken verschwendet, weil es nicht eintreffen wird. Es ist ganz einfach: Gegen Chur gewinnen, am Dienstag gewinnen, am Samstag gewinnen, am Dienstag gewinnen, am Samstag gewinnen und noch am Dienstag gewinnen – dann erübrigen sich alle Diskussionen. Wie hat Bayerns Goalie Oli Kahn mal gesagt: «Eier, wir brauchen Eier.»

«Es geht um unsere sportliche Zukunft, um die Sponsoren, um den ganzen Club.»

«Einige vergessen, dass sie für Düdingen spielen und nicht für den Namen, der hinten auf ihrem Leibchen steht.»

«Wir müssen immer einen sehr grossen Aufwand betreiben, damit wir zu einem Torerfolg kommen.»

Swiss Regio League

Tabelle der Abstiegsrunde

Die Spiele der Düdingen Bulls

Sa. 9. Feb. Chur H

Di. 12. Feb. Star Forward H

Sa. 16. Feb. Seewen A

Di. 19. Feb. Chur A

Sa. 23. Feb. Seewen H

Di. 26. Feb. Star Forward A

H = Heimspiel, A = Auswärtsspiel

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