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Ein historischer Tag für Grangeneuve

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«Damit wir uns heute hier treffen können, brauchte es Anstrengungen, Geduld und auch einen Sinn für Kompromisse», sagte Staatsrat Jean-François Steiert (SP). Die Rede war vom Spatenstich für den neuen Schulbauernhof des Landwirtschaftlichen Instituts Grangeneuve, zu dem sich ne­ben Steiert auch dessen Staatsratskollege Didier Castella (FDP) sowie der Grangeneuve-Direktor Pascal Toffel einfanden.

Wie Castella ausführte, hat dieser Tag für die Gesamtentwicklung des Campus Grangeneuve einen regelrecht historischen Charakter. Der Campus als Ganzes soll den Standort Freiburg nach dem Willen der Kantonsregierung als Leader im Agrar- und Lebensmittelsektor etablieren und eine landesweite Ausstrahlung haben. Dabei stellt der Schulbauernhof nur die erste Etappe eines weitergehenden, umfangreichen Bauprogramms für das Landwirtschaftsinstitut dar. Dieses umfasst eine Lebensmitteltechnologie-Halle und eine landwirtschaftliche Mehrzweckhalle für eine Gesamtinvestition von 12 Millionen Franken. Diese Ausbauten stellen aber nur die eine Hälfte des zukünftigen Gesamt-Campus von Grangeneuve dar – die andere besteht im Ausbau des benachbarten Agroscope-Areals.

«Dieser Schulbauernhof ist der erste Stein eines grossen Dominospiels, das schliesslich den Campus Grangeneuve bilden wird», so Castella. Das Engagement des Kantons für diesen Campus sei letztlich ein gewaltiger «Vertrauensbeweis» gegenüber einer Branche, die immerhin 20 Prozent der Arbeitnehmer im Kanton repräsentiere.

Ein 12-Millionen-Projekt

Die Arbeiten für den rund 6,8  Millionen teuren Schul­bauern­hof werden rund 20 Monate dauern. Der Hof wird mit einer Geschossfläche von 3600 Quadratmetern neben dem heutigen Ökonomiegebäude errichtet – der künftigen Mehrzweckhalle. Bezüglich Tierschutz und nachhaltiger Entwicklung haben sich die Planer Fortschrittlichkeit auf die Fahne geschrieben: Die Tragkon­struktion, die Fassaden und die Böden werden ausschliesslich aus Freiburger Holz bestehen. Der Laufstall des Schulbauernhofs soll mit der grösstmöglichen natürlichen Belüftung ausgestattet werden. Die Längswände können zudem an die Wetterbedingungen angepasst werden, und auf dem Dach werden 3000 Quadratmeter Fotovoltaikmodule in­stalliert. Die Direktion der In­stitutionen und der Land- und Forstwirtschaft prüft ausserdem weitere mögliche Sy­ner­gien zwischen Grangeneuve und Agroscope Posieux. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei mittelfristig auf dem Bau einer Biogasanlage. «Dass wir uns für ein silofreies Fütterungssystem entschieden haben, macht diesen Hof im Vergleich zu ähnlichen Projekten in der Schweiz einzigartig», erklärte Pascal Toffel. Der Hof werde zudem «nicht nur den angehenden Landwirten, sondern auch den angehenden Milchtechnologen zugutekommen». Denn das Konzept werde es erlauben, den Lernenden die ganze Produktionskette der Milch-Herstellung zu erklären, von der Ernährung des Viehs über die genetische Zuchtwahl und das Melken bis hin zur eigentlichen Fabrikation. Eine automatisierte Analyse der dabei anfallenden Milch soll laut Toffel zudem helfen, allfällige Entzündungen der Euter frühzeitig zu erkennen und damit den Einsatz von Antibiotika möglichst zu vermeiden. Die 50  Milchkühe sollen zudem stets in zwei Gruppen unterteilt werden, um den Einsatz verschiedener Futtertypen zu testen. Aber auch modernste Technologie soll in Form zweier Roboter zum Einsatz kommen. Ein Stallreinigungsroboter werde die Gülle automatisch beseitigen und ein Futterschieber-Roboter die Fütterung der Tiere erleichtern. Für Besucher solle zudem ein über 200 Quadratmeter grosser Zwischenstock zur Verfügung stehen. Dieser erlaube es, die Arbeiten im Schulbauernhof aus nächster Nähe mitzuverfolgen.

Agroscope: 2024 im Fokus

Was die Zusammenführung der Agroscope-Standorte Liebefeld und Posieux betrifft, so soll dieses Projekt im ersten Quartal des kommenden Jahres öffentlich aufgelegt werden. Falls es keine Einsprachen gibt, dürften die Bauarbeiten von Ende 2020 bis 2024 dauern. Laut Castella ist unter anderem auch eine neue Verbindungsstrasse zwischen Grangeneuve und Agroscope geplant. «Sie soll den Austausch und die künftige Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Institutionen vereinfachen», sagte der Landwirtschaftsdirektor.

«Gegenüber dem ursprünglichen Fahrplan für Agroscope kam es zu zeitlichen Verschiebungen», bemerkte seinerseits Jean-François Steiert. Diese Verzögerungen seien den Konsolidierungswünschen des Bundesparlaments zuzuschreiben, aber auch dem bundesrätlichen Plan eines zen­tralen Agroscope-Pols in Grangeneuve. «Auf dieser Grundlage haben der Kanton und der Bund im letzten Jahr beschlossen, bei der Planung einen Schritt zurück zu machen», so Steiert.

650 Mitarbeitende

Die Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion lege derzeit gemeinsam mit dem Bundesamt für Bauten und Logistik die exakten Bedürfnisse im Hinblick auf dieses Projekt fest. «Langfristig sollen 650 Agroscope-Mitarbeitende auf dem Campus Grangeneuve an der Zukunft der Schweizer Landwirtschaft arbeiten», sagte Didier Castella.

«Dieser Schulbauernhof ist der erste Stein eines grossen Dominospiels.»

Didier Castella

Staatsrat (FDP)

«Gegenüber dem ursprünglichen Fahrplan für Agroscope kam es zu zeitlichen ­Verschiebungen.»

Jean-François Steiert

Staatsrat (SP)

Chronologie

Zwei Institutionen, ein Standort

Bereits im Frühling 2016 hatte der Grosse Rat einstimmig einen Kredit von 12 Millionen Franken für die Erweiterung des Landwirtschaftlichen Instituts Grangeneuve gesprochen. Damals hiess es, dass der neue Schulbauernhof für etwa 50  Milchkühe bis 2018 gebaut werden soll. Dies hat sich nun etwas verzögert. Denn im Bereich der technischen Installationen des Gebäudes zogen sich die Diskussionen über eine gewisse Zeit hin. Wie Alt-Staatsrätin Marie Garnier (Grüne) 2016 im Grossen Rat ausführte, hat der Kanton seit den 1970er-Jahren nie mehr gross in die Infrastruktur von Grangeneuve investiert.

Gleichzeitig will der Bund seine Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux in Posieux konzentrieren und den Standort Liebefeld aufgeben. 2013 sprach der Grosse Rat dafür einen Studienkredit von 4,2 Millionen Franken. Auch bei diesem Projekt kam es allerdings zu Verzögerungen, wenn man sich vor Augen hält, dass der Umzug der 170 Angestellten von Liebefeld nach Posieux ursprünglich bereits für 2017 geplant war. Zwischenzeitlich war gar von einer Zentralisierung sämtlicher Agroscope-Standorte im Freiburgerland die Rede. Doch im vergangenen Jahr nahm der Bundesrat von diesen Plänen wieder Abstand.

jcg

 

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