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Ein Königreich für ein Verteidigertor

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Im Ligadurchschnitt werden rund 17  Prozent der Treffer von Verteidigern erzielt. An der Spitze dieser Statistik liegen die Rapperswil-­Jona Lakers (28,5  %) und Servette (26  %). Am anderen Ende der Skala finden sich die Freiburger wieder. Der Anteil der Verteidigertore bei Gottéron liegt bei ernüchternden null Prozent – oder anders formuliert: Nach 13 Qualifikationsspielen hat noch keiner der acht eingesetzten Verteidiger einen Torerfolg feiern können.

Das Fehlen Rathgebs

«Wir haben durchaus Verteidiger, die Skorerpunkte sammeln können», sagt Gottérons Trainer Mark French. Tatsächlich konnten sich die Backs bisher 17 Assists gutschreiben lassen. Freiburg liegt damit in dieser Wertung im Ligavergleich auf Rang sechs. «Aber klar, es fehlen uns die Tore.» Das liege zum einen am fehlenden Schlachtenglück und der Tatsache, dass die Pucks nicht reinfielen, aber auch daran, dass die Angreifer für zu wenige Freiräume vor dem gegnerischen Tor sorgten, erklärt der Kanadier. «Ich hätte es selbstverständlich gerne, wenn die Verteidiger auch mal in der Offensive einspringen würden. Natürlich sollen nicht sie im Angriff die Hauptlast tragen. Es ist jedoch definitiv ein Aspekt, über den wir zuletzt gesprochen haben.»

Einer der Hauptgründe für die fehlende Feuerkraft von der blauen Linie ist gewiss der Verlust von Yannick Rathgeb, den es nach Nordamerika gezogen hat. Er allein traf in der Qualifikation der Saison 2017/18 acht Mal. Mit Andrea Glauser sowie Lorenz Kienzle verliessen zwei weitere Verteidiger mit offensivem Touch den Verein. Insgesamt betrug der Anteil der Verteidigertore in der letzten Saison rund 18  Prozent und lag damit im Ligadurchschnitt. «Sicherlich fehlt uns Yannick, dessen harter Schuss oftmals den Weg aufs Tor fand», sagt Verteidiger Ralph Stalder. «Trotzdem haben wir noch einige Verteidiger mit Klasse im Kader. Aber ohne Yannick und Roman Cervenka (Red.: neu bei den ZSC Lions) ist es für uns besonders im Powerplay komplizierter geworden.» Stalders Verteidigerkollege Jonas Holos bestätigt die Auswirkungen des Fehlens Rathgebs: «Yannick war sehr stark an der blauen Linie. Dafür kam beispielsweise Philippe Furrer neu hinzu, der über einen guten Schuss verfügt.» Dieser Meinung ist auch French: «Er ist im Powerplay eine stete Gefahr, was es wiederum einem Killian Mottet erlaubt, mehr zu schiessen, weil Furrer Aufmerksamkeit auf sich zieht. Furrer hat zwar noch nicht getroffen, aber viele Tore im Powerplay haben den Ursprung in seinen Schüssen.» Ähnliches gelte für Holos – der sich seines Steigerungspotenzials bewusst ist: «Ich habe in der Vergangenheit schon bewiesen, dass ich skoren kann. Ein Erfolgserlebnis würde mir sicherlich dabei helfen, Selbstvertrauen zu gewinnen.»

Ein Trend

Die Aufgabe für die Verteidiger, speziell im Powerplay zu treffen, wird grundsätzlich immer schwieriger. Darüber sind sich alle einig. «Von der blauen Linie zu skoren ist heute fast nicht möglich, ohne dass der Schuss von einem Stock oder einem Schlittschuh abgelenkt wird», erklärt Furrer, der sich und seinen Mitspielern in der Freiburger Verteidigung in erster Linie defensive Qualitäten attestiert. «Das ist das heutige Eishockey. Wenn der Torhüter den Puck sieht, hast du keine Chance mehr zu treffen.» Eine These, die Stalder unterstreicht: «Slapshots, die direkt ins Tor gehen, gibt es heute fast keine mehr.»

Trotzdem gebe es Möglichkeiten, zumindest die Chance auf Tore von der blauen Linie zu erhöhen, sagt Holos. «Mit Pässen, angetäuschten Schüssen und Körpertäuschungen müssen wir uns bessere Abschlusspositionen erarbeiten», zeigt er einen Ausweg aus der Misere auf. Zwar sehe das Spielsystem im Powerplay vor, dass eher die Stürmer für das Herausarbeiten der Tormöglichkeiten zuständig seien, führt Stalder aus, «aber wir müssen ganz einfach die Scheibe auch mal aufs Tor bringen». Wenn möglich auch schon mal mit einem One Timer, also einer Direktabnahme – etwas, das die Freiburger Verteidiger zu selten tun. Noah Schneeberger, bei dem sich gute und ungenügende Sequenzen fleissig abwechseln, fasst sich hierbei an die eigene Nase: «Ich muss lernen, vermehrt direkt zu schiessen und mit mehr Abschlussversuchen das Glück auf meine Seite zu zwingen.» Die Chance dazu haben Gottérons Verteidiger allemal. Dies, weil die Box der verteidigenden Mannschaft vor dem Tor tendenziell immer kompakter wird und deshalb auch immer mehr Pucks wieder an der blauen Linie landen.

Passqualität entscheidend

Die fehlenden Verteidigertore sind indes nicht ausschliesslich eine Schwäche des Überzahlspiels. Auch im Spiel bei numerischem Gleichstand fehlt es den Backs – wie übrigens momentan auch den Freiburger Stürmern – an der erforderlichen Durchschlagskraft. «Im Vergleich zu Davos haben hier die Verteidiger die Freiheit, sich in den Angriff einzuschalten», sagt der langjährige Davos-Spieler Schneeberger. Ein Problem für die mangelnde Produktivität der Freiburger Backs sei aber auch in diesen Spielsituationen ein ungenügendes Passspiel, wie Holos festhält. «Wir unterstützen uns bisher nicht genügend, indem wir die Pässe in die Füsse unserer Teamkollegen spielen. Um die neutrale Zone zu überbrücken, braucht es jedoch präzise Zuspiele.» Gerne würde er sich vermehrt in die Offensive einschalten, versichert Holos, «oftmals aber bekommst du gar nicht die Chance dazu».

Die bislang torimpotenten Gottéron-Verteidiger wissen in der Theorie also, wie sie den Bann brechen könnten. Auf der verzweifelten Suche nach dem ersten Erfolgserlebnis wäre es allerdings fatal, die defensiven Pflichten zu vernachlässigen. Das gilt insbesondere in der Doppelrunde von diesem Wochenende gegen den SCB und dessen Angriffsmaschinerie. «Wenn der Schuss nicht gut ist, blockieren ihn die Berner und gehen sofort in den Gegenangriff über, mit unseren Stürmern in ihrem Rücken», warnt Stalder. «Deshalb werden wir den Puck einfach hinter ihr Tor bringen, wenn wir nicht sicher sind. Wir werden sicher keine Risiken eingehen.»

Der heutige Gegner

Die Fakten zum SCB

• Mit durchschnittlich 35,6 Schüssen pro Spiel sucht kein anderes Team der National League so oft den Abschluss wie die Berner.

• Noch nicht auf Touren kam das Powerplay des SCB. Mit einer Erfolgsquote von 11,9  Prozent ist es das drittschlechteste der Liga.

• Mit total 74 Strafminuten stellt Bern das fairste Team der National League.

• Von bisher sechs Heimspielen gewann der SCB fünf.

• Torhüter Leonardo Genoni ist mit einer Fangquote von 95  Prozent aktuell die Nummer  2 der Liga hinter Genfs Gauthier Descloux.

• Verletzt sind Matthias Bieber, Jérémie Kamerzin und Ramon Untersander.

Doppelrunde gegen den SCB

«Aggressiv, aber nicht leichtsinnig» lautet die Devise

Gottéron steht vor einer herausfordernden Doppelrunde. Heute steht das Auswärtsspiel gegen den SC Bern auf dem Programm, ehe es morgen Samstag in Freiburg zum zweiten Zähringerderby innert 24 Stunden kommen wird. Das letzte Aufeinandertreffen wird den Freiburgern noch in schlechter Erinnerung sein: Am letzten Sonntag verloren sie den Cup-Achtelfinal in Bern diskussionslos mit 1:6.

«Wir müssen am Freitag ganz sicher besser ins Spiel starten als im Cup», sagt Trainer Mark French, der es schätzt, mit den Erkenntnissen aus dieser Partie in die Doppelrunde gehen zu können. «Das macht die Vorbereitung einfacher.» Die Berner seien in erster Linie eine ausgeglichene Equipe, das mache es so schwierig. «Die Balance stimmt im Gegensatz zu anderen Teams, bei denen einzelne Spieler herausstechen und auf die man sich konzentrieren kann. Der Schlüssel wird deswegen sein, dass wir keine Passagiere bei uns haben dürfen. Jeder Einzelne wird gefordert sein, wenn wir Erfolg haben wollen.» In der gestrigen Trainingseinheit war die hohe Intensität auffällig. French sorgte für eine aggressive Grundstimmung. «Wir wollen gegen Bern aggressiv auftreten, aber nicht leichtsinnig. Das ist der schmale Grat. Wenn du zu aggressiv bist, bist du verletzlich.»

Verletzt ist weiterhin der Tscheche Michal Birner, der gestern erstmals wieder Eiskontakt hatte. Überzählig dürften erneut die Gebrüder Forrer und Makai Holdener sein. Heute im Tor stehen wird Reto Berra, sein Back-up Ludovic Waeber kommt möglicherweise im morgigen Heimspiel zum Einsatz.

fs

Heute spielen

SC Bern – Gottéron 19.45

EHC Biel – Lausanne 19.45

Rapperswil – ZSC Lions 19.45 Lugano – HC Davos 19.45

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