Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Ein «Kraftort» mit Ausnahmecharakter

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ein «Kraftort» mit Ausnahmecharakter

Sommerserie Berggasthäuser*: Auf Stippvisite in der Marbach-Brecca

Mit Leib und Seele Alphirt ist Alfons Mauron, mit Leib und Seele Hirtin und Wirtin ist Lotti Heim. Beide trifft man in der Marbach-Brecca. Ein «Kraftort» auf 1400 m ü. M. der besonderen Art.

Von MARCEL WAEBER

Ist die Marbach-Brecca am Fuss der Spitzfluh beziehungsweise (orografisch links) am Fuss der Recardets eine Alp wie jede andere im weitläufigen Schwarzseegebiet? Ja und Nein. Der Alphütte vorgelagert ist eine kleine Sägerei, die aber erst auf den zweiten Blick als solche erkennbar ist. Lange Bänke und Tische laden vor und seitwärts des Staafels zum Verweilen ein.

Bergahorne als Schnittpunkte

Von hier aus ist der Blick frei auf die
gegenüberliegende St.-Antoni-Brecca, auf das Rippetli, Spitzfluh und Fochsen. Schnittpunkte in der Urlandschaft Brecca, die 1996 ins Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen worden ist, bilden die Bergahorne. Von der Marbach-Brecca aus betrachtet, wirken die Bäume besonders eindrucksvoll und symbolisieren einen «Kraftort», wie er in den Freiburger Voralpen in seltener Kompaktheit zum Ausdruck kommt. Anteil daran hat auch die Marbach-Brecca, die als mittelgrosse Alp im Gesamtbild eine prägende Stellung einnimmt.

Der legendäre Geissen-Zug

«Bevölkert» wird die Alp von 60 Gusti, 10 Kälbern (zum Teil erst einen Monat alt), 2 Kühen, 8 Melkgeissen und 14 Gitzeni. Seit fünfzehn Jahren hirtet Alfons Mauron nun schon in der Brecca und sorgt für das Gedeihen des von Talbauern anvertrauten Viehs. Für ihn ist das Hirten eine Berufung, die er bereits als Küherbub spürte, als er mit seinen Eltern im Plasselbschlund zu Berge ging. Legendär ist die Episode mit den Geissen, die ihn eines Tages – rund zehn Tage vor dem geplanten Alpabtrieb – verlassen hatten. Bock und Ziegen schienen der Marbach-Brecca plötzlich überdrüssig geworden zu sein und verliessen den Schlund in einer aufgelösten Formation, um in der Seeweid in Einerkolonne auf der Strasse «wie ordentliche Fussgänger» dem Nordende des Sees zuzustreben. Die Gypsera liessen sie rechts liegen, wie Beobachter meldeten. In dieser Phase liefen die Telefone zwischen Tal und Berg heiss. Alfons Mauron machte den Jeep startklar und überholte seine Geissen unterwegs. Es war klar, der Trupp wollte heim ins Winterquartier in die Sturnena (gegenüber den Eispalästen). Wohl oder übel machte Alfons gute Miene zum bösen Spiel und fuhr jeden Tag ins Tal, um sie zu melken und zu füttern. Der Auszug der Geissen war in den Hütten auf den umliegenden Alpen tagelang das Gespräch. Und natürlich, was die (klugen) Tiere bewogen haben könnte, frühzeitig das Unterland aufzusuchen. Dass dabei auch Alfons auf die Schippe genommen wurde und wird, ist Bestandteil der Geschichte, die zur Legende wurde.

Aus der Feuergrube

Die Marbach-Brecca ist nicht nur eine typische Alp, sondern sie ist auch ein Berggasthaus, das sich von vielen anderen im Freiburger Voralpenland unterscheidet. Es ist das «Werk» von Lotti Heim, einer Zürcherin, die vor zehn Jahren zur Erholung im Schwarzseetal weilte, Wanderungen unternahm und in der Marbach-Brecca regelrecht «hängen blieb». Die adrett in einer Tracht arbeitende Frau, die Hotels geführt, den Wirtefachkurs absolviert und einen Käsekurs besucht hat, weiss, wie Wanderer verwöhnt werden wollen. Es ist erstaunlich, was Lotti aus der Küche, die noch über eine so genannte Feuergrube verfügt (ein offenes Feuer mit einem Kessi), auf die Tische zaubert. In der oberen Brecca fehlt die Anschlussmöglichkeit an das Stromnetz, darum sorgt eine kleine Wasserturbine für Energie, die Licht spendet und das Radio zum Funktionieren bringt. Gas setzt die Hirtin für schnellere Gerichte und zur Kühlung ein. Alfons wiederum wirft den Generator an, wenn Melkzeit ist.

Der Zürcher «Kulturschock»

Während man sich andernorts mit den traditionellen Gerichten begnügt, stellt Lotti Ansprüche an sich selbst, und alle wissen es ihr zu danken: «Gitzi-Schlegel» à la Marbach-Brecca, «Älplermaccaroni» mit «Öpfelmues», «Brönnti Crème» sind Beispiele, die Menschen aus dem Unterland extra anreisen lassen. Am 15. August gibt es als Spezialität Gulasch mit Zutaten, die Lotti geheim hält. Als die Klotenerin in der Marbach-Brecca zu wirtschaften begann, wurde sie in freundschaftlicher Weise als Zürcher «Kulturschock» bezeichnet. Unterdessen hat sich Lotti Heim bestens im Senseland integriert. Als unlängst die Nachricht die Runde machte, Lotti wäre notfallmässig nachts per Rega-Helikopter aus dem Schlund geflogen worden, war die Sorge weitherum echt und gross.
In die Bresche sprangen ihre 85-jährige Mutter sowie ihr Neffe René. Noch bis Anfang Oktober sind Maurons und Heims in der Brecca. Wer will, kann ihnen bereits ab dem 1. Dezember wieder die Aufwartung machen, dann beginnt für sie die Wintersaison. Die Adresse: Buvette Seeweid/Schwarzsee.

Lunchpaket als Wundertüte

Die Hirtin und Gastgeberin auf der Marbach-Brecca geht auf der Alp neue Wege und möchte den Wünschen der Berggänger entsprechen: So ist das Picknicken und das Grillieren erlaubt; als Gegenleistung wird erwartet, dass die Getränke gekauft werden. Für die Übernachter(-nächtler) stehen zehn Schlafplätze zur Verfügung. Zum «Service» gehört auch, dass Lunchpakete mit auf den Weg gegeben werden; – eine «Wundertüte», so viel sei verraten, die unter Umständen auch eine Trockenwurst aus Geissenfleisch enthalten kann. Weder in den Sack noch auf den Tisch kommt der grosse Stockhallimasch, ein Pilz, der – – unweit der Alp – an einem Bergahorn wächst. Auch hier gilt wie überall im Breccaschlund: anschauen erlaubt, berühren verboten! Seit 1996 ist das Hochtal im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgeführt und erfordert von den Berggängern besondere Aufmerksamkeit und Sorgfalt. Der Name Brecca hat den Ursprung im Patois mit «brekka» (Trümmer).

Die Marbach-Brecca: ein landschaftlicher und menschlicher «Kraftort», den zu entdecken sich lohnt.

Alp und Berggasthaus Marbach- Brecca, 1711 Schwarzsee, Tel. 026 412 12 74. Parkplatz und Zugang ab Seeweid (gesperrte Strasse). 340 Höhenmeter, ca. 1 Std. 15 Min. Höhenweg: Gypsera-Riggisalp (Sesselbahn), Untere Euschelsalp, Stierenberg, Rippetli (durch drei rot angestrichene Drehkreuze) zur Marbach-Brecca, ca. 2 Std. 30 Min. Ab Jaun über Combi-Gabel (heikel) ca. 5 Std.; ab Charmey über Altenryfer/Patraflon ca. 5 Std.

Mehr zum Thema