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Ein Leben als Teilzeit-Nomaden

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Ein Leben als Teilzeit-Nomaden

Mireille und Christian Wolff-Musy aus Kerzers organisieren seit sechs Jahren Trekkings in der Mongolei

Selber waren sie lange Zeit als Weltreise nde unterwegs. Vor einigen Jahren haben sich Mireille und Christian Wolff-Musy in Kerzers niedergelassen, verbringen aber jeden Sommer in der Mongolei, wo sie Pferde-Trekkings durchführen.

Von CORINNE AEBERHARD

«Früher wusste ich nicht einmal, wo sich die Mongolei befindet», erzählt Mireille Wolff. Mittlerweile ist ihr und ihrem Mann Christian das Land fast zur zweiten Heimat geworden. 1999 nahmen sie selber als Touristen an einem Pferde-Trekking in der Mongolei teil. Ein Cousin von Mireille hatte die beiden dazu animiert und ihnen ans Herz gelegt, ob sie nicht selber solche Reisen organisieren möchten. Er war überzeugt, dass sich damit etwas aufbauen liesse. «Am dritten Tag des Trekkings entschieden wir, dass wir das tun würden», erzählt Mireille Wolff, die schon als kleines Mädchen reiten lernte.

Viel voneinander gelernt

Die Mongolei war damals eine Etappe der Weltreise, auf welcher Mireille und Christian Wolff sich gerade befanden. Ihr nächstes Ziel war Mexiko. Von dort aus bauten sie ihr Reisegeschäft auf und bereits im Sommer 2000 boten sie erstmals Trekkingreisen im Hovsgol-Nationalpark in der Mongolei an.

Die Aufbauarbeit in der Mongolei erwies sich als nicht ganz einfach. Da trafen zwei ganz unterschiedliche Kulturen aufeinander. «Wir arbeiten mit Nomaden zusammen und nicht mit Leuten aus der Tourismusbranche», erklärt Mireille Wolff. Mit den Nomaden, welche die Trekkings begleiten, war es oft schon schwierig, ein Datum oder eine Zeit abzumachen. Die Mongolen haben auch eine ganz andere Vorstellung von Sicherheit als die Trekking-Organisatoren. «So verschwendeten sie keinen Gedanken daran, dass es Menschen gibt, die noch nie auf einem Pferd gesessen sind», erzählt Mireille. Sie musste auch lernen, sich durchzusetzen, etwa wenn sie über Pferde verhandelte, die sie bei den Nomaden für die Trekkings aussuchte. «Man muss eine deutliche Sprache sprechen», hat sie festgestellt.

Gerade aber die Sprache war eine weitere Barriere. Ein guter Übersetzer musste gefunden werden und vor allem musste dieser auch tatsächlich das übersetzen, was gesagt wurde.

«Wir mussten viel voneinander lernen», blickt Mireille Wolff zurück. Es habe schon Augenblicke gegeben, da habe sie alles hinschmeissen wollen. Mittlerweile pflegen sie und ihr Mann mit der mongolischen Bevölkerung aber nicht nur geschäftliche Beziehungen, sondern vor allem tiefe Freundschaften.

«Als Europäer verlangen wir viel, aber wir halten auch unsere Versprechen», erklärt Mireille Wolff. Das habe eine gute Vertrauensbasis geschaffen. So hätten die Mongolen gemerkt, dass sie auf ihre Arbeitgeber zählen können, wenn es beispielsweise um die Entlöhnung geht.

Ein Team aufgebaut

Wolffs arbeiten seit drei Jahren mit denselben Nomaden zusammen. Sie mieten Pferde von ihnen für die Trekkings und beschäftigen sie auf den Touren als Guides, Koch oder Übersetzer.

Bis anhin haben Mireille und Christian Wolff die Trekking-Reisen von der Schweiz aus organisiert und beide konnten unbezahlten Urlaub nehmen, um die Reisen selber zu begleiten. Hauptberuflich ist Christian Wolff im Personalbereich tätig, Mireille war bis Anfang Jahr kaufmännisch tätig. Seither konzentriert sie sich auf die Organisation der Reisen.

Erstmals in der Mongolei dabei war im vergangenen Jahr auch Sohn Robin, der im Januar 2004 zur Welt kam und im Bauch seiner Mutter schon im Vorjahr durch die Mongolei galoppierte. Mitreisen wird dieses Jahr auch das zweite Kind von Wolffs, dessen Geburt bevorsteht.

Unter anderem auch aus familiären Gründen wollen Wolffs ihren Aufenthalt in der Mongolei künftig verkürzen. Ihr Ziel ist es aber, langfristig sicherzustellen, dass das von ihnen Aufgebaute bestehen bleibt, unabhängig von ihrem zeitlichen Engagement. Möglich wird das, weil sie in den vergangenen Jahren in der Mongolei ein Team aufgebaut haben, welches nun selbstständig Reisen durchführen kann.

Selbstverständliches ist
nicht selbstverständlich

Wolffs schätzen das Leben hier in der Schweiz und jenes in der Mongolei. «Wenn wir hier sind, dann leben wir das hiesige Leben, sind wir in der Mongolei, dann leben wir dieses Leben», fasst es Mireille Wolff zusammen. Ihr falle es aber manchmal schon schwer, aus der Mongolei in die hektische Schweiz zurückzukehren. Hingegen sei es jeweils auch wieder schön, die hiesigen Annehmlichkeiten wie etwa ein eigenes Badezimmer und fliessendes warmes Wasser zu haben oder in ein Restaurant zu gehen. «Hier geniessen wir wieder Dinge, die sonst selbstverständlich sind.»

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