Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Ein toter SCB-Fan sorgt für Ärger

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Imelda Ruffieux

Mittwoch, 23. Dezember 2009: Die drei leidenschaftlichen Gottéron-Fans Fredi, André und Kurt sitzen missmutig zusammen. Aus Ärger über die verlorene Partie gegen den Erzfeind SC Bern trinken sie mehr, als ihnen guttut. Dass die offene Wunde immer noch blutet, dafür sorgt der vierte in der Runde: SCB-Fan Hugo Zenger. André hatte seinen Arbeitskollegen aus Mitleid mitgenommen, ohne sich bewusst zu sein, wie provokativ nicht nur die Fan-Ausstattung seines Gasts, sondern vor allem auch dessen Kommentare zum Spiel sein würden. Weil es für Gottéron an diesem Abend so schlecht lief, haben sie das Berner Eishockeystadion bereits wenige Minuten vor dem Schlusspfiff verlassen.

Ein toter SCB-Fan

Sie geben sich ihrem Elend hin, trinken immer mehr, bis schliesslich ein Toter im Keller von Andrés Wohnung an der Vignettazstrasse in der Stadt Freiburg liegt. Natürlich ist es der SCB-Fan. Vor lauter Panik, sie könnten angesichts der offensichtlichen Konstallation unter Mordverdacht geraten, beschliessen sie, einen Selbstmord vorzutäuschen. Schliesslich hat Zenger ja unter Liebeskummer gelitten, weil ihn seine Freundin verlassen hatte. Aber es kommt ein wenig anders als geplant: Der Tote stirbt schliesslich zweimal, die vermeintliche Niederlage war gar keine und das Motiv für die Tat ist ein ganz anderes, als es im ersten Moment aussieht …

Paillasse zum Zweiten

Das ist die Ausgangslage von «Nachschuss», dem neuen Kriminalroman von Pierre Paillasse. Der Name des Autors ist ein Pseudonym, der Schreiber hält seine Identität streng geheim. Dies, obwohl er bereits vor einem Jahr mit seinem Erstling «Nachspiel» für Aufsehen gesorgt hatte und eigentlich ruhig ein wenig von diesem Lob öffentlich geniessen dürfte.

Wie beim ersten Buch besticht auch «Nachschuss» durch eine einfache, sehr klaren Sprache, eine durchwegs gute Struktur und flüssige Dialoge. Die Figuren sind so beschrieben, dass man sofort das Gefühl bekommt, sie zu kennen. Auch wenn die Ausgangslage im ersten Moment klar scheint, so nimmt die Geschichte doch einen anderen Verlauf. Die Spannung bleibt so erhalten bis zum Schluss. Dieser bleibt – genau gleich wie bei «Nachspiel» – offen. Auf der anderen Seite macht vor allem eins das Buch für Freiburger lesenswert: die starke lokale Verankerung, sowohl, was geografische Angaben betrifft, wie auch, was das Thema Gottéron angeht.

Legendäre Spieler wie Jakob Lüdi, Jean-Charles Rotzetter und Ruedi Raemy werden ganz nebenbei, aber respektvoll gewürdigt. Witzig ist die Idee des Autors, dass eine der Hauptfiguren im Buch die Persönlichkeit seiner Mitmenschen beurteilt, je nachdem, was für ein Name auf deren Fan-Trikot steht.

Hommage an Freiburg

Der Leser wird auf einen Spaziergang durch die Stadt mitgenommen: André wird am Fusse der Guintzet-Treppe mit einer Leiche im Kofferraum in einen Unfall verwickelt. Fredi kauft in einem Zigarrenladen im Perolles eine Zigarre, weil er in Filmen gesehen hat, dass Mörder, die den Ermittlern geistig überlegene sind, dicke Zigarren rauchen. Und Kurt überlegt sich beim Blick vom Hügel beim Dürrenbühlturm, ob sein schlechtes Gewissen durch den Eintritt ins Kloster Bisemberg beruhigt werden könnte.

Das 135-seitige Taschenbuch ist deshalb eine einzige Hommage an Freiburg und seinen Eishockeyclub – verpackt in eine unterhaltsame Geschichte.

Mehr zum Thema