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Ein Zimmer mit vielen Betten

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Jean-Marie Juriens ist seit 45 Jahren Pfarrer, fast die Hälfte davon hat er in der Pfarrei Gurmels verbracht. Dass der gebürtige Freiburger Pfarrer geworden ist, sei eine Fügung, meint er. Und wenn es eine Fügung war, dann eine unter sehr unglücklichen Bedingungen.

Als Waise aufgewachsen

Bei seiner Geburt vor 70 Jahren ist seine Mutter gestorben, und nur sechs Monate später auch sein Vater. Erinnerungen an seine frühste Kindheit hat er keine, ausser einem Bild, dass er immer wieder sieht: «Ich erinnere mich an ein grosses Zimmer mit vielen Betten», sagt Juriens. Es ist eine Erinnerung an das Waisenhaus, in das er nach dem Tod seines Vaters kam. Dies war aber auch der Moment, in dem sich Juriens Leben zum Positiven wandte. Er wurde von einem kinderlosen Paar aus Zürich aufgenommen und wuchs so bei Pflegeeltern auf.

Vorbild war der Pfarrer

In seiner Jugend habe ihm der Pfarrer seiner Gemeinde sehr imponiert, vor allem wegen seiner direkten und spontanen Art. Obwohl dieser Pfarrer Salzmann vier Doktortitel hatte, sei er immer sehr umgänglich und bescheiden gewesen, sagt Juriens. «In meiner Kindheit war ich ein Schlingel, und einmal habe ich mit Kollegen den Sigrist im Beichtstuhl eingesperrt.» Pfarrer Salzmann habe ihn dann zu einem Gespräch zitiert: «Er hat mich zwar gescholten, aber die Geschichte niemandem sonst erzählt, auch nicht meiner Pflegemutter.» Er habe dann schon in der vierten Klasse gewusst, dass er wie Pfarrer Salzmann werden wollte.

Besonders beeindruckte ihn die Art, wie er predigte, direkt und die Dinge beim Namen nennend. Es war eine Art, die Juriens gefiel. Und so halte er es selber auch. Er sei kein Freund von theologischen Abhandlungen in der Kirche, sondern predige aus dem Alltag: «Ich will die Dinge der Bibel in den Alltag der Leute bringen.»

 Schäferhund als Ausgleich

Juriens ist noch heute ein Pfarrer, der anpackt und handelt. Das zeigt sein breites Engagement im sozialen Bereich. So hat er im See- und Sensebezirk eine Notfallseelsorge aufgebaut. Diese besteht aus einem Team von Pfarrern und engagierten Laien, die von der Notfallzentrale 144 aufgeboten werden, um Angehörigen beizustehen. Gerade diese Arbeit gehe ihm häufig sehr nahe, sagt Juriens. Um einen Ausgleich zu finden, geht er am liebsten mit seinem Hund in den Wald. Der schwarze belgische Schäferhund ist im Dorf bekannt, mittlerweile ist es bereits der vierte dieser Art und heisst «Blacky 4». «Ich hatte schon seit meiner ersten Zeit als Priester im Schönberg immer einen Hund.» Ein Haustier ist für einen Pfarrer, der immer mal wieder notfallmässig ausrücken muss, ein nicht ganz pflegeleichter Gefährte. Deshalb hat er jemanden aus dem Altersheim, der ihn unterstützt und manchmal mit Blacky spazieren geht. Und bei einer Familie findet der Schäferhund Unterschlupf, wenn der Pfarrer mal ein paar Tage nicht in Gurmels ist.

Soziales Engagement

Juriens bekommt im Pfarrhaus in Gurmels auch immer wieder Besuch von Menschen, die Probleme haben, zum Beispiel finanzielle Sorgen oder Streit in der Familie. Für dies nehme er sich gerne Zeit, sagt Juriens. «Soziales Engagement ist für mich eine Grundaufgabe der Seelsorge. Ich kann nicht nur in der Kirche predigen, sondern muss den Menschen auch im Alltag begegnen und sie kennenlernen.»

 Bereits vor 40 Jahren habe er nie eine Soutane getragen, um keine Hindernisse zu den Menschen aufzubauen, auch wenn es damals noch gebräuchlich war. Mit seiner Art habe er auch schon beim Bischof angeeckt, erzählt Juriens. Er ist seiner Art aber bis heute treu geblieben. Sein Pfarrhaus stehe für alle offen, die Unterstützung brauchen.

Zur Person

Persönliches und berufliches Jubiläum

Jean-Marie Juriens ist vor 70 Jahren in Freiburg geboren. Nach dem frühen Tod seiner Eltern ist er in Zürich bei Pflegeeltern aufgewachsen. Im Alter von 25 Jahren wurde er zum Priester geweiht. Parallel zur Theologie hat Juriens in Freiburg auch Psychologie und Pädagogik studiert. Vor seinem Amt in Gurmels war er als Pfarrer in Therwil, Freiburg und in Deutschland tätig.tk

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