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Eine historische Turnstunde erleben – wie damals vor 150 Jahren

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«Auf der Stelle – ruht!», rief Sportlehrer Aurel Waeber uns zu. Zu diesem Zeitpunkt zeigte er uns Schülerinnen und Schülern gerade, wie es beim Sportunterricht vor über hundert Jahren zu und her ging. Denn dies war das Thema des Tages. Wir erhaschten einen Einblick in das Leben der Schülerinnen und Schüler vor 150 Jahren. Wir sahen sehr viel Neues und erfuhren viel über den früheren Schulunterricht. Auch schon damals war die «körperliche Ertüchtigung» ein Teil der Gesundheitsförderung (siehe Kasten). Obwohl es früher schon Turnstunden gab, liefen diese ganz anders ab als bei uns. Die Mädchen hatten zu dieser Zeit sogar noch gar keinen Turnunterricht. Für die Jungs war die Turnstunde ein Vorunterricht für das Militär. Sie trugen noch keine Sportkleidung, sondern weisse Hemden und dazu Trainerhosen. «Die Hemden sollten die Einheitlichkeit repräsentieren», erklärte uns Waeber.

Während wir versuchten, diese Turnstunde nachzumachen, konnten wir uns nicht so gut beherrschen. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass man dies früher als Turnstunde bezeichnet hatte. Doch die Turnstunde war nicht das einzig Merkwürdige von früher: «Diese Kleidung ist doch unbequem!», beschwerte sich ein Schüler.

Synchron bewegen

Während all den Übungen schwankten wir hin und her und konnte uns nicht im Einklang bewegen. Obwohl es für uns nicht sehr anstrengend war, fiel es uns trotzdem sehr schwer, unsere Aufträge zu erfüllen. Wir fanden es sehr eindrücklich, dass man dies als Turnstunde bezeichnete, denn wir sahen das eher als hartes Militär an. Immer wieder wurde uns gesagt, wir sollten uns synchron bewegen, doch richtig einheitlich und elegant sahen unsere Haltung und unsere Bewegungen nicht wirklich aus. «Unvorstellbar, wie das vor 150 Jahren abgelaufen ist», meinte ein Schüler. «Heutzutage können wir uns das gar nicht mehr vorstellen.»

Trotz harter Befehle und der grossen Herausforderung machte es uns Spass, diese Schrittfolgen auszuführen. So kamen wir mit einem Blick in die Vergangenheit und vielen neu gemachten Erfahrungen nach Hause. Obwohl uns diese Turnstunde nicht wirklich als Sport vorkam, hatten wir trotzdem einen lehrreichen Tag.

«Die Hemden sollten die Einheitlichkeit repräsentieren.»

Aurel Waeber

Mitarbeiter Schulmuseum Bern

Schule und Gesundheit

Gesundheit im Wandel der Zeit

Früher, als die Schule noch nicht obligatorisch war, wurde die Gesundheit eines Kindes dadurch definiert, ob es arbeiten konnte oder nicht», meinte Hannes Gasser, der uns durch die Ausstellung «Xund – Schule und Gesundheit im Wandel der Zeit» im Schulmuseum Bern in Köniz führte. Als 1835 in Bern die obligatorische Schulzeit eingeführt wurde, erfanden Eltern Ausreden, um ihre Kinder zu Hause zu behalten. Sie sagten zum Beispiel, die Schulbänke würden den Rücken kaputt machen oder aber die kleine Schrift in den Büchern die Augen. Der Arzt Hermann Askan Demme bewies später, dass die Rückgratverkrümmung anderer Herkunft ist – nämlich verursacht durch Mangelernährung. Daraufhin startete die Schule, die Gesundheit der Schüler durch Untersuchungen zu Gewicht, Körpergrösse oder Sehstärke zu messen. Bald fand man auch heraus, dass viele Kinder mangelernährt waren. So führten die Schulen Projekte wie die Pausenmilch oder den Pausenapfel ein. Nicht lange danach wurde ein Schularzt bestimmt, was auch zur Bekämpfung von Krankheitsausbrüchen beitrug. In unserer Zeit treten in der Schule vor allem psychische Probleme auf wie Mobbing, Stress, Burn-outs und Depressionen.

Klasse 11e, OS Kerzers

 

Schulmuseum Bern, Schloss Köniz, bis 9. Dezember 2018.

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