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Eine Ohrfeige für die Lions

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Zur umjubelten Figur der Curva Nord avancierte einer mit Ambri-Vergangenheit: Gregory Hofmann stoppte die Lions mit dem 1:0 und 2:0 praktisch solo. Der 25-Jährige spielt in seiner dritten Saison bei den Bianconeri so gut wie nie zuvor. Mit 13 Treffern ist er in der aktuellen Playoff-Kampagne in die höchste Kategorie aufgestiegen.

Dass die Luganesi eine vorzeitige Meisterfeier der Lions mit allen Mitteln verhindern wollten, war schon vor dem ersten Puckeinwurf klar. Mit dem Rücken zur Wand folgte ihrerseits im erneut randvollen Stadion ein nächstes Signal der Stärke. Nach seinem blitzschnellen Einstieg (1:0 nach 27 Sekunden) zermürbte der HCL den Gegner mit seiner Kraft, ehe er im letzten Drittel mit einer Tor-Doublette (43./44.) im rasanten Tempo für diskussionslose Verhältnisse sorgte.

Seit 145 Minuten ohne Torerfolg

Die Resega ist ein heisses Pflaster, das wissen auch die ZSC Lions. Aber seit ihrem 1:0 zum Auftakt im Sottoceneri verglühte Luganos Kontrahent tief im Süden regelrecht. Die Lions fanden in den letzten zwei Partien praktisch nicht statt. Seit total 145 Minuten sind sie auswärts torlos. Aus ihrer Sicht wäre ein weiteres Gastspiel in der Resega nicht ratsam.

Zum dritten Mal in Folge liessen sich die unerklärlich verhaltenen Lions im Startdrittel von den Tessinern düpieren – im Spiel der zunächst letzten Chance sogar früher denn je: Nach 27 Sekunden stürmte Maxim Lapierre in die Zone der konfusen Zürcher, Gregory Hofmann vollstreckte ohne das geringste Problem.

Philippe Furrer hatte im Vorfeld des dritten Heimspiels ohne Umschweife eingestanden, den Overtime-Frust im Hallenstadion nur mit Mühe verdaut zu haben. Die Ansage zur Rückkehr kam dann aber praktisch zeitgleich: «Zu Hause werden wir vom Publikum getragen und wieder hart arbeiten.» Seinen Worten folgte dann der wunschgemässe Auftritt: Der HCL im Vorwärtsgang, wild entschlossen, die Tifoseria fing sofort Feuer.

Der «Corriere del Ticino» hatte diverse Anhaltspunkte aufgelistet, weshalb der HC Lugano die Saison um mindestens eine Partie verlängern könnte – einer davon betraf den Keeper Merzlikins: «Elvis in NHL-Form.» Der lettische WM-Goalie, im Playoff inzwischen mit über 500 Saves eine der auffälligsten Figuren, brillierte in der Tat.

Nerven liegen blank

Den ersten von drei Big Points hat Kossmanns Equipe nicht verwertet. Mit der aufsässigen Spielweise, mit dem puren Willen der Gastgeber, die Kreativität Zürichs einzuschränken, tat sich der Favorit ein weiteres Mal schwer und wirkte teilweise überfordert. Der personelle Tiefgang brachte zu wenig ein, zu viele Angriffsversuche prallten an der Ticino-Mauer Merzlikins ab.

Wie sehr der Abnützungskampf den Lions auch im mentalen Bereich zu schaffen machte, verdeutlichte eine Szene Sekunden nach dem Ende des zweiten Drittels. Kossmann bearbeitete Kenins verbal, worauf der Powerflügel wutentbrannt gegen die Bande kickte. Von der Nervosität liess sich selbst der bis anhin vorzügliche Goalie Lukas Flüeler anstecken – den Untergang leitete er mit einem Fehler gleich selber ein.

Telegramm

Lugano – ZSC Lions 4:0 (1:0, 0:0, 3:0)

7200 Zuschauer (ausverkauft). Tore: 1. (0:27) Hofmann (Lapierre) 1:0. 43. (42:25) Hofmann (Morini) 2:0. 44. (43:33) Furrer (Fazzini) 3:0. 58. Fazzini (Lapierre) 4:0. Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Lugano, 1-mal 2 plus 10 Minuten (Kenins) gegen den ZSC. Stand Finalserie (best of 7): 2:3

Lugano: Merzlikins; Johnston, Furrer;

Sanguinetti, Vauclair; Ulmer, Wellinger; Riva; Lapierre, Lajunen, Hofmann; Walker, Sannitz, Reuille; Fazzini, Morini, Bertaggia; Vedova, Romanenghi, Zorin.

ZSC Lions: Flüeler; Klein, Phil Baltisberger; Sutter, Geering; Berni, Marti; Guerra; Pettersson, Shore, Korpikoski; Wick, Suter, Kenins; Chris Baltisberger, Schäppi, Herzog; Künzle, Prassl, Miranda; Pestoni.

Bemerkungen: Lugano ohne Cunti, Chiesa, Brunner, Bürgler, Ronchetti (alle verletzt), Etem, Klasen (beide überzählig), ZSC Lions ohne Blindenbacher, Nilsson, Sjögren (alle verletzt), Seger, Pelletier, Hinterkircher, Karrer (alle überzählig). – 12. Lattenschuss von Wick.

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