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Endlich sind im Kirchturm von Tafers alle Hotelzimmer besetzt

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: irmgard lehmann

Da sitzen sie im Pfarrhausgarten von Tafers, den Blick auf den Turm gerichtet, auf die «Wohnungen» dort oben, auf die sie so stolz sein dürfen. Die Holzbänke sind für die beiden seit rund zehn Jahren Stammplatz. Regelmässig liessen sie sich dort nieder – meistens abends, von Mai bis August. Mit Feldstecher der pensionierte Kantonspolizist Pius Siffert, mit Notizbuch der pensionierte Biologe Otto Kolly.

Seit dem Jahre 1998 verfolgen sie, was sich da oben an der Kirchturmspitze tut. Kolly notiert, in welches Loch die Mauersegler fliegen, zu welcher Zeit und ob mit oder ohne Futter: «Ein Gruss allein zählt nicht – die müssen schon was abliefern da drinnen», sagt Kolly mit schelmischem Lachen. Und er zeigt wieder auf den Turm, wo Mauersegler mit einer unglaublichen Eleganz um ihre Brutstätte kreisen.

Quartier bezogen

Doch jubilieren können die beiden erst seit ein paar Wochen. Erstmals sind alle 12 Wohnungen besetzt: drei 3-Zimmer-Wohnungen und drei 1-Zimmer-Wohnungen. Die Geduld und Unermüdlichkeit der beiden hat die Mauersegler wieder nach Tafers gebracht.

Doch warum gerade so ein Hochsitz für die Vogelbrut? Im Jahr 1998 stellt Otto Kolly fest, dass die Mauersegler aus Tafers fast verschwunden sind. Zeitgleich renovierte die Pfarrei den Kirchturm. Kolly witterte die Chance und fand in Pius Siffert einen Gleichgesinnten: Siffert zimmerte die Kästen und installierte sie im Turm. Kolly stand mit Rat und Tat zur Seite. So waren drei 3-Zimmer-Wohnungen innert Kürze bereit. «Doch kein Schwanz ist in unsere Wohnung eingezogen», kommentiert Kolly mit traurigem Blick.

Gezwitscher aus Murten

In Murten hingegen war man erfolgreich. Kolly und Siffert wussten das. So machten sie sich auf den Weg und zeichneten an der Ringmauer das Gezwitscher der Mauersegler auf Tonband auf. «Mit einer Zeitschaltuhr setzten wir abends im Kirchturm das Gezwitscher in Gang», erzählt Siffert. «Doch mit dem «Murtener Dialekt» lockten wir keinen an», lacht Kolly.

Einzelzimmer gefragt

So änderten die beiden 2003 das Baukonzept. Sie montierten «Einzelzimmer». Und siehe da. Alsbald war die erste Wohnung besetzt und die erste Brut erfolgreich.

Doch bis auch die 3-Zimmer-Nistkästen bewohnt waren, mussten sie sich noch lange gedulden. Der eigentliche Erfolg stellte sich erst letztes Jahr ein: «Auf einmal waren 11 Wohnungen besetzt», sagt Otto Kolly freudestrahlend.

Doch die Logenplätze hat auch der Star entdeckt. Ihnen machte der findige Siffert aber bald einmal den Garaus: Jeweils im März steigt Siffert mit dem Sigristen auf den Turm und bringt bei den 12 Löchern Klappen an. Diese entfernt er erst wieder im Mai, wenn die Mauersegler im Anzug sind.

Liebesakt in der Luft

Die Zuneigung zum Mauersegler hat Pius Siffert bereits in der Primarschulzeit entdeckt. «Wir haben eine Schulfunksendung gehört, und wir mussten über den Mauersegler einen Aufsatz schreiben.» Mit dem «Wohnungsbau» beschäftigt sich Siffert über 20 Jahre.

Aber was fasziniert denn so sehr am Mauersegler? «Er schläft segelnd in der Luft, er ernährt sich segelnd, und er liebt segelnd in der Luft. Ist das nicht faszinierend?»

Aber auch Otto Kolly pflegt seit Jahren seine grosse Leidenschaft. Die Flugrouten der einheimischen Vögel kennt er und verfolgt sie per Bahn und Flugzeug. So reiste er unter anderem auch in den Senegal, dorthin wo die «Tafersner Vögel» bzw. die Mauersegler ihr Winterquartier aufschlagen.

Ruhen werden die beiden nicht. Da die Turmwohnungen besetzt sind, halten sie nach einem neuen Quartier Ausschau. Ein hohes öffentliches Gebäude ist gesucht. Denn: In Tafers soll der Gesang der Mauersegler niemals mehr verklingen.

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