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«Er ist ein Krieger»

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«Ich will nicht gerade sagen, er sei ein Bad Guy, aber er macht alles, um zu gewinnen. Er ist ein Krieger – solche Typen haben wir nicht allzu viele im Team», sagte Gottérons Sportchef Christian Dubé gestern über die Gründe, warum er Chris DiDomenico auf nächste Saison hin mit einem Zweijahresvertrag nach Freiburg holt. «Chris ist sehr leidenschaftlich, verbissen. Er erinnert mich an Shawn Heins oder Daniel Brodin – das wird uns definitiv guttun.»

Abgesehen davon sei der 30-jährige Kanadier auch ganz einfach ein sehr guter, kreativer Spieler. «Er nimmt seit Jahren eine dominante Rolle in unserer Meisterschaft ein. Wie David Desharnais kann auch er als Center eine Toplinie anführen.»

Kein Zweifel: Chris DiDomenico kann mit seinen Geniestreichen Spiele entscheiden. Der ehemalige U20-Weltmeister, dessen Karriere wegen eines gebrochenen Oberschenkels und einer kaputten Kniescheibe in jungen Jahren sehr schleppend in die Gänge gekommen war, hat nicht zuletzt eine überragende Spielübersicht. Seit er 2014 aus der italienischen Liga zu Langnau wechselte und mit den Tigers gleich in die NLA aufstieg, hat er in der höchsten Schweizer Spielklasse in 190 Spielen 170 Punkte geholt. In dieser Saison sind es 29 Punkte in 31 Spielen.

Oft in den Schlagzeilen

Doch dem Italokanadier eilt eben auch der Ruf voraus nicht bloss einen starken, sondern auch einen schwierigen Charakter zu besitzen, sensibel, launisch und nicht immer diszipliniert zu sein. Ausgestattet mit einer kurzen Zündschnur, wie kurz vor Weihnachten, als er sich nach dem Spiel in Biel lautstark mit einem gegnerischen Zuschauer anlegte und von Mitspielern daran gehindert werden musste, auf den Fan loszugehen.

Auch mit seinen Transfers hat er wiederholt für Misstöne gesorgt. 2017 beharrte er mitten im Abstiegskampf darauf, den Vertrag mit Langnau per sofort aufzulösen und in die NHL zu wechseln. In der Folge absolvierte er für Ottawa – wo er kurz zusammen mit Gottéron-Stürmer Viktor Stalberg spielte – 27 Spiele (6  Tore, 4 Assists) in der besten Liga der Welt, setzte sich aber nicht richtig durch. 2018 kehrte er scheinbar geläutert ins Emmental zurück.

In den letzten Wochen sorgte der Publikumsliebling dann aber erneut für viel Wirbel in Langnau. Während des Spengler Cups begann in verschiedenen Medien durchzusickern, DiDomenico sei beleidigt, weil der Club eine Vertragsverlängerung nicht als selbstverständlich betrachte, überhaupt vermisse er die Wertschätzung und habe für nächste Saison bei Gottéron unterschrieben. Dubé bestätigte die Meldung damals noch nicht, doch für Theater in Langnau war auch so gesorgt. Der Club, der seither vier von fünf Spielen verloren hat, sah sich Ende Dezember gezwungen, auf seiner Website ein Statement abzugeben. «Die Tigers bedauern den Entscheid von DiDomenico wie aber auch, dass die nach dem Spengler Cup geplanten Gespräche über eine weitere Zusammenarbeit hinfällig werden», schrieb Langnau mit leicht beleidigtem Unterton.

Dubé kennt all die Geschichten nur zu genau, macht sich aber keine Sorgen, DiDomenico könnte für Unruhe in der Got­téron-Kabine sorgen. «Ich habe mit Shawn Heins zusammengespielt, der war definitiv ebenfalls nicht leicht zu führen. Es liegt an uns, zu wissen, wie mit Chris umzugehen. Dann bin ich überzeugt, dass seine Verpflichtung auch für die Kabine ein Plus ist – schliesslich ist er auf und neben dem Eis eine imponierende Persönlichkeit.»

«Eine sportliche Entscheidung»

DiDomenico selbst zeigte sich gestern am Telefon wortkarg. In erster Linie betonte er mehrfach, bis Ende Saison sei er immer noch auf Langnau fokussiert, er sei ein Kämpfer und werde bis zum letzten Tag alles für die Emmentaler geben. «Es ist nicht leicht, nach sechs Jahren den Ort zu verlassen, an dem ich meine Profikarriere so richtig wieder gestartet habe. Aber es ist eine sportliche Entscheidung – ich schaue jedenfalls sehr optimistisch in die Zukunft.» Grund für den Wechsel zu Gottéron sei nämlich, «dass Freiburg in Zukunft ein tolles Team haben wird». Dass Gottéron mit fünf Ausländern in die Saison starte, sei für ihn kein Problem, er werde jeden Tag hart arbeiten, um zu versuchen es ins Line-up zu schaffen. «Am Ende haben wir alle das gleiche Ziel: den Titel zu gewinnen.»

Auch andere Teams aus der Liga waren an DiDomenico interessiert. «Aber wir hatten sofort ein gutes Feeling, das hat man bei unseren Gesprächen immer gespürt», sagt Dubé. «Er weiss auch, dass Gottéron ein emotionaler Club ist und er hier gut hinpasst.» Mehr denn je dürfte also garantiert sein, dass es beim Freiburger Eishockeyclub auch in den nächsten Jahren nie langweilig wird.

Gottéron

Das bisherige Kader für die Saison 20/21

Torhüter (2): Reto Berra, Connor Hughes (neu, Langenthal).

Verteidiger (8): Marc Abplanalp, David Aebischer (neu, Gatineau Olympiques), Benjamin Chavaillaz, Philippe Furrer, Ryan Gunderson (USA), Benoit Jecker (neu, Lugano), Jérémie Kamerzin, Dave Sutter (neu, ZSC Lions).

Stürmer (12): Andrei Bykow, Daniel Brodin (Swe), David Desharnais (Can), Chris DiDomenico (Can/neu, Langnau), Yannick Herren (neu, Lausanne), Nathan Marchon, Killian Mottet, Matthias Rossi, Sandro Schmid, Julien Sprunger, Viktor Stalberg (Swe), Samuel Walser.

Verbleib ungewiss: Adrien Lauper, Tristan Vauclair.

Werden den Club verlassen: Ludovic Waeber (ZSC Lions), Lukas Lhotak (Rapperswil), Aurélien Marti (Lugano?), Zach Boychuk (?), Marco Forrer (?), Jorden Gähler (?), Ralph Stalder (?), Flavio Schmutz (?).

Bemerkung: Verteidiger Noah Schneeberger, der an Rapperswil ausgeliehen ist, hat zwar noch einen Vertrag für nächste Saison, wird diesen aber wohl kaum erfüllen.

Fünf Ausländer

Desharnais und DiDomenico gesetzt

Nach der Verpflichtung von Chris DiDomenico ist es seit gestern definitiv: Gottéron wird im Herbst erstmals seit Jahren wieder mit fünf Ausländern in die Saison starten.

Wichtige Mittelachse

«Das ist ein grosses Plus», sagt Gottérons Sportchef Christian Dubé. «Fünf Ausländer im Team zu haben gibt viel Sicherheit. In dieser Saison hatten wir Glück, dass unsere Ausländer nicht oft verletzt waren, aber das muss nicht immer so sein.» Und während der Saison Ersatzausländer zu verpflichten sei mitunter Glücksache. «Mit fünf Topausländern in die Saison zu starten gibt dem Coach die Chance, unter den Ausländern einen gesunden Konkurrenzkampf anzufachen – das tut auch dort gut.» Da nur vier ausländische Spieler auf dem Eis stehen dürfen, wird jeweils einer aus dem Quintett auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Eine klare Hierarchie, beziehungsweise dass einer klar der fünfte Ausländer ist, sieht Dubé nicht. «Da werden die Leistungen entscheiden. Allerdings möchte ich grundsätzlich mit zwei ausländischen Centern spielen lassen. Chris DiDomenico und David Desharnais sollten also normalerweise jeweils beide spielen.» Ihm sei es wichtig, basierend auf einem Topgoalie eine stabile Mittelachse zu haben. «Wenn du dir die Topteams wie Bern, Zürich, Zug oder Lausanne ansiehst, fällt auf, dass diese Mittelachse immer aussergewöhnlich stark ist – oft auch dank zwei ausländischen Centern.»

Mit Desharnais, DiDomenico, Andrei Bykow, Samuel Walser und bei Bedarf Sandro Schmid hat auch Freiburg nächste Saison eine Mittelachse, die sich sehen lässt.

Da nebst den ausländischen Centern Verteidiger Ryan Gunderson im Normalfall ebenfalls gesetzt sein dürfte, werden sich wohl vor allem die schwedischen Flügelspieler Viktor Stalberg und Daniel Brodin um den letzten verbleibenden Platz im Kader streiten.

Kein Vertrag für Boychuk

Dass für nächste Saison nun bereits fünf Ausländer unter Vertrag stehen, bedeutet gleichzeitig, dass Zach Boychuk Gottéron Ende Saison verlassen muss. Macht sich Dubé nicht Sorgen, er könnte das dereinst bereuen, sollte der kanadische Center, der in seinen bisherigen vier Spielen für Gottéron nicht weniger als sieben Punkte geholt hat, auf diesem Niveau weiterspielen? «Ich muss Entscheidungen treffen. Und wenn ich einen DiDomenico holen kann, der seit Jahren zeigt, was er draufhat und auch noch Charakter ins Team bringt, dann kann ich nicht abwarten, ob Zach Boychuk auf diesem Niveau weiterspielt.»

Nach der Verpflichtung des Kanadiers hat Gottéron für nächste Saison nun zwölf Stürmer im Kader. «Ich habe noch drei Plätze frei», sagt Dubé. Klar ist, dass Center Flavio Schmutz Freiburg Ende Saison verlassen muss. Einen Platz am Flügel könnte entweder Tristan Vauclair oder Adrien Lauper, deren Verträge ebenfalls auslaufen, besetzten, wobei Vauclair die Nase leicht vorn hat. Die übrigen beiden Plätze im Kader will Dubé mit jungen Spielern auffüllen.

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