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Ernüchterung im St. Leonhard

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Viel schlimmer hätte Gottéron nicht in die Saison starten können: Im eigenen Stadion blieben die Freiburger gestern gegen ein physisch starkes und exzellent organisiertes Lausanne über weite Strecken chancenlos und verloren 1:5. Mit Strafen am Laufband – die kleinlich pfeifenden Schiedsrichter verhängten nicht weniger als sieben Zweiminuten und eine Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Gottéron – nahmen sich die Freiburger nach solidem Start gleich selbst aus dem Spiel.

Undiszipliniert und harmlos

Erschreckend war nebst der Disziplinlosigkeit in den Zweikämpfen vor allem auch die Harmlosigkeit im Abschluss. Homogenität bedeutete gestern in Freiburgs Offensive nicht in erster Linie, dass keine Sturmreihe abfiel, sondern dass keine auffiel. «So eine Niederlage tut weh, erst recht vor den eigenen Fans und in einem Derby», sagte Freiburgs Stürmer Andrei Bykow nach dem Spiel. «Das Problem war, dass wir uns viel zu schnell frustrieren liessen und so nicht mehr taten, was der Coach von uns verlangte, und nie mehr richtig ins Spiel zurückfanden.»

Das gefällige erste Drittel zeigte zunächst noch auf, wie Gottéron-Spiele in dieser Saison vermehrt aussehen könnten. «Defense first» lautete das Motto. Defensiv, systemsicher und kompakt liessen die Freiburger dem Gegner kaum Räume, kamen allerdings auch selbst nur zu wenigen Chancen, weil sie das Risiko in jeder Situation scheuten.

Bei der Disziplin, die Gottéron in Sachen System an den Tag legte, kam es überraschend, dass diese in Sachen Zweikämpfe plötzlich völlig verloren ging. Wie bereits in den Testspielen leisteten sich die Freiburger ab dem Ende des Startdrittels zu viele Strafen, die meisten davon in Situationen weit vom eigenen Tor entfernt. Eine fast einminütige doppelte und anschliessend noch einfache Überzahl überstand Gottéron dank dem starken Reto Berra – der Keeper zeigte gleich im ersten Spiel, wie wertvoll er für dieses Team ist – gerade noch so. Mit Ablauf der Strafe war nach einem Gestocher, das letztlich zu einem für Lausanne glücklichen Lob führte, in der 22. Minute allerdings auch Berra erstmals machtlos.

Nur kurze Zeit später drohte die Partie früh entscheidend aufseiten der Lausanner zu kippen. In der Offensivzone checkte Jim Slater Matteo Nodari völlig unnötig auf offenem Eis. Ob der Check, wie von den Schiedsrichtern geahndet, gegen den Kopf oder der Erstkontakt nicht doch eher gegen die Brust erfolgte, ist schwierig zu sagen. Fakt ist: Bei angezeigter Strafe erzielte Ronalds Kenins das 0:2 (27.). Besonders bitter für Freiburg: Da das Schiedsrichter-Duo Urban/Tscherrig Slater mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe unter die Dusche schickte, folgten auf das Gegentor auch noch gleich fünf Minuten Unterzahl.

«Nicht smart genug»

Es spricht immerhin für den Charakter der Freiburger, dass sie in dieser Situation nicht frühzeitig die Köpfe hängen liessen. Das Heimteam überstand die fünf Minuten ohne Gegentreffer und verkürzte durch ein Buebetrickli von Matthias Rossi zweieinhalb Minuten vor Ende des zweiten Drittels auf 1:2.

Es passte zum gestrigen Spiel, dass Lausannes K.o.-Schlag durch Yannick Herren (45.) im Powerplay wieder eine unnötige Strafe der Freiburger vorausging. Diesmal war es der diskrete Andrew Miller, der im gegnerischen Drittel für ein Haken (streng) bestraft wurde. Dass das 1:4 durch Joël Vermin wieder ein Treffer in Überzahl war und – diesmal Nathan Marchon – wieder ein Freiburger die Strafe im gegnerischen Drittel holte, braucht schon fast nicht mehr erwähnt zu werden. «Wir waren nicht smart genug», sagte Trainer Mark French nach dem Spiel. Wenn man zu oft den Stock einsetze, um den Gegner zu stoppen, habe das manchmal auch mit Faulheit zu tun.

Auch der Drache ausgepfiffen

Ausgepfiffen wurden übrigens nicht nur nach dem Spiel die Referees, sondern bereits vor dem Spiel der neue … Drache. Das tatsächlich gewöhnungsbedürftige aufblasbare Exemplar ersetzt den altgedienten Drachen des Freiburger Künstlers Hubert Audriaz. Der profane Grund: Wegen den Umbauarbeiten rund um das Stadion gibt es schlicht nirgendwo einen Platz, an dem man den Drachen lagern könnte.

Heute werden die Freiburger nicht aus einem aufblasbaren Drachen, sondern aus einem aufblasbaren Adler auf das Eis laufen. In Genf absolviert Gottéron gleich das nächste Westschweizer Derby. Das unter Spardruck stehende Servette gehört zu den Mannschaften, die es schwer haben werden, die Playoffs zu erreichen, wie die gestrige klare Niederlage im Startspiel in Biel unterstrich. Gottéron tut gut daran, das Eis nicht erneut mit leeren Händen zu verlassen, um nicht bereits nach dem ersten Saisonwochenende unter Druck zu stehen.

Telegramm

Gottéron – Lausanne 1:5 (0:0, 1:2, 0:3)

6163 Zuschauer. – SR Tscherrig/Urban, Bürgi/Rebetez. Tore: 22. Vermin 0:1. 27. Kenins (Frick/Strafe angezeigt) 0:2. 38. Rossi 1:2. 45. Herren (Junland, Kenins/Ausschluss Miller) 1:3. 53. Vermin (Mitchell/Ausschluss Marchon) 1:4. 60. (59:46) Jeffrey 1:5 (ins leere Tor). Strafen: 7-mal 2 plus 5 Minuten (Slater) plus Spieldauer (Slater) gegen Gottéron, 3-mal 2 Minuten gegen Lausanne.

Freiburg-Gottéron: Berra; Stalder, Furrer; Holos, Chavaillaz; Schneeberger, Schilt; Abplanalp; Sprunger, Bykow, Birner; Miller, Slater, Mottet; Rossi, Walser, Marchon; Holdener, Schmutz, Vauclair; Lhotak.

Lausanne: Zurkirchen; Junland, Grossmann; Genazzi, Lindbohm; Nodari, Frick; Trutmann, Borlat; Kenins, Jeffrey, Herren; Vermin, Mitchell, Bertschy; Antonietti, Froidevaux, Zangger; Traber, In-Albon, Leone.

Bemerkungen: Gottéron ohne Meunier (verletzt) sowie ohne M. und S. Forrer (beide überzählig). – Pfostenschuss Junland (29.).

Die FN-Besten: Berra und Vermin.

Der heutiger Gegner

Fakten zu Servette

• Nach einem Jahr Pause ist Chris McSorley bei Servette zurück an der Macht und zurück an der Bande. Von den Genfern darf also wieder klassisches Rumpelhockey erwartet werden.

• Entsprechend hat Servette das im Schnitt grösste (184,11  cm) und schwerste (88,14 kg) Team der Liga.

• Die beiden neuen ausländischen Stürmer bringen sehr viel NHL-Erfahrung mit. Der 28-jährige Kanadier Lance Bouma absolvierte 362 NHL-Spiele, der 30-jährige Tommy Wingels gar 448. Beide waren allerdings eher fürs Grobe zuständig als fürs Skoren und passen damit ebenfalls gut in die eher physisch starke als talentierte Genfer Equipe.

fm

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