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Erziehung braucht keine Perfektion

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Ratgeber Erziehung

Ich habe drei Kinder; meine älteste Tochter steckt gerade in der Pubertät. Wenn sie mich provoziert, fällt es mir manchmal schwer, die Nerven zu bewahren, und ich schreie sie an. Ich denke im Nachhinein oft, dass ich ruhiger hätte reagieren sollen, und habe das Gefühl, versagt zu haben.J.K.

 

 In allen Situationen gelassen und ruhig zu bleiben ist der Wunsch vieler Eltern und ein sehr hoher Anspruch–ein Wunsch nach Perfektion. Doch in der Realität ist es schwierig, immer die Nerven zu behalten. Es gibt Momente, in denen man sich überfordert fühlt und daher vielleicht unangemessen reagiert. Das Gefühl versagt zu haben ist dann sehr unangenehm.

Das Problem der Perfektion ist, dass sie nicht erreichbar ist und daher Stress und Frustration auslöst. Ruhig und gelassen zu bleiben sollte eher eine Richtlinie sein statt ein unbedingt zu erfüllender Anspruch.

Reduzieren Sie daher Ihre Erwartungen an sich selbst. Schauen Sie, was im Moment wichtig ist und was Sie leisten können. Konzentrieren Sie sich darauf und verzeihen Sie sich Fehler. Nur grobe Erziehungsfehler, die regelmässig gemacht werden, haben negative Auswirkungen auf Kinder.

 Wenn Sie einmal die Beherrschung verlieren, dann erklären Sie Ihren Kindern danach, was Sie so wütend gemacht hat, und entschuldigen Sie sich. So lernen auch Ihre Kinder, wie sie mit solchen Situationen umgehen können.

Grundlegend ist wichtig, neben den Bedürfnissen der Kinder auch die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und sich, wenn nötig, eine Auszeit zu nehmen. Das kann bedeuten, dass Sie Ihren Kindern sagen, dass Sie einen Moment für sich brauchen. Damit schützen Sie sich vor zu hoher emotionaler Belastung, tanken Energie und schaffen es dann eher, geduldig zu bleiben.

Wenn Eltern den Anspruch an sich selbst haben, perfekt zu sein, erwarten sie das auch oft von ihren Kindern. Kinder sollen aber Fehler machen dürfen und daraus lernen. Die Erwartung der Eltern, dass Kinder alles gut machen müssen, beeinträchtigt stark das kindliche Selbstbewusstsein.

Es ist wesentlich, den Kindern ein realistisches Vorbild zu geben, das für sie nachahmenswert ist. Wenn Sie authentisch sind, zu Ihren Fehlern stehen und versuchen, sie nicht zu häufig zu machen, können Sie Ihren Kindern viel mitgeben.

Ambulante Hilfen für Kinder, Jugendliche, Eltern, Paare und Einzelpersonen: Tel. 026 300 76 90; www.unifr.ch/iff.

Telefonberatung zu Familienfragen: Fr. 14.00 bis 16.00 Uhr: 026 300 73 57.

Die PsychologinBirgit Kollmeyerist beim Familieninstitut der Uni Freiburg zuständig für Prävention und Beratung. Sie ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und wohnt im Greyerzerland.

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