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«Es bringt einen menschlich weiter»

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Autor: Imelda Ruffieux

Seit 20 Jahren gibt es den Jugendurlaub, also das Anrecht von jungen Menschen unter 30 Jahren, pro Jahr fünf Tage unbezahlten Urlaub zu beziehen. Diese Zeit müssen sie für freiwillige Aktivitäten zugunsten anderer Jugendlicher einsetzen, sei es in einer kulturellen, sportlichen oder sozialen Organisation. Möglich ist zum Beispiel ein Fussball- oder Jubla-Lager oder ein Weiterbildungskurs.

Das Angebot ist im Obligationenrecht verankert. Es wurde eingeführt, um das freiwillige Engagement von jungen Menschen zu fördern. Doch der Jugendurlaub fristet ein Mauerblümchendasein: Viele Jugendliche und Arbeitgeber kennen das Angebot gar nicht.

Nie Probleme

Anders ist das bei Daniela Hayoz, langjährige Jubla-Leiterin in Plaffeien. Sie hat während der vierjährigen Lehrzeit als Automechanikerin und während der weiteren Ausbildung jedes Jahr ein Gesuch für Jugendurlaub gestellt und diesen auch bekommen. «Es gab nie Probleme», sagt Daniela Hayoz. Anfangs habe sie erklären müssen, was der Jugendurlaub eigentlich sei.Während der vierjährigen Lehre hat sie insgesamt 20 Tage Jugendurlaub bezogen. Für Anton Boschung, Werkstattchef bei der Garage Zahnd AG in Plaffeien, war die Genehmigung dieser unbezahlten freien Tage kein Problem: «Ich habe selber zwei Töchter, die sich in der Jubla engagieren.»

Wertvolle Kurse

Was die Jugendlichen für jüngere Kinder leisteten, sei sehr wichtig. «Sie opfern viel Zeit, die man gar nicht sieht.» Deshalb habe er die Gesuche jeweils diskussionslos bewilligt, sagt Anton Boschung. «Es ist auch etwas anderes, wenn ein Lehrling fünf Tage fehlt, als wenn ein Chefmechaniker eine Woche weg wäre.» Den unbezahlten Urlaub hat Daniela Hayoz unter anderem für zwei Leiterkurse von Jugend und Sport eingesetzt: den Gruppenleiterkurs und den Schar- und Lagerleiterkurs. Diese seien sehr nützlich. Man lerne viel, und es sei ein wertvoller Erfahrungsaustausch mit Leitern anderer Scharen.

Ohne die Möglichkeit des Jugendurlaubs hätte sie wahrscheinlich auf einen der Kurse verzichtet. «Wenn man nur fünf Wochen Ferien hat und sich in der Freizeit sonst schon stark für die Jubla engagiert, überlegt man es sich zweimal, wie viele Ferientage man für einen Kurs einsetzen will.» Doch ist die Jubla auf Leiter mit J+S-Kurs angewiesen, da sie nur so finanziell von Jugend und Sport unterstützt wird. Daniela Hayoz ist so zur Jubla Plaffeien gekommen wie viele andere Kinder: Die Jugendorganisation hat sich in der Primarschule vorgestellt und neue Mitglieder geworben. «Es hat mir von Anfang an gefallen.» Acht Jahre war die heute 23-Jährige Mitglied der Plaffeier Schar, und während weiteren acht Jahren war sie Leiterin. «Weil es mir als Kind so gut gefallen hatte, wollte ich anderen Kindern die gleiche Chance bieten», erklärt sie ihre Motivation.

Die Sommerlager der Jubla Plaffeien besuchen zwischen 70 und 80 Kinder. Das Leiterteam umfasst 44 Personen. «Die Schar ist relativ gross, und unsere Anlässe sind gut besucht.» Die Jubla Plaffeien geniesse im Dorf einen guten Ruf, und das Engagement im Dienste von Kindern werde anerkannt. Mit Anlässen in und für die Öffentlichkeit (zum Beispiel Adventsbasar, Papiersammlung) sorgt die Jubla dafür, dass ihre Präsenz wahrgenommen wird.

Erfahrungen weitergeben

Wie Daniela Hayoz haben in der Jubla Plaffeien weitere Leiter Jugendurlaub genommen. Ihre Erfahrungen geben sie gerne an Jüngere weiter. «Wir informieren die jungen Leiter über das Angebot und geben ihnen Formulare, um beim Arbeitgeber ein Gesuch zu stellen.» Der Arbeitgeber muss einen jungen Erwachsenen zwar einige Tage im Betrieb entbehren, bekommt dafür aber einiges zurück. «Als Jublaleiterin lernt man, Verantwortung zu übernehmen, und man bekommt auch das Bewusstsein, was Verantwortung eigentlich bedeutet», erklärt die Sozialpädagogik-Studierende. Man lerne zu organisieren, Rücksicht zu nehmen und mit anderen zu kommunizieren. «Menschlich bringt es einen auf jeden Fall weiter», betont sie.

Diese Eigenschaften kommen dem Jugendlichen sowie den Arbeitskollegen wieder zugute. Sie appelliert deshalb an alle Arbeitgeber, den Gesuchen von jungen Erwachsenen für Jugendurlaub stattzugeben. «Wir geben freiwillig viel von unserer Zeit. Das ist nicht selbstverständlich. Da sollte es seitens der Unternehmen auch drinliegen, diese Tage zu gewähren.»

Daniela Hayoz hat als Jubla-Leiterin den Jugendurlaub als sehr hilfreich erlebt.Bild Charles Ellena

Jugendurlaub: Tragende Stütze der Gesellschaft

Da es keine Meldestelle für den Jugendurlaub gibt, existieren keine Zahlen, wie viele Leute Jugendurlaub beziehen», sagt Estelle Krattinger Boschung, Kinder- und Jugendbeauftragte des Kantons Freiburg. Sie verweist auf eine Studie des Bundesamtes für Statistik: Mehr als ein Drittel der Schweizer Jugendlichen in der Schweiz zwischen 15 und 25 Jahren leisten durchschnittlich fünf Stunden pro Woche Freiwilligenarbeit. Etwa 19 Prozent von ihnen sind in einem Verein oder einer Organisation tätig (Sport, Kultur, kirchliche Organisationen usw.). Etwa 13 Prozent leisten Freiwilligenarbeit in Form von Diensten für Nachbarn und Bekannte.

«Jugendarbeit und somit das freiwillige Engagement der jungen Personen sind eine tragende Stütze der Gesellschaft», sagt die Jugendbeauftragte. «Die jungen Leute können sich Kompetenzen aneignen. Sie lernen, in einer Gruppe zu arbeiten, sich zu organisieren, Niederlagen zu verarbeiten und ihre Meinung zu verteidigen.» Diese Fähigkeiten seien auch in der Berufswelt gefordert, weshalb die junge Person und die Firma profitieren.

Die Jugendbeauftragten haben im Rahmen des Jahres der Freiwilligenarbeit mit Partnern eine Broschüre herausgegeben, um das Angebot des Jugendurlaubs besser bekannt zu machen. Im Frühling 2013 soll eine schweizweite Kampagne zum Thema stattfinden sowie Studien durchgeführt werden, um konkrete Zahlen über den Bezug des Jugendurlaubs zu erheben. im

www.jugendurlaub.ch und www.benevolat-fr.ch

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