Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Esoterik, Liebe und Gewalt

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Mehr Tiefe und Schönheit», «Bewusstsein und Sinnlichkeit», «Zusammen zum Licht. Und der Liebe Raum geben.» In einem Berner Oberländer Nobelhotel stehen sechs Manager im Kreis um eine Feuer­schale herum. Sie äussern ihre Wünsche und lassen dazu die Zettelchen mit den Wünschen im Feuer verbrennen. Die Manager nehmen am Wochenkurs «Ganzheitlich führen – ganzheitlich leben» teil. Firmen schicken ihre Spitzenleute zur mentalen Frischzellenkur. Das Kursprogramm klingt wie ein Streifzug durch esoterische Praktiken. In ihrem Berufsleben orientieren sich die Manager an Zahlen, hier aktivieren sie Chakren, atmen durch die Füsse und erleben die heilende Wirkung edler Steine.

22-jähriges Stück

Schauplatz dieser Szenen ist aber nicht ein Hotel im Berner Oberland, sondern das Vino­rama Stämpfli in Laupen. Dort bringt eine Gruppe von Laienschauspielern das Stück «Body&Soul» auf die Bühne. Die meisten der Schauspieler gehören mehr oder weniger intensiv zum Ensemble des Laupener Kellertheaters «Die Tonne», wie Schauspieler und Produktionsleiter Beat Wittwer sagt. Aus Platzgründen musste die Gruppe aber vom engen Kellertheater auf das Vinorama ausweichen.

«Als ich das Stück vor 22 Jahren schrieb, blühte die Esoterikbewegung gerade rich­tig auf», erklärt Autor und Regisseur Ueli Remund. Inspiriert habe ihn eine Reportage von Niklaus Meienberg. Der Journalist besuchte laut Remund selber einen solchen Kurs und schilderte seine Erfahrungen. «Als ich die Reportage las, wusste ich: Das ist ein Theaterstoff.» Das Stück sei nach wie vor aktuell. «Solche Managementkurse gibt es nach wie vor, genauso wie die geschilderten Esoterikpraktiken.» Remund bezeichnet sein Werk als Realsatire. Sie zeige, was Esoterik mit Menschen mache. Und sie werfe gesellschaftliche Fragen auf: «So kommt etwa zur Sprache, was Erfolg ist und welche Bedeutung er im Leben hat.»

Gewalt in der Gruppe

«Alles ist im Fluss. Was innen ist, ist aussen. Was aussen ist, ist auch innen.» Wenn Kursleiter Carlo mit sanfter Stimme spricht, wird die esoterische Atmosphäre so greifbar, dass man nicht weiss, ob man lachen oder sich gruseln soll. Auch wenn die Teilnehmer mit Indianerfedern im Haar einen wilden Tanz vollführen, kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Carlo und die Manager zelebrieren eine Harmonie, welche die latenten Konflikte kaum überdecken kann. Das führt so weit, dass plötzlich mehrere Teilnehmer rabiat aufeinander losgehen. Dabei geben die Schauspieler so viel Einsatz, dass sie noch Minuten nach der Szene schwer atmen.

Auch die Liebe fehlt nicht: So kommen sich Marina und Konstantin näher. Doch bereits bei Kursende zeichnen sich Schwierigkeiten ab: Keiner der beiden will sein bisheriges Leben aufgeben. «Das Stück zeigt, dass man Menschen nicht in einer Woche aus ihrem Leben herausreissen kann», sagt Ueli Remund. Nur allzu schnell seien die Manager zurück in ihrem Alltag. «Das Stück zeigt auch, dass solche Praktiken nicht spurlos an Menschen vorbeigehen.» Der ältere und bodenständige Hans stand dem Kurs die ganze Woche skeptisch gegenüber. «Doch zuletzt erkennt man, dass die Woche auch ihn aufgewühlt hat.»

Zufällige Ähnlichkeit

Es ist das zweite Projekt der Schauspielgruppe. 2016 inszenierte sie das Stück «Top Dogs». «Dabei hatten wir so viel Spass, dass wir das Projekt wiederholen wollten», sagt Beat Wittwer, Schauspieler und Produktionsleiter von «Body&Soul». Das sich beide Stücke um Kader­leute der Wirtschaft drehen sei eher Zufall, meint Wittwer. «Wir haben kein spezielles Faible für Spitzenmanager.» Vielmehr schlug Ueli Remund das Stück vor, weil er sein eigenes Stück einmal selber inszenieren wollte. «Und es wurde schon länger nicht mehr gespielt.» Er spiele die Rolle des wortkargen Hans gerne. Sie sei so anders als er im richtigen Leben. «Im Gegensatz zu Hans bin ich recht emotional.»

Programm

Premiere ist heute in einer Woche

Das Stück «Body & Soul» feiert am kommenden Donnerstag Premiere. Anschliessend finden bis am 14. September zehn weitere Vorstellungen statt. Vorstellungsbeginn ist jeweils um 20.15 Uhr, am Sonntag um 19 Uhr.

Vinorama Stämpfli, Bösingenstrasse 28, Laupen. Informationen: www.dietonne.ch

 

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema