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FN-Sommerkrimi (Kapitel 5/13)

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Kriminalkommissarin Janine Auderset war richtig erstaunt, als sie am nächsten Tag nach dem Mittagessen schon die Berichte der Spurensicherung und der Rechtsmedizin in ihrem Fächli fand. Sie öffnete das Fenster und hörte dem Augustregen zu, während sie sich der Lektüre widmete.

 

Bernhard Knüsel war im Wohnzimmer aus nächster Nähe von vorne erschossen worden. Er war auf der Stelle tot. Danach wurde die Leiche nach draussen in den Garten geschleppt und auf den Fussweg gelegt, der auf den kleinen Hügel hinter Baumetswil hochführte. Schleifspuren und Blut fanden sich überall. Gemäss Waffenregister besass Knüsel eine alte Militär­pistole  75. Die Spurensicherung fand diese in einem Gebüsch. Es handelte sich dabei um die Tatwaffe. An der Pistole gab es aber keine weiteren Spuren.

Zudem fand die Spurensicherung nur wenige Meter von der Leiche entfernt einen halb abgebrannten Zigarillo. An diesem konnten DNA-Spuren nachgewiesen werden, die nicht von Knüsel stammten. Gleich neben der Garageneinfahrt wurde ausserdem der Reifenabdruck eines Motorrads gesichert. Der Reifentyp musste ganz neu sein, denn der Fachmann bei der Spurensicherung war sich sicher, noch nie einen solchen Abdruck gesehen zu haben.

Beim Auto, das in Knüsels Garage stand, hatte die Spurensicherung auch etwas Interessantes herausgefunden: Mit dem Auto musste erst vor wenigen Tagen eine Katze überfahren worden sein. In den Profilrillen der Reifen klebten Katzenhaare und Blutrückstände. An der Haustür gab es keinerlei Einbruchsspuren. Knüsel musste seinen Mörder also ins Haus gelassen haben. Im Haus war kein Geld auffindbar, aber im Keller hatte die Polizei eine Indoor-Hanfplantage entdeckt.

Janine Auderset schnalzte mit der Zunge. Sie verliess ihr Büro und klopfte an die Tür ihres Kollegen Herbert Mäder: «Hast du schon den Bericht gelesen? Der pensionierte Biologielehrer hatte offenbar einen grünen Daumen und baute in seinem Keller Hanf an.»

Mäder schmunzelte: «Und ich bin noch auf einen weiteren interessanten Zeitungsartikel gestossen. Es ging um ein Baugesuch in Baumetswil, gegen das jemand Einsprache erhoben hatte. Ich hab da noch ein bisschen nachgeforscht. Familie Keller aus Cordast wollte eine Scheune bei Baumetswil zu einem Wohnhaus umbauen. Knüsel wehrte sich dagegen, weil die Obstbäume darum herum einer der letzten Rückzugsorte des Rotkopfwürgers seien. Diese Vogelart gilt in der Schweiz als vom Aussterben bedroht. Das einzige bekannte Brutpaar in der Schweiz wurde dort gesichtet. Das Oberamt hat das Baugesuch dennoch bewilligt, weil der Vogelschutz kein Klagegrund sei. Knüsel ging dann vor Kantonsgericht, ohne Erfolg. Schliesslich hat er verlauten lassen, dass er das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen will.»

Janine dachte nach. Damit hatte nun auch die Familie Keller ein Motiv. Und: Alle drei Familien, die den Nationalfeiertag in Baumetswil gefeiert hatten, kannten Knüsel. Schon allein diese Tatsache erschien ihr sehr verdächtig. Auch die Hanfplantage im Keller musste mit dem Mordfall irgendetwas zu tun haben.

Kurz nach 17  Uhr stellte Janine Auderset ihr Auto auf dem Parkplatz vor Päx’ Bar in Flamatt ab. Vor der Tür stiess sie fast mit einem jungen Mann mit leerem Blick und eingefallenem Gesicht zusammen. Was machte denn so einer hier? Päx trat hinter ihm heraus und fluchte: «Jetzt hau endlich ab, hier gibt’s nichts für …» Als er Janine erblickte, unterbrach er sich und begrüsste sie. Janine fragte ihren Freund, was denn los sei. Päx sagte: «Der belauert mich schon den ganzen Tag. Er will was zu saufen bekommen.»

Als sie in der Bar sassen, erzählte Janine Päx von der Hanfplantage in Knüsels Keller. «Was?! In Baumetswil züchtet jemand Hanf in seinem eigenen Keller? Das gibt’s doch nicht. Du meinst, der hat das Zeug verdealt?» Janine nickte. «Und wer hat ihn umgebracht?», fragte Päx. Janine dachte nach: «Jemand mit einem Motiv und jemand, der Geld wollte. Im ganzen Haus haben wir kein Geld gefunden. Doch er musste wohl Geld gehabt haben. Das könnte eine Spur sein.» «Unglaublich», meinte Päx. «Ich muss mal eine rauchen gehen.» Janine nickte, und Päx verliess die Bar.

Im August erscheint in Form einer Sommer­serie die Krimikurz­geschichte «Vogelfreunde» von Philipp Spicher. Personen und Handlung sind frei erfunden. Alle bisher veröffentlichten Kapitel: www.freiburger-nachrichten.ch, Dossier «Sommerkrimi».

 

Vogelfreunde

 

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