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Fotografen zeigen den Wandel der Zeit

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Freiburg an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert: Es ist die Zeit der ­Belle Epoque, eine Zeit des Aufbruchs, des technischen Fortschritts, der zunehmenden Mobilität, aber auch des Lebensgenusses, der sich in der gehobenen Gesellschaft ebenso manifestierte wie in der Festfreude der einfachen Bevölkerung. Eine Reise in diese bewegte Zeit bietet das Museum für Kunst und Geschichte in seiner Sommerausstellung, die am Donnerstag eröffnet wird. Das Publikum erlebt die Freiburger Belle Epoque durch das Auge der Fotografenfamilie Macherel. Deren Mitglieder waren von 1891 bis in die späten 1960er-Jahre über drei Generationen hinweg in Freiburg tätig. Die Ausstellung vereint rund hundert Fotografien vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1930er-Jahre.

Vertraut und fremd zugleich

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Museums für Kunst und Geschichte und der Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg. «Wir wollten eine leichte und unterhaltsame Sommerausstellung», sagte Museumsdirektorin Verena Villiger gestern vor den Medien. Dies zeigt sich in einer grosszügigen, luftigen Gestaltung und im Farbkonzept, das die Schwarz-Weiss-Fotos auf Wänden in verschiedenen Pastellfarben in Szene setzt. Und auch die Bilder selber geben Anlass zum Schmunzeln und zum Staunen, indem sie die Betrachter in eine Welt entführen, die vertraut und fremd zugleich ist.

Eine ganze Bilderserie etwa erzählt von den letzten Tagen der Grossen Hängebrücke über den Saanegraben, die 1924 von der Zähringerbrücke ersetzt wurde. So ist der letzte Tag der alten Brücke dokumentiert, der 7. April 1924, als viele Passanten ein letztes Mal die Brücke überquerten. Zu sehen sind sowohl der Abriss des Portikus der alten Brücke wie auch die Bauarbeiten an der Zähringerbrücke sowie schliesslich die feierliche Eröffnung der neuen Brücke am 16. November 1924. Auch am anderen Ende der Stadt hat Prosper Macherel in spektakulären Bildern den Einzug der Moderne festgehalten, nämlich die Aufschüttung und den Bau des Pérolles-Boulevards am Ende des 19. Jahrhunderts.

Wie sich das Antlitz der Stadt verändert hat, zeigt sich auch an vielen anderen Stellen. So dokumentieren mehrere Fotos die Vorbereitungsarbeiten zum Bau der Kantons- und Universitätsbibliothek, ein Bild zeigt den früheren Friedhof Miséricorde vor dem Umzug nach St. Leonhard, ein anderes die «Bains du Boulevard» oder «Bains Galley» im Altquartier, eine Badeanlage einfachster Art, in der die Menschen sich vergnügten, bevor 1924 das Freibad Motta eröffnet wurde.

Andere Teile der Ausstellung zeigen klassische Porträts von Einzelpersonen oder Familien, wie sie damals oft im Atelier der Fotografen gemacht wurden, aber auch Aufnahmen von Geschäfts- und Berufsleuten, bei denen es sich häufig um Auftragsarbeiten zu Werbezwecken handelte. Dass sich die Macherels auch auf die Reportagefotografie verstanden, zeigt der letzte Teil der Schau, wo unter anderem Bilder von jenem Sonntag, dem 8.  März 1931, zu sehen sind, als in kurzer Zeit 75 Zentimeter Schnee fielen.

Ein Fonds mit 1200 Bildern

Alle ausgestellten Bilder stammen aus dem Fonds Macherel, der sich seit 2014 in der Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg befindet und insgesamt rund 1200 Aufnahmen umfasst. Der Fonds ist eine Schenkung von Marie-Josée Macherel, der Witwe des Fotografen Prosper Paul Macherel. Die Kantonsbibliothek hat alle Aufnahmen, darunter viele Negative auf Glasplatten, digitalisiert und so erstmals zugänglich gemacht.

Museum für Kunst und Geschichte, Freiburg. Vernissage: Do., 18. Mai, 18.30 Uhr. Bis zum 3. September. Di. bis So. 11 bis 18 Uhr, Do. 11 bis 20 Uhr.

Atelier Macherel

Drei Generationen im Dienste der Fotografie

Das Atelier Macherel wurde von 1891 bis zum Ende der 1960er-Jahre von drei Generationen Macherel-Fotografen geführt, die alle mit Vornamen Prosper hiessen: François Cyprien Prosper Macherel (1861–1936) gründete das Geschäft 1891 am Wallriss; 1916 zog es in die heutige Pierre- Aeby-Gasse. Prosper Eugène Macherel (1907–1965) übernahm das Atelier nach dem Tod seines Vaters. Nach Prosper Eugènes Tod führte dessen Sohn Prosper Paul (1938–1986) das Familiengeschäft weiter und eröffnete ein zweites Studio an der Schützenmatte. 1969 gab er das Geschäft auf und arbeitete danach bei der Ciba in Marly.

cs

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