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Fragil – aber kein hoffnungsloser Fall

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Die Rechnung ist scheinbar einfach: Letztes Jahr war Gottéron weit davon entfernt, die Playoffs zu erreichen, und belegte den vorletzten Rang. Mehr als drei Viertel der letztjährigen Spieler sind auch in dieser Saison mit dabei. Verpasst Freiburg also erneut die Playoffs? Nicht unbedingt. So berechenbar ist Sport zum Glück nicht – Mannschaftssport erst recht nicht. Bereits wenige Änderungen können die Dynamik in einem Team grundlegend verändern.

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Für die Anhänger besteht durchaus Grund zur Hoffnung, dass das bei Gottéron in dieser Saison der Fall sein wird. Sportchef Christian Dubé hat zwar nicht die halbe Mannschaft ausgewechselt, aber er hat auf Schlüsselpositionen wichtige Änderungen vorgenommen. Dazu gehören insbesondere die Wechsel im Tor und an der Bande. Der in den letzten Jahren oft ungenügende Benjamin Conz konnte auf der so wichtigen Goalieposition zwar letztlich nicht durch Wunschkandidat Reto Berra ersetzt werden, doch auch Barry Brust – so unkonventionell sein Stil auch sein mag – wird mit Sicherheit ein grösserer Rückhalt sein als Conz. An der Bande steht Mark French für einen Neuanfang. Völlig unvorbelastet soll und will er alte Hierarchien aufbrechen und Privilegien abschaffen. Dass ein Benjamin Chavaillaz, der letzte Saison kaum zum Einsatz gelangte und bereits auf dem Abstellgleis stand, plötzlich die wichtige Position neben dem ausländischen Verteidiger Jonas Holos einnimmt, lässt erahnen, dass es French nicht bloss bei Lippenbekenntnissen belassen wird.

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Mark French und Barry Brust werden in grossem Masse über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Aber auch die übrigen Neuzugänge haben durchaus das Potenzial, dem Team neuen Schwung zu verleihen. Der Norweger Jonas Holos ist zwar nicht ein Abwehrgeneral, der auch noch das Power­play dirigiert, wie man sich das von einem ausländischen Verteidiger vielleicht wünschen würde, aber er ist ein hochsolider, zweikampfstarker Defensivverteidiger. Holos wird deshalb mit Sicherheit mehr Stabilität in die Defensive bringen, als dies letztes Jahr der schwache Kanadier Alexandre Picard getan hatte. Mit Matthias Rossi, Laurent Meunier und Tristan Vauclair sind zudem drei Schweizer Stürmer neu im Team, die Eigenschaften mitbringen, die letzte Saison mitunter fehlten: Kampfkraft und Leidenschaft. Gelöst sein sollte zudem das Problem des mangelnden Leaderships. Holos ist Captain der norwegischen Nationalmannschaft, Doppelbürger Meunier war bis zu seinem Rücktritt im Frühling Captain der französischen Auswahl. Kommt noch der Amerikaner Jim Slater hinzu, letzte Saison Captain in Genf. Sie alle bringen Führungsqualitäten und Erfahrung mit und haben das Zeug dazu, die vielen Mitläufer im Team mitzureissen.

„Wir werden eine der besten Defensiven haben“ – hier geht’s zum Gespräch mit Gottéron-Sportchef Christian Dubé. (Abo-Artikel)

Während es durchaus Gründe zur Hoffnung gibt, birgt auch die kommende Saison wieder ihre Tücken. So ist etwa die Breite im Team weiter ungenügend. Drei, vier Verletzungen – und das ist im modernen Eishockey beileibe keine Seltenheit –, und schon wird es schwierig, vier NLA-taugliche Linien auf das Eis zu bringen. Es existiert allein schon ein Quantitätsproblem. Hinzu kommt, dass die Freiburger stärker abhängig sind von einzelnen Ausnahmekönnern wie Julien Sprunger und Roman Cervenka, als dies bei anderen Teams der Fall ist. Die Mannschaft Gottérons ist deshalb auch in dieser Saison grundsätzlich wieder ein fragiles Gebilde. Es wird wichtig sein, dass Sportchef Christian Dubé nicht wiederum von innen heraus das Gebilde zusätzlich ins Wanken bringt. Er hat seit seinem Amtsantritt vor zweieinhalb Jahren immer wieder Unruhe in die Mannschaft gebracht. Zum einen, weil er wiederholt und teils unter dem Vorwand abenteuerlicher Argumente Spielerverträge auflöste, zum anderen, weil der zwischenmenschliche Bereich ganz allgemein nicht zu seinen Stärken gehört. Er tut gut daran, in dieser Saison vermehrt im Hintergrund zu bleiben und Team und Trainer in Ruhe arbeiten zu lassen.

Hier geht’s zur Meinung unseres Gottéron-Blogger Patrick Fasel.

Gelingt das, ist Gottéron die Playoff-Qualifikation zuzutrauen. Das ist das Ziel und muss auch das Ziel sein. Der Club hat die Vorgabe richtigerweise der Realität angepasst. Christian Dubé hatte vor der letzten Saison mit der gewagten Aussage, eine schlichte Playoff-Qualifikation wäre mit diesem Team ungenügend, die Erwartungshaltung etwas gar in die Höhe getrieben. In diesem Jahr ist die Erwartungshaltung tiefer, was den Spielern insbesondere den Saisonstart vereinfacht. Dennoch wird die Playoff-Qualifikation nicht zum Selbstläufer. In den Erfolgsjahren hatte es Freiburg verpasst, eine Strategie für die Zukunft zu entwickeln. Seither wird Jahr für Jahr an der Mannschaft herumgeflickt, ohne dass ein richtiges Fundament bestünde oder eine klare Richtung erkennbar wäre. Teams wie der SC Bern, die ZSC Lions, Zug, Lugano oder Davos sind deshalb nicht mehr in Reichweite der Freiburger. Genf und Lausanne sind ebenfalls stärker einzuschätzen. Das heisst, dass Gottéron wohl Ambri, Langnau, Kloten und Biel hinter sich lassen muss, um die Playoffs zu erreichen. Machbar, aber nicht selbstverständlich. Sich irgendwie von Saison zu Saison hangeln, die Playoffs zu erreichen versuchen und dort auf eine Überraschung hoffen: Das ist wohl zumindest bis zum Einzug 2020 in das neu renovierte Stadion, welcher neue Einnahmen generieren dürfte, die neue alte Rolle Got-térons. Die Freiburger gehören definitiv wieder zu den Underdogs. Eine Rolle, die ihnen in ihrer Clubgeschichte schon oft behagt hat.

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