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Freiburg müsste das Zug der Westschweiz sein

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Freiburg müsste das Zug der Westschweiz sein

Im Gespräch mit Peter Esseiva, Geschäftsführer der Wago Contact SA in Domdidier

Seit 1982 ist Peter Esseiva Geschäftsführer der Wago Contact SA in Domdidier. Er ist auch Verwaltungsratsdelegierter und Mitglied der Geschäftsleitung der deutschen Wago-Gruppe mit einem Jahresumsatz von 290 Mio. Euro.

Mit PETER ESSEIVA
sprach ARTHUR ZURKINDEN

Herr Esseiva, als Sie 1982 die Geschäftsleitung übernahmen, beschäftigte das Unternehmen in Domdidier 25 Mitarbeiter, heute sind es 450. Auf was führen Sie diese rasante Entwicklung zurück?

Wago hat als erstes Unternehmen die Federklemmtechnik eingeführt. Wurden früher elektrische Leiter mittels Schrauben miteinander verbunden, sind es heute meist Federklemmen. Diese Technik hat sich weltweit durchgesetzt. Ist für jeden Kaffeeliebhaber «Nestlé» ein Begriff, so ist dies für jeden Elektroinstallateur «Wago». Obwohl die ersten Patente ausgelaufen sind und es viele Nachahmer gibt, ist es Wago gelungen, die Nummer 1 der Welt auf diesem Gebiet zu bleiben. Innovation auf allen Ebenen (Produkte, Fertigungstechnologie, Marketing) und Kundennähe sind die Basis dieses Erfolges.

Im Produktionsstandort Domdidier werden jährlich über eine Milliarde Einzelklemmen hergestellt. Nach drei Ausbauetappen steht eine weitere an. Trotz der Massenproduktion scheint Domdidier als Standort weiterhin attraktiv zu sein?

Ja, obwohl die Wago-Gruppe global tätig ist, ist Domdidier für eine Massenproduktion ein attraktiver Standort. Dies ist aber nur möglich, weil wir hier einen hoch automatisierten Betrieb haben. Vor ein paar Jahren beschäftigten wir noch 200 Heimarbeiter. Die Arbeiten, die nicht von Automaten verrichtet werden können, weil die Menge zu gering oder die Klemme zum Beispiel zu komplex ist, mussten wir aber im Jahre 2001 nach Polen und China auslagern. In der Schweiz ist es nicht mehr möglich, eine arbeitsintensive Massenproduktion aufrechtzuerhalten, will man wettbewerbsfähig bleiben. Wegen der hoch automatisierten Fertigung hat bei uns ein grosser Wandel von unqualifizierten zu sehr qualifizierten Arbeitskräften stattgefunden, Berufsleute mechanischer Ausrichtung, Konstrukteure, Automatiker usw.

Wieso hat sich Wago gerade für Domdidier als Produktionsstandort entschieden?

Wago wurde bereits im Jahre 1951 in Minden/Westfalen gegründet. Um die Liefersicherheit zu garantieren, wollte das Unternehmen in den 70er-Jahren einen zweiten Produktionsstandort errichten. Damals wurden verschiedene Standorte evaluiert, auch in Nordafrika. Wago hat sich wegen der qualifizierten Arbeitskräfte, dem günstigen Kapital und der guten Arbeitsmoral sprich Arbeitsfrieden für die Schweiz entschieden. Der Betrieb kam in den Kanton Freiburg, weil Verbindungen mit dem Treuhandbüro Fiduconsult bestanden.

Vermutlich haben aber auch Steuererleichterungen eine Rolle gespielt?

Ja, die Steuererleichterungen waren ein massgebender Grund dafür, dass Wago hier im Kanton Freiburg investiert hat. Dies gilt nicht nur für den Anfang im Jahre 1977, sondern auch für die Erweiterungen. Ohne Steuerbegünstigung wäre der letzte grosse Ausbau nicht in Domdidier erfolgt.

Steuern sind im Kanton Freiburg immer wieder ein Thema. Welchen Weg sollte Freiburg einschlagen?

Die Steuern sind wie gesagt ein wichtiger Standortfaktor. Bezüglich Besteuerung der Unternehmungsgewinne steht Freiburg nicht so schlecht da. Das Problem liegt bei der Besteuerung der natürlichen Personen. Für die Wirtschaftsförderung ist es wichtig, dass auch die mittleren und hohen Einkommen, die Kaderleute, von attraktiven Steuersätzen profitieren können. Hier ist eine massive Korrektur zwingend notwendig. Die Senkung der Steuersätze um jährlich zwei Prozent während fünf Jahren, wie es eine vom Grossen Rat überwiesene Motion verlangt, ist ein kleiner, ja minimaler Schritt in die richtige Richtung. Freiburg müsste das Zug der Westschweiz werden. Wir haben immer Angst, etwas zu verlieren. Wir müssen aber an das denken, was wir mit niedrigen Steuersätzen dazu gewinnen, indem neue kräftige Steuerzahler sich bei uns niederlassen.

Sie engagieren sich auch als Präsident des «Technologie-Relais Freiburg» für die Freiburger Wirtschaft. Was tut diese Organisation?

Unternehmen, die bei der Einführung neuer Technologien, Prozesse, Verfahren, Arbeitsmethoden usw. Unterstützung benötigen, können sich an das Technologie-Relais Freiburg wenden, aber auch Unternehmen in Schwierigkeiten. Dabei handelt es sich um die Freiburger Antenne des Westschweizer CIM-Zentrums (computergestützte Fabrikation). Ein kleines Team von Spezialisten nimmt Analysen vor, erarbeitet zusammen mit dem Unternehmen neue Strategien usw. Das fünfköpfige und sehr effiziente Freiburger Team ist zudem spezialisiert auf die Schaffung von Arbeitsinseln. Es führt auch ausserkantonale Mandate aus. Umgekehrt kann das Technologie-Relais Freiburg auf Analysten anderer Westschweizer Kantone zurückgreifen, die sich auf andere Gebiete spezialisiert haben.

Sie haben in der Führung von Unternehmen reichlich Erfahrung gesammelt. Welche Empfehlungen können Sie weitergeben?

Ein Unternehmen muss in allen Bereichen innovativ sein und sich auch auf seine Kernkompetenz besinnen. Sehr wichtig ist ebenfalls die Kundennähe. Man muss nicht nur die Bedürfnisse der Kunden kennen, sondern auch ihr wirtschaftliches Umfeld. Es muss eine enge Partnerschaft mit den Kunden entstehen. So kann man im heutigen technologischen Wandlungsprozess der Entwicklung vorgreifen. Das ist die Stärke von Wago Contact.

Was möchten Sie der Jugend mitteilen?

Primär ist die Ausbildung sehr wichtig. Es braucht aber nicht nur Uni-Absolventen und Ingenieure. Auch gut ausgebildete Berufsleute sind gefragt. So begrüsse ich es, dass Freiburg ein Schwergewicht, nebst Universität, Ingenieurschule und Fachhochschule, auf die mechanische Berufsausbildung gelegt hat. Es ist auch sehr wichtig, dass man mehrere Sprachen spricht. Die Kommunikation zwischen den Unternehmen resp. mit den Kunden spielt sich heute nicht nur auf höchster Ebene ab. Laut unserer Devise soll immer jener Mitarbeiter im Betrieb Auskunft geben, der im betreffenden Bereich auch die beste Fachkompetenz besitzt. Will ein Mitarbeiter von unserem Betrieb in China etwas von uns wissen, so muss Englisch gesprochen werden.

Und wie werden Sie am 25. September abstimmen?

Wir müssen einen Schritt nach vorne tun. Wir sollten nun endlich unser Verhältnis zur EU definitiv regeln, und zwar auf bilateraler Ebene mit klaren und sauberen Regeln. Daher werde ich ein «Ja» in die Urne legen.

Allgemein möchte ich sagen, dass viele Schweizer noch nicht gemerkt haben, was auf der Welt passiert. Ein lähmendes Angstverhalten erzeugt in unserer Gesellschaft eine starke Abwehrhaltung gegen irgendwelche Strukturveränderungen. Wir klammern uns krampfhaft an bestehende Strukturen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut wurden. Im Rahmen des Globalisierungsprozesses entsteht eine neue Aufteilung der Weltwirtschaftsordnung, in welcher die Schweiz ihren Platz in der Weltwirtschaft finden muss, will sie ihren Wohlstand sichern.
Dies heisst, dass wir bereit sein müssen, Veränderungen anzunehmen. Veränderungen bedeuten eine Herausforderung und sind gleichzeitig eine C

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